MAGIX Music Maker 2007 (Testberichte)

von Andreas, 22.01.2007



Seit geraumer Zeit beim Hersteller MAGIX und im gut sortierten Fachhandel erhältlich:
Das Multimedia-Arrangeur- Programm MAGIX Music Maker 2007 deluxe.
(Dieser Bericht bezieht sich auf die deluxe-Version, einige wesentliche Features fehlen in der Basis- Version!) Gleichzeitig nahm ich die neue DVD „Soundpool Vol.12“ unter die Lupe.
Ich möchte die Stärken und Schwächen aufzeigen und euch bei einer Kaufentscheidung helfen. Lohnt sich ein Neuerwerb, wenn man Vorgängerversionen besitzt? All dies soll der folgende Testbericht klären. Einige Hörproben sorgen für „Unterhaltung“, wenn ihr möchtet...

Allgemeines


Das Konzept, eine Multimedia-Software zu schaffen, die besonders komfortabel zu handhaben ist und gleichzeitig anspruchsvolle User fordern kann, geht wieder einmal voll auf.
Sinn dieser Software ist es, Video-, Foto- und Audiomaterial miteinander zu arrangieren. Das machen freilich andere Programme auch, allerdings bietet MAGIX in diesem Preissegment Features, die andere nicht besitzen. So können interne und externe Tonerzeuger eingebunden werden. Man ist also nicht auf die Verwendung von reinem Audiomaterial beschränkt.
Es macht einfach nur Spaß, mit diesem Programm zu arrangieren.
Auch der Videoschnitt geht leicht von der Hand. Die Effekte stehen anderen Programmen in nichts nach. Somit werden auch Videovertonungen in allen gängigen Formaten zur Freude.
Magix Music Maker 2007 deluxe (im folgenden MMM2007 genannt) kann die Formate wav, mp3, ogg, Quicktime, CD-A, bmp, jpg, avi, mxv und wmv importieren. Zudem steht es frei, MIDI- Anwendungen einzubinden. Als Schnittstellen stehen DirektX, VSTi und ASIO zur Verfügung. Der Export von Audiodateien erfolgt wahlweise als wav, mp3 (Einschränkung siehe unten), ogg, Vorbis, WMA, Quicktime, CD-A, MIDI und für visuelle Dateien als bmp, jpg, avi, mxv, wmv oder Real Media Helix.

Was ist neu im MMM2007?


Neben aus früheren Versionen bereits bekannten integrierten Synthesizern bietet MMM2007 aufregend Neues:

Der integrierte polyphone Synthesizer MAGIX Vita liefert Naturinstrumente, deren Samples allesamt vom Samplehersteller Yellow Tools stammen. Neben vieler Drumsets sind Wellenformen von akustischen und E-Pianos, Gitarren, Flächenpads etc. enthalten. Somit stehen dem User neben dem seit MMM2006 integrierten SampleTank  sehr gut klingende naturelle Instrumente zur Verfügung. Die mitgelieferten Klänge können genutzt, jedoch nicht editiert werden. Hierfür bedarf es eine kostenpflichtige Freischaltung beim Hersteller.



Für die folgende kleine Demo wurde ausschließlich der Synthesizer Vita (Drumset, Bass, Gitarre) genutzt.

Arrow DemoMMM2007_Vita (mp3, 605 kB)

Der Atmos- Synthesizer (Lieferant von Geräuschen) ist erst nach Registrierung bei der Herstellerseite downloadbar. Das ist relativ schade, da die knapp 70 MB für jemanden, der gezwungen ist, per Analog- oder ISDN- Modem zu surfen, nicht gerade „schnell“ daherkommen. Dennoch sollte man sich diesen kleinen Synthesizer nicht entgehen lassen, er liefert Ambiente wie "Chillout", aber auch Hiphop und andere. An der generellen Arbeitsweise dieses Synthesizers hat sich aber nichts geändert. Die Cliplänge bestimmt die Dauer der Geräuschkulisse, entweder stellt man die jeweiligen Lautstärkeverhältnisse selbst ein oder nutzt die Autopilot- Funktion. Dann werden die Lautstärkeanteile der Geräusche- Loops zufällig variiert.

Damit jedoch nicht genug, noch einen neuen Synthesizer spendierte Magix dem MMM2007:
Der monophone Synthesizer MAGIX Revolta. Es handelt sich um einen waschechten Bass&Leadsynthesizer. Dieser ist aber nicht stepbasierend und wird per MIDI angesteuert. Keine Bange, wer „Angst“ hat, brauch sich dennoch nicht zu fürchten. Magix liefert auf der DVD ca. 2000 Wave- und MIDI- Bausteine mit. Somit hat man einen sehr guten Einstieg. Von Geräuschen über Leadsounds und knackigen Bässen bis hin zu padähnlichen Klängen ist alles diesem kleinen „Racker“ machbar.



100 Klangpresets werden schon mal frei Haus geliefert.  Zwei stufenlos mischbare Oszillatoren kümmern sich um den Klang. Wenn man den „Revolta“ mehrmals untereinander „stapelt“, erhält man auch polyphone analoge Flächenklänge.

