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Beitragvon Eline am 03.12.2006, 22:16

Habt ihr irgendwelche lieblingsgedichte oder Sprüche oder so, die ihr besonders toll findet?

Ich zum Beispiel die Ballade "John Maynard"...;)
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Beitragvon Hagbard am 03.12.2006, 22:38

Heinrich Heine mag ich =)

Das Fräulein stand am Meere
und seufzte lang und bang.
Es rührte sie so sehre
der Sonnenuntergang.

Mein Fräulein! Sein sie munter,
das ist ein altes Stück;
hier vorne geht sie unter
und kehrt von hinten zurück.
Leute! Esst mehr Beton!
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Beitragvon Robokel am 03.12.2006, 23:24

Johann Köhnich :lol:


Es war einmal ein Weihnachtsmann, der hatte keine Handschuh an;
Da traf er einen Nikolaus und zog dem seine Handschuh aus.
Der Nik'laus nun der arme Wicht, der hatte keine Handschuh nicht.
Da frohren ihm die Dinger ein, gemeint sind seine Fingerlein.

Und weinend lief er, und zu Recht, zu Onkel Ruprecht, seinem Knecht.
"Du Ruprecht meine Hände frieren, ich kann kaum mehr urinieren."
"Warum hast keine Handschuh an?"
"Die klaute mir der Weihnachtsmann!"
"Der Weihnachtsmann das dicke Schwein, beschert dir diese Höllenpein?!
Für diese Sache wird er büssen, wir werden ihm das Fest versüßen!
Ich habe auch schon einen Plan, wir sägen seinen Schlitten an."

Und die Beiden, ritsche ratsche, liegen in der kalten Matsche,
und beginnen sehr verwegen Schlittenbeine anzusägen.
Während er (der Weihnachtsmann), tut was er am Besten kann
nämlich seinen Beutel leeren, und naive Kids bescheren.

Plötzlich kommt er, welche Tücke, früher als geplant zurücke,
während Beide sehr verschwiegen, noch unter dem Schlitten liegen
Und schon sitzt er heidewitz, auf des Schlittens weichem Sitz,
der leis knarrt und dann ganz schlicht, unter ihm zusammen bricht.

Grauer Matsch verfärbt sich rot, Nikolaus ist sofort tot.
Ruprecht stirbt ne Stunde später, in nem Arm vom Sanitäter.

Und was lernen wir daraus:
Wer Andern eine Gräbe grubt, sich selber in die Hose puuuubt
visit me...
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Beitragvon sophrosyne am 04.12.2006, 00:28

rilke:


Der Panther

Im Jardin des Plantes, Paris

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille -
und hört im Herzen auf zu sein.
"Nirgends klingen falsche Musik und krumme Töne besser, als wenn es gegen einen gemeinsamen Feind geht "

Friedrich Nietzsche
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Beitragvon Eline am 04.12.2006, 16:50

kenn ich beide 8)

John Maynard
von Theodor Fontane:
John Maynard

John Maynard!
"Wer ist John Maynard?"
"John Maynard war unser Steuermann,
Aus hielt er, bis er das Ufer gewann,
Er hat uns gerettet, er trägt die Kron',
Er starb für uns, unsre Liebe sein Lohn.
John Maynard."

Die "Schwalbe" fliegt über den Erie-See,
Gischt schäumt um den Bug wie Flocken von Schnee;
Von Detroit fliegt sie nach Buffalo -
Die Herzen aber sind frei und froh,
Und die Passagiere mit Kindern und Fraun
Im Dämmerlicht schon das Ufer schaun,
Und plaudernd an John Maynard heran
Tritt alles: "Wie weit noch, Steuermann?"
Der schaut nach vorn und schaut in die Rund:
"Noch dreißig Minuten ... Halbe Stund."

Alle Herzen sind froh, alle Herzen sind frei -
Da klingt's aus dem Schiffsraum her wie Schrei,
"Feuer!" war es, was da klang,
Ein Qualm aus Kajüt und Luke drang,
Ein Qualm, dann Flammen lichterloh,
Und noch zwanzig Minuten bis Buffalo.

