Cinema 4d

How to do Unschärfe (Cinema 4d Tutorial)

Tutorial erstellt von general_Failure in Cinema4D R10, keine Zusatzmodule, letzte Änderung am 21.08.2008

So, mein drittes Tutorial befasst sich mit dem richtigen Einsatz von Unschärfe, da der sich nicht von selbst erklärt.

Schritt 1 : Vorbereitung

Unschärfe entsteht dadurch, dass sich das Auge bzw. die Linse einer Kamera auf einen bestimmten Punkt in einer Szenerie fixiert und daher Objekte, die weiter entfernt oder näher sind, verschwimmen.
Deshalb benötigen wir für dieses Beispiel 3 Objekte: Eines, das im Fokus stehen soll, eines davor und eines dahinter. Ich habe die Szenerie folgendermaßen aufgebaut: Ein Bodenobjekt dient als Ebene, darauf befinden sich eine Standardkugel etwa in der Mitte des Blickfeldes, ein Zylinder im Vordergrund und ein zweiter Zylinder im Hintergrund. Die Kugel wird dann im Fokus stehen, und die Zylinder sollen verschwimmen. Die genauen Werte sind hier nicht wichtig, da es ja um die Unschärfe geht.




Schritt 2 : Einrichtung der Kameras

So, nun erstellen wir die Kamera, aus deren Sicht dann auch das Endergebnis gerendert werden soll.
Also gehen wir auf Objekte --> Szeneobjekte --> Kamera.



Die Kamera übernimmt automatisch den Blickwinkel, den wir aktuell in der 3D-Ansicht besitzen. Mit einem Klick auf das Viereck rechts neben der Kamera können wir die Kamera an die 3D-Ansicht koppeln und sie so genau ausrichten.



Nun benötigen wir eine zweite Kamera, um den Fokus der ersten genau ausrichten zu können. Also einfach die erste Kamera angeklickt, mit Strg+C kopiert und mit Strg+V eingefügt. Nun bei dieser zweiten Kamera wieder auf das Viereck geklickt und so wie auf dem Bild ausgerichtet - der grüne Sichtbereich der ersten Kamera muss gut von der Seite zu erkennen sein, da dieser den Fokus der Kamera symbolisiert.



Die Werte "Unschärfe" vorn und hinten beschreiben nun mit "Start" und "Ende" jeweils, wie weit von der "Zieldistanz", also vom Ende des grünen Kastens entfernt, die Unschärfe anfängt und wo sie ihr Maximum erreicht hat. Je kleiner die Differenz zwischen Start und Ende ist, desto stärker der Anstieg der Unschärfe.
Dies ist besonders bei Objekten, die nah an der Kamera sind, zu empfehlen. Also Makroshots etc. Dies ist nun eine Frage von Try and Error. Einfach mal einen Testwert angeben. Die Zieldistanz ist bei mir 862m, Werte habe ich wie angegeben verwendet.
Generell sollte die hintere Unschärfe eine größere Differenz besitzen als die vordere, da die vorderen Objekte wegen ihrem geringeren Abstand zur Kamera stärker verschwimmen.




Schritt 3 : Rendereinstellungen

Nun können wir die erste Kamera wieder anwählen (Klick auf das Viereck). Wenn wir nun rendern, passiert aber nicht viel... Wie kommt das? Ganz einfach: In den Rendervoreinstellungen müssen wir noch unter "Effekte" den Posteffekt "Tiefenunschärfe" auswählen. Dort können wir zusätzlich noch verschiedene Eigenschaften aktivieren.



Ich stelle zu guter Letzt ein paar dieser vor:
Die Tiefenunschärfe ist die ganz normale Unschärfe, Hintergrundunschärfe zeichnet zusätzlich Hintergrundbilder, Skyboxes etc. weich. Radiale Unschärfe benutze ich immer mit einem kleinen Prozentsatz, da sie die Unschärfe kreisartig abrundet. Der Autofokus ist mir weitgehend unbekannt, und der Gradient lässt es zu, den Stärkezunahmeverlauf der Unschärfe mit farbigen Schiebereglern festzulegen. Dieser sollte praktisch immer verwendet werden, da er eventuelle scharfe Kanten im unscharfen Bereich entfernt.



Ich hoffe, ich konnte euch dabei helfen, die Unschärfe besser zu verstehen und in künftigen Projekten sinnvoll zu nutzen, denn sie ist ein starker Partner bei dem Streben nach Realismus.
Hier mein Endprodukt mit Materialien:



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