Im folgenden Hörbeispiel wurde lediglich ein Wave- Drumloop und der Synthesizer Revolta bemüht.

Arrow DemoMMM2007_Revolta (mp3, 581 kB)

Somit stehen in der 2007er deluxe- Version folgende Synthesizer zur Verfügung:
Silver-Synth, Copper-Synth, Beatbox, Voice-Synth, Robota, Drum n Bass, Sampler, SampleTank 2.0, LiViD, Vita, Revolta , Atmos und der Vsti als Schnittstelle zu externen Klangerzeugern.

Sehr lobenswert: Die neue MAGIX Mastering Suite 2.0. Hier verleiht ihr dem Gesamtarrangement den nötigen "Punch". Viele sinnvolle Presets (z.B. CD- Mastering) ergänzen das sonst frei nutzbare Endrack. Es beinhaltet einen 4-Band EQ, einen Stereo FX- Prozessor, den Multimax (Kompressor) sowie einen Limiter. In Verbindung mit den 24bit- Support können so High- End- Aufnahmen realisiert werden.



Eine sinnvolle Erweiterung erfuhr der interne Mixer: Es ist nun möglich, nach Wunsch mehr als 8 Kanäle anzeigen zu lassen. Bei der Verwendung von zwei Bildschirmen kommt dieser Vorzug gut zum Tragen. Zu bedenken ist hierbei, dass MMM2007 deluxe theoretisch bis zu 96 Spuren innerhalb eines Arrangements gestatten würde!



MMM2007 bietet das bevorzugte Heimkino-Format 5.1 Surround. Somit –entsprechende Hardware vorausgesetzt- steht z.B. einer Videovertonung im echten 5.1 Surround-Sound nichts mehr im Wege…

Das Programm gestattet nun auch ungerade Taktarten, so z.B. ¾- Takt. Ein entsprechender Soundpool (3/4- Takt basierend) wird mitgeliefert. Pro Spur gibt es zahlreiche FX- Presets, die typische Grundstimmungen für Gesang, Streicher etc. liefern...



Der mitgelieferte Soundpool wurde grundlegend überabeitet. Ohne Zusatz- CD oder  DVD kann schon mal in den Genres Ambient, Chillout, Dance-Electro, Disco- House, Easy Listening, Hip- Hop, Movie- Score, Oriental und Techno-Trance losgelegt werden.

Alles Gold, was glänzt?


Jain, MMM2007 zeigt auch einige Eigenheiten. Unumstritten macht das Programm Spaß, allerdings kann die MIDI- Implementierung nicht ganz überzeugen. Das Programm wurde auf drei Systemen getestet. (Windows XP, Servicepack 2: AMD 2400+, 1 GB RAM, Terratec 5.1 USB-Soundkarte; AMD 3000+, 1,5 GB RAM, onboard-Sound; AMD 3400+, 1,5 GB RAM, Soundblaster Live!) Trotz ordnungsgemäßem MIDI- Setups (entweder per USB, ich nutze einen CASIO CTK 800 oder per MIDI- Kabel, hier ROLAND XP-80 Synthesizer) wollten einige MIDI- Aufnahmen nicht „mitspielen“. So wurden Aufnahmen  nach einer Art „Zufallsgenerator“ verbannt. Trotz aktuellster Patches von der Herstellerseite änderte sich daran nichts. Man musste also einplanen, eine live eingespielte MIDI- Sequenz mehrmals wiederholen zu müssen, bis MMM2007 die MIDI- Daten „schluckte“. Die mitgelieferten MIDI- Bausteine, die entweder den „Vita“ oder „Revolta“ ansteuern, funktionierten aber tadellos, ebenso der Import eigener MIDI- Dateien. Lediglich die MIDI- Aufnahme erwies sich stellenweise als problematisch. Damit sind nicht auftretende Latenzzeiten gemeint, die auf schwächeren Systemen auftreten können.

Wer mit diesem Umstand leben kann bzw. gar nicht mit MIDI- Aufnahmen in Berührung kommt oder sich seine MIDI- Files aus einem anderen Programm holt oder wem letztlich die mitgelieferten MIDI-. Bausteine reichen und an ihnen herumeditiert, der wird nach wenigen Augenblicken von diesem Programm begeistert sein. Besitzer „älterer“ AMD- Prozessoren (das scheinen wohl alle zu sein, die nicht dualfähig sind *g*) müssen unbedingt ein Patch vom Hersteller installieren, da es dort zu Problemen kommen kann (Wiedergabefehler, besonders beim Synthesizer Vita)

Ja oder nein?