Und die Passagiere, bunt gemengt,
Am Bugspriet stehn sie zusammengedrängt,
Am Bugspriet vorn ist noch Luft und Licht,
Am Steuer aber lagert sich´s dicht,
Und ein Jammern wird laut: "Wo sind wir? wo?"
Und noch fünfzehn Minuten bis Buffalo. -

Der Zugwind wächst, doch die Qualmwolke steht,
Der Kapitän nach dem Steuer späht,
Er sieht nicht mehr seinen Steuermann,
Aber durchs Sprachrohr fragt er an:
"Noch da, John Maynard?"
"Ja,Herr. Ich bin."


"Auf den Strand! In die Brandung!"
"Ich halte drauf hin."
Und das Schiffsvolk jubelt: "Halt aus! Hallo!"
Und noch zehn Minuten bis Buffalo. - -

"Noch da, John Maynard?" Und Antwort schallt's
Mit ersterbender Stimme: "Ja, Herr, ich halt's!"
Und in die Brandung, was Klippe, was Stein,
Jagt er die "Schwalbe" mitten hinein.
Soll Rettung kommen, so kommt sie nur so.
Rettung: der Strand von Buffalo!

Das Schiff geborsten. Das Feuer verschwelt.
Gerettet alle. Nur einer fehlt!

Alle Glocken gehn; ihre Töne schwell'n
Himmelan aus Kirchen und Kapell'n,
Ein Klingen und Läuten, sonst schweigt die Stadt,
Ein Dienst nur, den sie heute hat:
Zehntausend folgen oder mehr,
Und kein Aug' im Zuge, das tränenleer.

Sie lassen den Sarg in Blumen hinab,
Mit Blumen schließen sie das Grab,
Und mit goldner Schrift in den Marmorstein
Schreibt die Stadt ihren Dankspruch ein:
"Hier ruht John Maynard! In Qualm und Brand
Hielt er das Steuer fest in der Hand,
Er hat uns gerettet, er trägt die Kron,
Er starb für uns, unsre Liebe sein Lohn.
John Maynard."
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Beitragvon Skalde am 04.12.2006, 17:03

Advent von Loriot (Passend zur Weihnachtszeit :mrgreen:)


Es blaut die Nacht. Die Sternlein blinken.
Schneeflöcklein leise niedersinken.
Auf Edeltännleins grünem Wipfel
häuft sich ein kleiner weißer Zipfel.

Und dort, vom Fenster her durchbricht
den dunklen Tann' ein warmes Licht.
Im Forsthaus kniet bei Kerzenschimmer
die Försterin im Herrenzimmer.

In dieser wunderschönen Nacht
hat sie den Förster umgebracht.
Er war ihr bei der Heimespflege
seit langer Zeit schon sehr im Wege.

So kam sie mit sich überein:
Am Nicklausabend muß es sein.
Und als das Rehlein ging zur Ruh',
das Häslein tat die Augen zu,

Erlegte sie - direkt von vor'n
- den Gatten über Kimm' und Korn.
Vom Knall geweckt rümpft nur der Hase
zwei-, drei-, viermal die Schnuppernase.

Und ruhet weiter süß im Dunkeln,
Derweil die Sternlein traulich funkeln.
Und in der guten Stube drinnen,
da läuft des Försters Blut von hinnen.

Nun muß die Försterin sich eilen,
den Gatten sauber zu zerteilen.
Schnell hat sie bis auf die Knochen
nach Waidmanns Sitte aufgebrochen.

Voll Sorgfalt legt sie Glied auf Glied
- was der Gemahl bisher vermied -
Behält ein Teil Filet zurück,
als festtägliches Bratenstück.

Und packt zum Schluß - es geht auf vier -
die Reste in Geschenkpapier.
Da dröhnt's von fern wie Silberschellen.
Im Dorfe hört man Hunde bellen.

Wer ist's, der in so tiefer Nacht
im Schnee noch seine Runde macht?
Knecht Ruprecht kommt mit goldenem Schlitten
auf einem Hirsch herangeritten!

