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Direkte und Indirekte Kritik

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Direkte und Indirekte Kritik

Beitragvon sadcrow am 08.02.2008, 00:42

Möchte euch hier gerne mal 2 Beispiele darstellen.


Nummer 1

Dein Werk sagt mir überhaupt nicht zu, obschon es dich sicherlich viel Arbeitsaufwand gekostet hat.



Nummer 2

Ich finde dein Bild scheisse.



Beide Arten geben keinen Hinweis zu Verbesserungsmöglichkeiten, welche aber sonst sehr wichtig sind! Dies ist bewusst so und soll eure Ansicht nicht beiflussen.




Dies sind 2 Beispiele zur Art der Kritikgebung auf DW.net. Ich persönlich bin eher ein Mensch der die 2., sehr direkte Art bevorzugt, weiss aber dass das nicht jedem angenehm ist.

Wichtig ist aber, dass es ehrlich ist und auf keinen Fall verletzend sein soll. Es missfällt mir, stets auf diesen Verhaltenskodex zu achten und nicht so zu handeln wie ich das zu tun pflege.

Habe sehr lange auf Banken gearbeitet und kenne diese Art sich gegenüber anderen Menschen zu verhalten. Mag sie aber nicht.



Wie seht ihr das ganze?
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Re: Direkte und Indirekte Kritik

Beitragvon Karl am 08.02.2008, 00:58

Hm, mag beide Extremformen nicht. Wenn man jemanden einfach so ins Gesicht sagt, er sieht scheiße aus, finde ich das genauso falsch wie wenn man mit falschen Komplimenten irgendwelche Nebensächlichkeiten herausstellt, um nicht sagen zu müssen, man finde das die Person nicht gut. Ich denke, ein gesundes Mittelmaß ist schon ganz gut. Schon Platon meinte, die Mitte sei das beste. (Ethikunterricht 10.te Klasse; da lernt man Sachen...)
Und noch mal Philosophie, aber jetzt moderner: An sich ist nichts gut oder schlecht, nur in Bezug auf bestimmte Eigenschaften, etwa der Header ist nicht gut, weil die Farben nicht stimmig sind. Einfach nur sagen, es ist scheiße, ist ein naturalistischer Fehlschluss nach George Edward Moore, da es ja eine subjektive Empfindung ist, die zum Ausspruch führt.
Soll heißen, wenn man sagt es ist scheiße, dann wenigstens mit Begründung, was nicht gefällt. Sonst fehlt einfach der Ansatzpunkt für Verbesserungen. Immer sagen, dass es scheiße ist, kann jeder, hervorheben tut man sich durch Verbesserungsvorschläge.

lg karl

PS: Wem das philosophische Zeug zu hoch ist, oder kein Ethik hat(te) egal, nix verpasst :P
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Re: Direkte und Indirekte Kritik

Beitragvon sadcrow am 08.02.2008, 00:59

ok danke für deine Impressionen.
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Re: Direkte und Indirekte Kritik

Beitragvon Manuel am 08.02.2008, 01:10

Ich find ganz klar die erste Art schöner. Vor allem find ichs nicht schön, dass die heutige Gesellschaft nicht mehr um solche "Kraftausdrücke" drum rum kommt. Ich würde zudem auch nicht schreiben, dass es mir nicht gefällt sondern:

Versuch doch mal, das ... und das ... und schau wies dann ausschaut. Das würde mir persönlich besser gefallen.

Das ist meiner Meinung nach die richtige Art von Kritik, denn wenn du das Bild doof findest, hilft das dem Autor des Bildes recht wenig bis gar nicht, außer dass er weiss, dass es jemand anderes schlecht findet. Klar verstehe ich deine Ansicht, dass es "nervig" sein kann alles zu verpacken, auf der anderen Seite frage ich mich, obs wirklich so direkt sein muss? Warum? Das ist doch klar, dass wenn es so direkt ist ohne jegliche konstruktive Kritik, dass es dann verletzend ist.

Das ist nun mal beleidigend! Wenn du mit anderen auskommen willst, dann solltest du den Respekt zeigen und normal subjektiv deine Meinung sagen. Alles andere greift Menschen nun mal an und so ist kein normaler Umgang möglich, weder in der Community, noch in einer richtigen Freundschaft, noch in einer Beziehung.

Ich finds auch unsinnig darüber zu diskutieren. Ich verstehe wenn deine Art so ist, aber dann red so mit deinen Freunden. Das ist dann wieder etwas anderes, wenn alle so sind und jeder weiss, wie er es zu verstehen hat. Die Menschen hier sind dir aber fremd und da kannst du sowas einfach nicht machen, genauso wenig wie in der Bank. Oder würdest du beim Einkaufen oder sonst wo anders gern so angesprochen werden? Ich denke nicht, auch wenns sicherlich die unverschönte Wahrheit ist, aber trotzdem kann man es anders ausdrücken und vor allem auch so meinen, denn wenn ich sage, dass ich ein Bild nicht so gut finde, dann meine ich auch genau das damit und will damit nicht sagen, dass es grottenschlecht ist.

