Fotografie

Führende RAW-Konverter im Vergleich (Fotografie Tutorial)

Tutorial erstellt von David, letzte Änderung am 30.06.2007

EINLEITUNG


WAS SIND RAW-FILES?


Das meistverwendete Bildformat ist heute JPEG, dessen Vorteile ganz klar im hohen Komprimierungsfaktor liegen. Doch dies führt auch zu einem starken Qualitätsverlust, was vielleicht bei Schnappschüssen nebensächlich ist, doch im Profibereich ist JPEG nicht zu gebrauchen, auch, weil die Daten bereits in der Kamera bearbeitet werden. Werte für den Weißabgleich, Schärfe, Kontraste, Rauschunterdrückung und ähnliches werden bereits vorweg in der Kamera bearbeitet und sind später nur schwer oder gar nicht rückgängig zu machen.
TIFF war bis vor kurzem das führende Format im Profibereich, doch es bietet gegenüber dem RAW Format keinerlei Vorteile und erzeugt doch entscheidend größere Daten.
RAW steht für roh, unbearbeitet und erlaubt sämtliche Korrekturen im Nachhinein, teilweise verlustfrei, teilweise verlustbehaftet, was es zum flexibelsten Format macht.


JPEG ODER RAW?


RAW hat viele Vorteile gegenüber JPEG.

• Die JPEG Komprimierung erzeugt unschöne Artefakte
• JPEG kann nur 8 Bit ausgeben, RAW hingegen 12 Bit, was sich besonders bei  
  starken Korrekturen auswirkt, da mit 12 Bit Farbtiefe wesentlich mehr Tonwertezur Verfügung stehen.
• Da die Daten nicht in der Kamera verarbeitet werden, erfolgt der
  Speichervorgang schneller und die Leistung des PCs oder MACs ist wesentlich höher
  als die der Kamera.
• Im JPEG Format wird das Foto bereits in der Kamera stark bearbeitet,
  Schärfe, Weißabgleich, Rauschunterdrückung etc.) was bereits zu einem
  Verlust an Qualität führen kann. Im RAW Format sind all diese Einstellungen
  später in diversen RAW Konvertern möglich.
• In RAW Files werden zusätzlich verschiedene Informationen zur Kamera, den
  Einstellungen und der Aufnahme selbst in so genannten EXIF-Dateien  
  gespeichert.


WELCHER RAW-KONVERTER?


Es gibt bereits eine Fülle von verschiedenen RAW Konvertern auf dem Mark und jeder Kamerahersteller bietet speziell für seine Kamera eigene RAW Konverter an. Canon bietet hier Canon Digital Photo Professional (DPP) und Canon EOS Viewer Utility (EVU) an. In Adobe Photoshop CS und CS2 ist ebenfalls ein RAW Konverter, der Adobe Camera RAW (ACR), enthalten. Ebenfalls als sehr gut gelten Capture One von Phase One, Nikon Capture von Nikon, Bibble von Bille Labs und RawShooter von Pixmantec.
Welche RAW Formate von den diversen Konvertern verarbeitet werden können ist unterschiedlich. Programme von Nikon, Canon oder Olympus unterstützen nur ihr jeweiliges, kameraeigenes Format, wo hingegen Adobe Camera RAW die meisten dieser Formate lesen und verarbeiten kann. Abhilfe schafft hier ein ebenfalls von Adobe produziertes Programm, der DNG-Konverter. Damit ist es möglich, alle gängigen Formate in das allgemein gültige DNG-Format umzuwandeln. Es wird angestrebt, DNG als Standard durchzusetzen, um in Zukunft Probleme mit verschiedenen Formaten vermeiden zu können.
Welcher RAW Konverter der Beste ist, hängt von den jeweiligen Anforderungen und der Arbeitsweise ab. Dennoch haben manche gewisse Vor- oder Nachteile, die ich hier aufdecken möchte.


FARBMANAGEMENT


Farbmanagement ist ein extrem großes und umfangreiches Themengebiet, dass ich hier nur am Rande behandeln möchte.
Beim Farbmanagement geht es darum, dass die Farben, die am Computer und im Druck dargestellt werden, denen entsprechen die bei der Aufnahme gesehen wurden. Ohne funktionierendes Farbmanagement sind jegliche Korrekturen der Farbwerte in einem Foto zum Großteil ein Glücksspiel.


