ich habe mir gedacht, weil ich im Moment nichts zu tun habe, werd ich einfach mal anfangen ein Szenentagebuch hier im 3d-Bereich anzulegen.
Warum ich das tue?
1. ich habe gerade zu viel Zeit abends
2. ich denke das ist der beste Mittelweg zwischen Tutorial und Faulsein
3. weil ich das schon lange mal machen wollte
Das heißt hier wird eine Szene gebaut. In unregelmäßigen Zeitabständen kommt immer ein kleiner Tagebucheintrag mehr hinzu. Es wird nicht viel erklärt, wie man was macht, nur sehr grob. Dafür versuche ich die Planung der Szene umfangreich zu machen, damit man einen Eindruck hat, wie man eigentlich vorgehen sollte, wenn mans lange nicht schon so macht.
Dinge die mir bei der Erstellung der Szene auffalen, wie zum Beispiel Zeit gespart etc werd ich dazuschreiben, so bekommt man ein wenig vielleicht mal ein Gefühl, wie lange dies und das dauert und vorallem ob sich im Vergleich zum Zeitaufwand auch das lohnt, was ich gerade mache. Ich werde immer die Zeit mitlaufen lassen, sodass man auch mal sieht, wie lange ich wohl für diese eigentlich simple Szene brauche.
Fragen dann bitte per PN an mich, da sonst der Thread vielleicht zu unübersichtlich wird.
Und so fangen wir gleich mal an mit dem ersten Eintrag, der wesentlich zur Planung der Szene beiträgt an.
1. Eintrag - Die Planung
Normalerweise hat man schon ein Bild im Kopf, bzw eine Vorstellung von was die Szene handeln soll, wann sie spielt, wie die Wettervorhersage ist und so weiter.
Doch was, wenn man einfach keinen Plan hat was man tun soll und aber einfach C4D ein wenig herausfordern will? Ich habe da eine Lösung gefunden. Man könnte aber eigentlich sagen 2 Lösungen.
1.1 Die "faule" Lösung
Die erste Lösung von dem ganzen habe ich eigentlich durch zufall so entdeckt. Für viele ist es selbstverständlich und läuft schon im Unterbewussten ab, aber manche könnten es vielleicht auch nicht wissen.
Man schaut sich am besten einfach an, was die anderen so machen. Hierfür ist natürlich auf dW ein perfekter Platz (3d-Grafik, 3D-Battles). Allerdings ist das auch begrenzt. Ich empfehle von dem her eine weitere Seite aufzusuchen, die viele schon kennen und viele auch sehr schätzen.
http://www.deviantart.com/ eine Site wo unglaublich viele Arbeiten von Künstlern liegen. Von der digitalen Malerei, über die Fotographie bis zur Kohlezeichnung lässt sich da einiges finden. Man sollte vorallem nicht nur im 3D-Bereich sich umsehen, weil man sich denkt, die haben das mit 3D gemacht, also muss das gehen. Das wäre komplett falsch. Man muss sich hürden setzen und nur weil es schon einer geschafft hat in 3D umzusetzen heisst das noch lange nicht, dass ihr das auch könnt.
Der "Fehler" den viele hierbei machen ist, dass sie sich ein Bild anschauen, sagen "hmm ... Cool" und dann versuchen das nachzumodelln. Bing! Falsch! Dafür gibts Tutorials, die Grundlage für alles sind, was ihr in C4D macht. Ihr solltet euch verschiedene Bilder anschauen, selber dann nachdenken, was ihr machen wollt und (GANZ WICHTIG) eigene Ideen mit einbringen.
Sagen wir ihr habt eine Westernszene gesehen. Ein Showdown in einer ausgestorbenen Stadt. Ihr findet das Bild gut, wollt auch sowas machen. Ihr überlegt und überlegt und dann habt ihr selber eine Idee. Die könnte zum Beispiel so aussehen, dass der eine Cowboy am Boden liegt, der andere über ihn gebeugt ist und ihm gerade die Lieder nach unten klappt, wie es sich gehört.
1.2 Die zweite Lösung
Die zweite Lösung, die ich euch anbieten kann wäre von meiner Sicht aus die richtigere. Ihr schnappt euch ne Kamera (am besten Digi, sonst wirds zu teuer) und lauft einfach mal aus eurem Haus. Manche müssen nicht einmal aus dem Haus laufen.
Ihr müsst das "kreative Sehen" lernen. Überall um euch sind eigentlich erstklassige Szenen. Der alte Fernseher vom Opa auf dem Dachboden zum Beispiel ist euch ziemlich egal. Sieht auch nicht gut aus. Doch plötzlich, ihr habt die Kamera in der Hand, die Sonne scheint durch ein Dachfenster genau auf den Fernseher. Er wirft einen dunklen Schatten, der sehr dramatisch wirkt und ihr erkennt, dass der alte Hut von Oma Berta auf einmal sich in die Szene wunderbar einbringt. Ihr lauft ein wenig hin und her, habt einen guten Winkel gefunden und ihr habt schon eine wunderbare Szene.
Es sind meistens die kleinen Dinge, die wirklich eine gute Szene prägen. schaut mal auf den Boden und denkt einfach mal in einem Viereck. Irgendwann mal werdet ihr euch denken, "hey das Papier da auf dem Boden hat Style" und ihr habt schon mal einen Denkanstoß.
(Außerdem seit ihr dann an der frischen Luft!)
1.3 Auflösung der Lösungen!?
Zu den beiden Lösungen muss man allerdings sagen, dass diese rein aus meinen Erfahrungen sind und mir weitergeholfen haben. Ob sie das euch auch tun, müsst ihr einfach selber entscheiden und vorallem ausprobieren.