Um also auf deine Worte zurück zu kommen:
Wichtig ist aber, dass es ehrlich ist und auf keinen Fall verletzend sein soll.

Ehrlich ist es, verletzend aber auch. Und die erste Art ist genauso ehrlich, aber nicht verletzend. Also hast du dir die Antwort auf deine Frage schon selbst gegeben.

Lg,
Manuel

Edit: Es geht mir beim ersten Ausdruck übrigens nicht darum, dass du dazu schreibst, dass es sicherlich viel Arbeit war, denn das ist Honig um den Mund schmieren und das ist nicht wichtig. Es würde reichen wenn du sagst, dass es dir nicht zusagt, das reicht schon als subjektive Meinung.
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Re: Direkte und Indirekte Kritik

Beitragvon sadcrow am 08.02.2008, 01:24

Ok. nehme das gerne zur Kenntnis und werde mich dementsprechend auf dw.net verhalten, obwohl ich das als Arschkriecherei (sorry für den Ausruck) empfinde.
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Re: Direkte und Indirekte Kritik

Beitragvon Manuel am 08.02.2008, 04:28

Wie gesagt, du sollst niemandem Honig um den Mund schmieren, aber beleidigen sollte man ebenfalls niemanden. Wenn man etwas so schlecht findet, dass selbst Kritik nicht mehr hilft, dann behält man das einfach für sich und fertig. Vielleicht wissen ja andere besser damit umzugehen dann. ;)
Also wie gesagt, der Mittelweg ist hier sicherlich nicht falsch. Kraftausdrücke weg, etwas mehr Freundlichkeit hin und schon klappts mit den Leuten. Kompromisse gehören nun mal zum täglichen Leben dazu und ich glaube auch du selbst magst es lieber, wenn man dir etwas freundlicher kommentiert, warum man etwas nicht gut findet oder was man daran besser machen könnte. Ich kenne niemanden, der es lieber mag dann komplett direkt runtergemacht zu werden, weils einfach nicht darum geht, vor allem da Geschmack definitiv nicht objektiv ist, was Meinungen sehr schnell relativiert in den meisten Fällen.

Aber danke für dein Verständnis. :)

Manuel
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Re: Direkte und Indirekte Kritik

Beitragvon Dac-XP am 08.02.2008, 11:19

sadcrow hat geschrieben:Möchte euch hier gerne mal 2 Beispiele darstellen.


Nummer 1

Dein Werk sagt mir überhaupt nicht zu, obschon es dich sicherlich viel Arbeitsaufwand gekostet hat.



Nummer 2

Ich finde dein Bild scheisse.



Beide Arten geben keinen Hinweis zu Verbesserungsmöglichkeiten, welche aber sonst sehr wichtig sind! Dies ist bewusst so und soll eure Ansicht nicht beiflussen.


Ich seh dass so, dass es sich bei den Aussagen nicht um Kritik handelt. Die Ausdrucksweise des zweiten Beispiels zeugt überdies von Geringschätzung, weils nicht mal als Meinung formuliert war.
Es besteht ein großer Unterschied zwischen "Das ist scheiße" und "Ich finde das scheiße".
Und wie meine Vorredner schon sagten ist der direkte Weg nicht der höflichste. In einer Gesellschaft, in der 10 Jährige schon davon reden andererleuts Mütter zu f***** denke ich, dass man ruhig ein wenig Verantwortungsgefühl zeigen könnte, und auf solche Formulierungen verzichten könnte (sowohl im Alltäglichen, als auch im Internet).

Es kann ja nicht so schwer sein etwas mehr zu tippen, und der zu kritisierenden Person ein bisschen unter die Arme zu greifen.
MfG Dac! ;)
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Re: Direkte und Indirekte Kritik

Beitragvon Christopher am 08.02.2008, 11:28

Kann meinen Vorrednern nur zustimmen. Zuhause rede ich auch anders als hier und es verlangt mir nichts ab, mich hier zusammenzureißen. Zusammenreißen heißt jetzt aber nicht, dass ich hier am Liebsten gleich platze und alle krumm anmache, denn ich bin gerne so nett und zuvorkommend und in dem meisten Fällen auch sachlich! :mrgreen:

Wir hatten in der Schule mal das Thema, da ging es auch um soetwas. Hatte auch mit den 4-Ohren-Modell zu tun. Demnach hieß es, dass Leute, die in der Hierarchie höher stehen als andere, sich so verhalten dürfen, wie du es beschreibst. Bsp.: "Sieht scheiße aus!"

