Wie ihr sicherlich wisst, studiere ich seit fast 5 Jahren das Fach Computervisualistik an der Universität Koblenz. Was man an der Uni lernt ist keinesfalls unbedingt die Praxis, sondern vielmehr eigenständiges Erarbeiten und Erlernen von Kenntnissen und Fähigkeiten. Dennoch ist die Theorie wichtig, um ein großes Gesamtes verstehen zu können. Sicherlich kann man ein Spiel auch ohne die Theorie programmieren, dennoch glaube ich nicht, dass man damit auf Dauer Erfolg haben kann oder wird. Wichtig ist daher zunächst ein Grundverständnis. Das bedeutet, dass man C++ beherrschen muss und das zähle ich wirklich als Grundlage. Das bekommt man an der Uni nicht beigebracht sondern es wird erwartet, dass man das beherrscht und wie könnte man das besser lernen, als an einem Praxisprojekt? Also vorher die Grundlagen lesen, Kleinigkeiten in der Konsole probieren und dann einen Schritt weiter gehen. Der Schritt weiter ist OpenGL. Entwickelt dafür ein Verständnis, besonders wichtig halte ich dabei das Verständnis für die OpenGL Rendering Pipeline. Ohne das, ist meines Erachtens kein Spiel wirklich sinnvoll programmierbar. Danach folgt die Computergrafik. Einfache Algorithmen (Shadow Mapping/Shadow Volumes, Bounding Volume Hierarchies, Clipping usw.), aber auch vor allem die lineare Algebra (Skalarprodukt und Kreuzprodukt sind meines Erachtens die wichtigsten Möglichkeiten, die dauerhaft verwendet werden...Stichwort: Normalen) sollte nicht zu kurz kommen.
Sind diese Dinge verstanden, so denke ich, dass man damit schon eine Menge anfangen kann. Unterschätzt dies aber nicht, denn nicht umsonst lernen wir in unserem Studiengang 5 Jahre dafür um lediglich die Grundlagen zu beherrschen. Das heißt nicht, dass jeder der bei uns ein Diplom erwirbt, auch wirklich ein Spiel programmieren könnte, auch wenn dies Ziel oder Bestandteil mehrerer Vorlesungen ist. Da Viele aber eher in die (medizinische) Bildverarbeitung gehen, muss man als Computervisualistik-Student nicht unbedingt das Interesse für Spiele aufbringen.
Demnach ist ein Diplom wenig wert, wenn man nichts dafür tut. Wenn du, Markus, das Geld dafür ausgeben willst, dann verstehe ich das. Denn es ist eine Chance diese Dinge zu erlernen und das gerade so zu können geht nicht. Es ist nicht wie Webdesign, das sich fast jeder nebenher aneignet. Dafür ist es viel zu mathematisch, was aber auch auf der anderen Seite seinen Reiz hat, eine Herausforderung ist. Mit nebenbei 2 Jahre ist es nicht getan, auf gar keinen Fall sogar. Dann hätte ich das Studium auch nebenbei machen können. Aber wer wirklich die Motivation aufbringt, dieses sehr schwierige Gebiet der Informatik zu erlernen, der schafft es auch in dieser Zeit, alleine die Schule bringt es jedoch auf gar keinen Fall! Daher ist auch nicht die Bescheinigung relevant Andy, sondern das, was Markus danach kann. Und wenn er es wirklich lernen will, dann schafft er das auch. Da bin ich mir sicher. Obs das Geld wert ist, ist eine andere Frage, aber tiefergreifendes Wissen hat seinen Preis und auch die Literatur (meist englisch) dazu ist nicht gerade günstig.
Ich hoffe das hilft dir weiter ProGam3r. Viel Erfolg beim Lernen und nicht aufgeben...
Lg,
Manuel
P.S. @Andy: Vertu dich da nicht. Sogar für den Bachelor of Art sollte ich damals gute 12000 Euro bezahlen und das, was man da gelernt hat, war es bei weitem nicht wert. Daher hab ich das gelassen, denn das kann man gut und gern selbst erlernen.