Beide Methoden sind übrigens auch ohne Problem zu verbinden. Man macht einfach beides, am einen Tag dies, am andern das, oder wies einem eben gerade reinpasst. Engagement ist das Einzige, was hier wichtig ist.
Aber es gibt natürlich auch Leute unter euch, die keine Lust haben die Realität einfach sinnlos nachzumodelln ohne Sinn. Für diese wird es schon schwerer, denn diese müssen sich viel ausdenken ...
1.4 Kreatives Denken
Kreatives Denken ... was ist das genau? Ich hab nun extra keinen Text von Wikipedia oder sonstwo hergenommen, sondern definiere es so, wie ich mir das denke. Muss sowieso jeder für sich herausfinden denke ich.
Für mich ist kreatives Denken ein Sinn, den man hat, aber oft nicht einsetzt. Es ist ein Sinn, der sehr gefordert wird und auch oft "da sein" muss. Man denkt sich aus allem sozusagen etwas, was man in eine Szene einbringen lassen kann, was allerdings (und das denke ich ist wichtig) auch einen Sinn hat. Zum Beispiel sieht man einen Kumpel gerade eine Flasche auf den Boden werfen. Der Sinn könnte einem sowas sagen wie ... "ok ... Umweltschutz, Flasche, Mülleimer ... ich sollte eine Szene machen, die aussagt, dass man den Müll der Umwelt zu liebe entsorgen soll". Das ist jetzt ein einfaches Beispiel, aber das kann auhc oft sehr tiefsinnig werden.
Kunst finde ich ist es etwas zu machen, was die Leute zum Nachdenken anregt. Alles andere finde ich ist eine Spielerei, mehr nicht. Aber genug von meiner subjektiven Seite
Wenn man eine Szene aus dem Stehgreif zaubern will, dann gibt es bei mir auch so einige Denkprozesse, die ich versuche mal hier zu beschreiben.
- Der Sinn des Bildes Warum mach ich das Bild? Auf was will ich denn aufmerksam machen? Wen soll es betreffen / ansprechen? Aussage?
- Zeitpunkt Wann soll die Szene spielen? Nachts, Tags? 18. Jhd, 50v.Chr., 2060?
- Symbole Welche Symbole bringe ich ein, um die Aussage zu bekräftigen? Passen die Symbole zum Zeitpunkt? Metaphern?
- Umfeld Wo soll die Szene spielen? Auf einem Friedhof oder doch lieber im Supermarkt? Wie wirkt das Umfeld? Ist es freundlich, ist es düster?
Das sind die Hauptaspekte, welche ich in meinem Kopf ablaufen lasse. Denke das ist recht sinnvoll, weil sich so eine Szene richtig aufbaut.
Weitere Aspekte der Planung sind dann noch Dinge wie Kameraperspektive, Beleuchtung, technische Dinge eben. Aber die oberen sind denke ich mal die, die für ein Kunstwerk (nach meiner Definition) am wichtigsten sind.
So jetzt aber los mit modelln ... BING! Falsch!
2. Skizzen
Der nächste wichtige Punkt, der vielen einfach viel zu unsinnig erscheint ist das Anfertigen von Skizzen. Ich wette viele werden nun sagen
Von dem her ist dieser Schritt bei professionellem Arbeiten essentiel notwendig.
Hier kann man frühzeitig Fehler in der Planung, wie zum Beispiel ein Fehler der Kamera früh entdecken und muss nicht nachdem ich das ganze gemoddelt habe die ganze Szene neu gestalten, sondern ziehe es sozusagen nach Plan durch. Natürlich entwickeln sich Dinge auch in der Erstellung der Szene, aber das Grundgerüst steht dann einfach und man kann alles besser abschätzen.
2.1 Aussehen der Szene / umsetzen
Wie nun soll man eine solche Skizze anfertigen. Ich habe da eine Methode, aber wie gesagt, das muss jeder für sich selbst entscheiden.
Den größten Teil der Zeit benötige ich für die komplette Szene. Da gehen viele Entwürfe drauf und man verzweifelt manchmal, aber durch die "Fehler" lernt man mehr als wenn man es "normal" macht.
Wichtig bei der Anfertigung ist vorallem, dass man nicht zu detailverliebt zeichnet oder mit Aquarell auf einmal anfängt. Das kann natürlich gut aussehen (Ellie
Zeichnen per Hand
Zeichnen per Hand ist wohl die einfachste Möglichkeit seine Skizze anzufertigen. Hierbei ist das Format des Blattes eigentlich unerheblich, da man ja einfach einen Rahmen ziehen kann und dort reinzeichnen kann. (logisch). Ein Bleistift, einen total normalen, wird jeder haben und ein Blatt ist auch einfach zu organisieren. Wer die Sache dann gemütlich angeht und sich auf den Balkon setzt, der wird vielleicht auch die Liebe zur Malerei finden. Das ist aber nur ein Nebeneffekt, genau wie das Schulen des zeichnerischen Umsetzens von Ideen.
Zeichnen per Grafik-Tablet
Das ist natürlich wieder mal die Variante für alle, dies digital mögen. Wer per Grafik-Tablet Skizzen anfertigt hat nicht wirklich viel zu beachten. Es gibt viele Programme, die dafür geeignet sind. PhotoShop, Corel Painter aber auch Paint können verwendet werden. Jedem, wie es ihm lieber ist.
Man sollte allerdings keinen zu dicken Brush nehmen, da sonst alles wieder unübersichtlich wird.
Tagebuch einer Szene