Allein die neu integrierten Synthesizer rechtfertigen einen Neuerwerb. Man sollte sich auch gleich mit der deluxe- Version beschäftigen, fehlen doch in der Basis-Version einige Synthesizer. Zudem sind viele Features dort eingeschränkt. Bei einem Preisunterschied von nur 30 Euro sollte man also nach dem richtigen Karton greifen…

Fans von Podcasts kommen auf ihre Kosten, ebenso wie „Klingeltonhersteller“ für Handys. Beachtet aber die im knappen Handbuch beschriebenen Einschränkungen in Bezug auf das Betriebsystems des Handys! Etwas ausführlicher geht es dann im elektronischen Handbuch zu, das mitinstalliert wird. Einige Funktionen bleiben in der Dokumentation dennoch im Dunkeln…

Ab dieser Version können nicht nur Spuren stumm geschalten werden, sondern jedes einzelne Objekt für sich. Die Grafikoberfläche ist nun wechselbar, der neue Explorer erlaubt bis zu 4 Fenster, somit kann man auf seine bevorzugten Ordner besser zugreifen. Viele Synthesizer wurden mit neuen Klängen aufgefrischt (z.B. Drumsets) Der MIDI- Editor wurde erweitert. So gibt es dort einen speziellen Drumeditor, der optisch an einen Stepsequenzer (etwa die Beatbox) erinnert. Dort werden die Events gesetzt und können gleich in der Lautstärke variiert werden.



Preis MAGIX Music Maker 2007 69,00 €
Preis MAGIX Music Maker 2007 deluxe 99,00 €
Freischaltung Vita-Synthesizer (Toneditierung) 14,99 €
Freischaltung mp3- Export (20 free-run) 14,99 €


Es handelt sich um Listenpreise. So wurde die MMM2007 deluxe auch für 20 € „billiger“ gesehen. Zudem ist im Handel eine „XXl- Version“ für unter 150 € erhältlich. Als Premium- Mitglied (nach erfolgter Registrierung) kann man derzeit (Stand 04.01.2007) z.B. Magix Musik Maker 2007 deluxe und die Soundpool DVD 12 zum Gesamtpreis von unter 100 € erwerben...) Zudem ist beim Hersteller und im Handel eine „XXl- Version“ für unter 150 € erhältlich. Dort gibt es eine MIDI- Tastatur gleich dazu… (Das XXL- Paket habe ich nicht getestet). Schaut euch diese moderaten Preise an...Der Wave- Export ist unbegrenzt und bedarf keiner Freischaltung. Nun ist es Geschmackssache, ob man bei Bedarf extern in das mp3-Format umwandelt oder die knapp 15 € berappt *zwinker*

Soundpool DVD Collection 12


MAGIX hat sich eine gute Produktpflege auf seine Fahnen geschrieben. (Freilich will man auch Geld verdienen, indem sich der User neue Soundpools zulegt)... Aber: Für unter 30 € erhaltet ihr 6 GB Wave- Dateien auf einer DVD, sortiert nach den Genres: Techno/Trance, Hip- Hop, Rock/Pop, Disco/House, Dance/Electro, Ambient, Easy Listening, World Music Afrika, Chillout, Movie Score und Reggaeton. Insgesamt kommen  6006 Wavefiles daher, allesamt frisch und von gewohnt guter Qualität. Billiger wäre beinahe „verschenkt“.  Es handelt sich also nicht um das im MMM2007 deluxe enthaltene  Klangmaterial. Da es alle Wavefiles sind, können diese auch in anderen Musikprogrammen verwendet werden. Nun ist ja Musik Geschmackssache, aber was die Qualität der Wavefiles angeht, ist MAGIX nur Beifall zu spenden. Ich sage hierzu uneingeschränkt: Ja! Alle Samples sind lizenz- und GEMA-frei. Je nach Geschmack findet man hier das Richtige. Besonders die Afro- Drums sind eine Wucht für sich -und nicht nur für World- Afro- Music einsetzbar...
Zahlreiche Vocals begegnen uns auf der DVD, also gesungene Phrasen, die ja genau so wie das andere Audiomaterial arrangiert werden können. In Verbindung mit dem Tool Elastic Audio (enthalten in der deluxe- Version), dem Nachfolger des Harmonizers mit integriertem Glättungs- und Pitchfunktionen, (Der Cher- Effekt läßt grüßen...) kann hier einiges "gezaubert" werden...

Und was das Internet für einen Sound- und Geräuschepool darstellt, muss ich sicherlich nicht erläutern. Einer professionellen Vertonung eurer Videos oder dem Komponieren/Arrangieren steht nichts mehr im Wege!

Da ja manchmal Optisches oder Akustisches mehr als Worte sagen, viel Spaß bei den unten folgenden Hörproben. Alle sind mittels der Soundpool Vol.12 und dem MAGIX Musik Maker 2007 deluxe entstanden. Die DemoMMM2007SP12 nutzt zusätzlich noch einige interne Synthesizer.

Euer Andreas, vielleicht hören wir voneinander *g*

Arrow DemoMMM2007_Reggae (mp3, 944 kB, MMM 2007 deluxe, Soundpool 12, Reggaeton)
Arrow DemoMMM2007_Afro (mp3, 980 kB, MMM 2007 deluxeSoundpool 12, World- Music- Afrika )
Arrow DemoMMM2007SP12 (mp3, 7,71 MB, Dance- Electro -ja ich weiß, aber diese Musik mag ich halt besonders *g*)
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