Das heißt aber noch lange nicht, dass es angebracht ist! :)
MfG
Christopher
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Re: Direkte und Indirekte Kritik

Beitragvon Chris am 08.02.2008, 11:50

Das ist eines der wenigen Themen, bei denen ich absolut keinen Spass verstehe! Wir sind ein Forum, was helfen will. Die Leute, die hier ihre Werke posten wollen Hilfe und nicht komplett runtergemacht werden. So eine vernichtende Kritik kann nämlich ganz schnell dazu führen, dass man die Lust verliert. Würde Sadcrow z.B. jetzt mit 3D anfangen und ich würde sein Bild in der Luft zerfetzen, würde er es sich genau überlegen ob und wann er nochmal ein Bild postet. Wer so eine Kritik bei Anfängern macht, kriegt ernsthaft Ärger von meiner Seite. Wir haben hier einige User, die absolute Anfänger waren und (auch Dank der Zuarbeitung anderer User und Moderatoren hier) inzwischen wirklich gut auf ihrem Gebiet sind.
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Re: Direkte und Indirekte Kritik

Beitragvon frossi am 08.02.2008, 12:47

Ich bin absolut Chris' Meinung. Wenn man noch nicht so gut ist und einem dauernd gesagt wird dass alles total scheiße ist was man macht dann verschwindet sehr schnell die Motivation.
Außerdem ist "schlecht" ("bzw "scheiße") immer eine Sache des Standpunktes. Ein ausgebildeter Webdesigner findet schneller mal etwas scheiße als ein Schüler, der keinerlei Ausbildung in der Richtung hatte.
Schönreden nein, aber man postet ja hier um Kritik zu bekommen und man will natürlich wissen was gut und auch was schlecht ist. Aber nicht einfach nur GUT/SCHLECHT.
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Re: Direkte und Indirekte Kritik

Beitragvon Chris am 08.02.2008, 13:03

Zumal so mancher "Designer" Sachen absolut genial fand und der "normale" Mensch sagt, was ist das denn?!

Bestes Beispiel: Das Logo für die Olympia 2012 in London...

Der gute Junge hat 400.000 Pfund dafür kassiert!
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Re: Direkte und Indirekte Kritik

Beitragvon Toadie am 08.02.2008, 13:13

Ich halte es ja mittlerweile so das ich lieber nichts sage bevor ich was schlechtes zu einem bild sage. nicht optimal aber immer noch besser als immer das selbe zu sagen :roll:
SILO 2 ~ ZBrush 3
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Re: Direkte und Indirekte Kritik

Beitragvon Ingo am 08.02.2008, 13:17

Ich nutze die Gelegenheit mal, um etwas loszuwerden, was a) hier paßt b) mir seit einer
Weile auf der Zunge liegt. Insofern Dank an sadcrow, dass er das Thema aktiviert hat.

"Arschkriecherei". An anderer Stelle sprach jemand von "Unterwürfigkeit" im Ton. Ich
denke, da liegt -auch bei anderen- ein Missverständnis vor, und zwar eines, das mir
reichlich quer im Hirn liegt:

Jemand hat ein Anliegen auf einem Gebiet, das mich interessiert; ich nehme ihn ernst, denn
er wird wissen, warum er sich mit einem Thema beschäftigt. Stoße ich ihn vor den Kopf,
verkrümelt er sich verständlicherweise, oder es bricht ein Streit aus - dejavu? Dann
wird hier 'rumgeranzt wie in all den anderen Foren - no thx + bye!
Ermutigen wir ihn, wird er auf seinem Weg schneller vorankommen. Was wollen wir mehr?

Wenn ich also mit einer gewissen Geduld und Freundlichkeit auftrete, dann hat das nichts,
aber auch gar nichts mit 'Arschkriecherei' zu tun oder mit irgendeiner hohlen Etikette,
sondern mit einer Haltung: was die machen, ist interessant; ich will, dass die weiterkommen.
Wie geht das am besten? Interesse bekunden, ermutigen, sachliche Hindernisse mit aus dem
Weg schaffen, sei es durch klare Kritik oder Hinweise oder alternative Lösungen.

In diesem Sinne, Ingo

PS: Wem das zu altruistisch ist: ich geh halt so mit anderen um, wie ich von denen
behandelt werden möchte.
PPS: Im zarten Alter von 37 Lenzen und einigen Jahren Umgangs mit Jugendlichen kann
ich nur davor warnen zu glauben, eine harte Kritik sei eine, die am besten fördert;
Wer den dicken Hammer schwingt, braucht ne Menge Fingerspitzengefühl, soll denn was
anderes herauskommen außer Müll.
Die beste Browserweiche ... sitzt zwischen den Ohren ;o]
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Re: Direkte und Indirekte Kritik

Beitragvon Chris am 08.02.2008, 13:25

Amen, Ingo! :thumbsup: Abolut hundertprozentig auf den Kopf getroffen!
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