Heut nacht scheint so schön der Mond und die Luft ist auch klar - da machste doch mal ein paar Fotos, dacht ich mir
Also Kamera eingepackt, Stativ, und ne Lampe. Jacke an, rauf aufs Rad und ab in Richtung nächster Wald.
Ah, da ist auch schon ein passendes Plätzchen für mein Rad. Ich stells ab, pack das Stativ aus und schraub gutgelaunt die Kamera auf.
100m weiter ist ein Hügel, wunderbar, da kann ich schön den Wald überblicken. Schnell merke ich: Das Gras, welches mir bis zu den Knien reicht, ist klitschenass. Dementsprechend tönt zum Rascheln meiner Schritte im Gras bald das Knetschgeräusch meiner vom Ertrinken bedrohten Füße aus den Schuhen.
Dass es kalt ist und meine Hose inzwischen vor Nässe an den Beinen klebt macht die Sache auch nicht besser.
Aber ich habs ja so gewollt.
So, Hügel erreicht, bestiegen und mich über das schöne Motiv gefreut. Hat es sich doch gelohnt
Nee, Pustekuchen. Der dämliche Autofokus kriegts nicht gebacken. Naja, wozu hat man denn ein AF-Hilfslicht? Ich nehme also das Stativ samt Kamera in die Hand und richte es schräg auf den Boden. Aha, klappt, das kriegt er scharfgestellt. Selbstauslöser an, Stativ hingestellt, und warten... Natürlich sind die Bilder unscharf geworden... Warum? Der Boden mit dem Gras war viel zu weich, und das Stativ ist immer etwas weggesackt.
Hmpf, frustriert watschel ich wieder zurück. Grad denke ich, dass da mal langsam mein Rad auftauchen sollte, das sehe ich auch schon meine zurückgelassene Stativ-Tasche auftauchen - nur leider allein. Vom Rad keine Spur.
Die Aussichtslosigkeit einer Suche erkannt, packe ich also resigniert das Stativ ein und mache mich nassen Fußes auf den Heimweg.
Morgen wird sich nochmal umgeguckt, und wenn ich den Kerl mit meinem Rad erwische... Ich bin ja friedfertig, aber alles muss man sich ja nicht gefallen lassen
So, Gute Nacht, ich geh jetzt ins warme Bettchen