Farbtiefe

Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Farbtiefen, die für die Verarbeitung von Fotos relevant sind, den 8 Bit und den 16 Bit Modus (entsprechend 1 oder 2 Byte). Mit 16 Bit wird zwar doppelt so viel Speicher benötigt, doch man erhält wesentlich mehr Farbwerte, die für wirklich gute Qualität unumgänglich sind. Außerdem sind moderne Rechner ohne Probleme in der Lage, diese Datenmengen zu verarbeiten.
Erhält man mit 8 Bit lediglich 256 Farbabstufungen einer Farbe, so sind es bei 16 (eigentlich nur 15 + 1 Vorzeichenbit) bereits 32768 Farbwerte.
Für die meisten Anwendungen sowie für den Druck müssen die Dateien zumeist in 8 Bit geliefert werden, da die meisten Ausgabegeräte lediglich mit 256 Werten einer Grundfarbe arbeiten können.
Werden aber Änderungen am Weißabgleich, der Gradationskurven oder dem Tonwertumfang vorgenommen, entstehen durch Neuberechnungen Rundungsfehler. Hier schaffen die 16 Bit eine Reserve, um den Qualitätsverlust auszugleichen. Daher sollte immer im 16 Bit Modus gearbeitet werden, so lange es möglich ist, und erst am Ende der Verarbeitung in den 8 Bit Modus heruntergerechnet werden.


Farbräume

Farbräume bilden die Gesamtheit von Farben, die ein Monitor oder Drucker darstellen kann. Jedes Gerät hat seinen eigenen, speziellen Farbraum, was selbstverständlich zu Problemen führt, da jeder Farbraum unterschiedliche Eigenschaften hat. Es ist daher wichtig, immer die Richtigen Farbräume zu verwenden, die entweder als Standard verfügbar sind (sRGB, Adobe RGB etc.), oder als individuelle Farbräume des jeweiligen Ausgabegerätes zur Verfügung stehen.


Kalibrierung

Bei der Kalibrierung des Monitors werden der Weißpunkt, das Gamma, und die Luminanz so angepasst, dass sie der Norm entsprechen, sodass die Farben und Helligkeitswerte die am Bildschirm dargestellt werden, den tatsächlichen Werten entsprechen. Einerseits gibt es die Möglichkeit einer Softwarekalibrierung, die beispielsweise über das in Photoshop integrierte Plug-In Adobe Gamma erfolgen kann, oder die, einer Hardwarekalibrierung, die wesentlich bessere und genauere Ergebnisse liefert. Dazu ist zwar ein Kalibrierungsgerät notwendig, doch ist es im Profibereich unablässig den Monitor regelmäßig, das heißt etwa alle zwei Wochen, zu kalibrieren.
Außerdem muss beachtet werden, dass Bildschirme nicht von direktem Licht, sei es Tages oder Kunstlicht, beschienen werden, da dass die Wahrnehmung der Farben und des Kontrastes beeinflusst.


DIE WICHTIGSTEN KORREKTUREN IM RAW-FORMAT



Weißabgleich

Ein korrekter Weißabgleich ist entscheidend für gute Ergebnisse. In diversen RAW Konvertern stehen dafür verschiedene Werkzeuge zur Verfügung, wobei generell zwei Arten unterschieden werden. Zum einen die Graubalance, wo durch anwählen eines Bereiches im Bild, dieser als neutral angesehen wird, und das Bild angeglichen wird, zum anderen die Einstellungsmöglichkeit über Regler.
Beim korrigieren der Wissbalance muss man aber darauf achten, nicht immer, ohne darüber nachzudenken, neutral zu filtern, denn im Abendlicht gemachte Aufnahmen sind nun einmal wärmer in den Farben, was auch die typische Abendstimmung ausmacht. Daher ist es empfehlenswert die Tages und auch die Jahreszeit zu berücksichtigen. Dazu können auch die in den EXIF Dateien gespeicherten Kameradaten herangezogen werden, in denen der Zeitpunkt der Aufnahme erfasst ist.


Tonwertumfang und -Korrektur

Ein optimaler Tonwertumfang ist entscheidend für gute Ergebnisse, in der Schwarz-Weiß Fotografie ist ein perfekter Tonwertumfang noch wichtiger, als in der Farbfotografie. Wichtig sind fließende, weiche Tonwertübergänge, die richtigen Werte für Belichtung, Helligkeit, Kontrast, Lichter, Tiefen, Weißpunkt und Schwarzpunkt. Diese beiden Punkte benennen die hellste und die dunkelste Stelle im Bild.
Jeder gute RAW Konverter bietet die Möglichkeit eines Belichtungsausgleichs, meist in Verbindung mit einem Histogramm oder Ähnlichem. Zudem können über –oder unterbelichtete Bereiche speziell gekennzeichnet werden. Hier gilt zu beachten, dass Unterbelichtungen wesentlich leichter zu korrigieren sind, als Überbelichtungen, was bereits bei der Aufnahme mittels des Kamerahistogramms überprüft werden sollte.
Um Tiefen aufzuhellen eignen sich die Kurven, wie sie in den meisten RAW Konvertern vorhanden sind (ähnlich der Gradationskurven) nur bedingt. Besser geeignet sind die speziellen Tiefen/Lichter Regler in Adobe Camera RAW oder das Fill Light des RawShooters.
Es ist aber wichtig, das Foto nicht nur nach dem Histogramm zu beurteilen, sondern auch den visuellen Eindruck zu berücksichtigen.