»Heh, gute Frau, habt ihr noch Sachen,
die armen Menschen Freude machen?«
Des Försters Haus ist tief verschneit,
doch seine Frau steht schon bereit:

»Die sechs Pakete, heil'ger Mann,
's ist alles, was ich geben kann!«
Die Silberschellen klingen leise.
Knecht Ruprecht macht sich auf die Reise.

Im Försterhaus die Kerze brennt.
Ein Sternlein blinkt: Es ist Advent.
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Beitragvon Andreas am 04.12.2006, 17:06

passend zu Loriot gleich meines hinterher:

"Zickezacke, Zickezacke, Hühnerka..."

(Sketch mit der Enkelin unterm Weihnachtsbaum, sie sollte Gedicht aufsagen....*erinner*)

und mein Lieblingsspruch:

"Fällt der Bauer tot vom Traktor, steht in der Nähe ein Reaktor und friert er arg am Schuh, steht er in der Tiefkühltruh"
LG der Andi

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Beitragvon Dac-XP am 04.12.2006, 17:15

(Ich bin zwar kein CS-Kiddy, aber das finde ich geil)

Liegt der Camper tot im Keller war der Rusher wieder schneller,
liegt der Rusher dann daneben hats nen zweiten noch gegeben


(Raumschiff Gamestar)
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Beitragvon blackdot am 04.12.2006, 17:40

zu diesen Bauernsprüchen hab ich auch noch einen:

"Fährt der Traktor einmal schneller, sind die Hühner platt wie Teller."
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Beitragvon Lukas am 04.12.2006, 17:49

"Hat der Bauer Lust auf Schinken, fängt der Eber an zu hinken" :mrgreen:
"Wer sich Steine zurechtlegen kann, über die er später stolpert,
hat Erfolg in den Naturwissenschaften." - Erwin Chargaff
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Beitragvon Andreas am 04.12.2006, 18:09

Riechts beim Bauern wieder lecker, leckt er am Stecker...
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Beitragvon powerschulzi am 04.12.2006, 18:24

Liegt der Bauer tot im Zimmer,
lebt er nimmer.

Liegt die Bäuerin tot daneben,
ist sie auch nicht mehr am Leben.

Sind die Kinder auch noch dort,
war es wohl ein Massenmord.
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Beitragvon Andreas am 04.12.2006, 18:30

Alle Kinder tanzen um das Feuer, außer Brigitte -die sitzt in der Mitte....
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Beitragvon Mr.Green am 04.12.2006, 18:32

alle kinder steigen aus dem sinkendem auto nur nicht der kurt der hängt im gurt


alle kinder stehen vor dem abrund nur nicht der peter der geht noch nen meter :roll: :roll: :lol:
Mit leerem Kopf nickt es sich leichter.
(Zarko Petan)

"HOPPAR HOPPAR HOPPAR HOPPAR"
"SKAKA PA RUMPAN OCH VIFTA PA HÄNDERNA"
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Beitragvon Pascal am 04.12.2006, 18:38

Alle gehen hinterm Sarg, nur nicht Haagen, der wird getragen.

Alle stehen vor der Klippe, nur nicht Peter, der geht noch nen Meter.

Alle rennen aus dem Wald, nur nicht Renate, die findet die Granate.

------------------------------------------

Wer so tut, als bringe er die Menschen zum Nachdenken, den lieben sie. Wer sie wirklich zum Nachdenken bringt, den hassen sie.
(Aldous Huxley, engl. Schriftsteller u. Kulturhistoriker, 1894-1963)


Man ist nie so lächerlich durch die Eigenschaften, die man besitzt, wie durch jene, die man zu haben vorgibt.
(Francois Duc de la Rouchefoucauld, frz. Schriftst., 1613-1680)

€dit: Einen der besten hab ich vergessen :roll:

Heute ist Krieg sprach der Tod, legte die Sense weg und stieg auf den Mähdrescher.
Nobadi is pörfäkt!

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