Farbkorrekturen

Der Weg zu perfekten Fotos führt zuerst über einen guten Weißabgleich und anschließend über einen korrekten Tonwertumfang. Die Farben der Aufnahme sind aber neben dem Weißabgleich auch abhängig vom Kameraprofil, der Einstellung der Sättigung und dem Farbregler. Man muss hier zwischen korrekten und ansprechenden Farben unterscheiden, da Portraits beispielsweise in warmen Farbtönen wesentlich ansprechender wirken.


Sonstige Korrekturen

Die meisten der gängigen Konverter bieten eine Vielzahl weiterer Korrekturmöglichkeiten, wie Rauschunterdrückung, Schärfungsfunktionen, Reduzierung oder Entfernung chromatischer Aberration, Ausgleichung von Vignettierung, perspektivische Korrekturen und vieles mehr.


Sonstige nützliche Funktionen

Es gibt viele weitere Funktionen, die das Arbeiten mit RAW Dateien wesentlich erleichtern können. Sehr praktisch ist die Möglichkeit der Batch-Konvertierung, die das automatische Verarbeiten von Bildern ermöglicht. Diese Funktion ist bereits in den meisten Konvertern vorhanden und kann beispielsweise vorherige Korrekturen im Stapel verwalten. Außerdem können Korrekturen gespeichert und später auf andere Aufnahmen übertragen werden.



ADOBE CAMERA RAW (ACR)



Der Adobe RAW Konverter, kurz ACR, war erstmals für Photoshop 7 als Plug-In verfügbar und ist nun fix in das Photoshop CS2 Paket inkludiert. Er dürfte wohl einer der meistgenutzten Konverter sein, da andere Konverter separat besorgt werden müssten, und Photoshop wohl jeder benutzt, der auch einen RAW Konverter benötigt. Zudem ist der ACR Konverter recht fortschrittlich und mit allen nützlichen Funktionen ausgestattet. Dazu gehört auch der Dateibrowser Adobe Bridge, der seit Photoshop CS2 ein eigenständiges Programm bildet. Bridge unterstützt in Kombination mit dem ACR Konverter ein sehr großes Spektrum an RAW Formaten. Da Adobe immer die aktuellsten Kameramodelle berücksichtigt und so alle gängigen Marken und Formate verarbeiten kann, ist der ACR Konverter in diesem Punkt klar im Vorteil.


WORKFLOW



Aufnahmen inspizieren

Adobe Bridge erlaubt verschiedene Möglichkeiten der Darstellung, wobei ich eine Filmstreifenvorschau mit großer Vorschau bevorzuge. Mit der vorhergehenden Version des Adobe RAW Konverters musste jedes individuell zu bearbeitende Foto einzeln geöffnet werden, um es bearbeiten zu können.  Seit ACR 3 ist es Möglich mehrere Aufnahmen gleichzeitig in Konverter zu öffnen, um schnell zwischen den Aufnahmen wechseln zu können.
So können bereits nach einer ersten Selektion mittels des Bewertungssystems in Bridge, die restlichen Aufnahmen in ACR geladen, betrachtet und bearbeitet werden. Auch hier können nicht zu gebrauchende Fotos noch ausgemustert und gelöscht werden.


Interface

Das Interface von ACR ist sehr übersichtlich und ermöglicht eine recht große Vorschau der Aufnahme. Die Funktionen sind recht selbsterklärend und leicht zugänglich.



Das Standardinterface des ACR 3

Das Histogramm in ACR zeigt alle Farbkanäle gleichzeitig, wobei auch kombinierte Kanäle, wie der Grün- und Blaukanal (cyan), Rot- und Grünkanal (gelb) und Rot- und Blaukanal (magenta) dargestellt werden.


Das RGB-Histogramm des ACR Konverters


Die Toolbar des ACR 3

Die Toolbar oben links, bietet alle wichtigen Werkzeuge des Konverters. Die Lupe und die Hand Werkzeuge sind exakt die Selben, wie in Photoshop selbst und können auch über die Shortcut- Befehle „Z“ und Leertaste angewählt werden. Auch die „An Fenster anpassen“ -Funktion (strg+0) ist ebenfalls in ACR verfügbar.
Die beiden Pipetten Weißbalance-Werkzeug (I) und Farbaufnahme-Werkzeug (S) sind ebenfalls sehr nützliche Tools. Das Farbaufnahme-Werkzeug erlaubt es, Messpunkte festzulegen, und die Farbewerte zu speichern. Diese Funktion ist äußerst nützlich, wenn mehrere Bereiche des Bildes für die diversen Korrekturen „überwacht“ werden sollen. Sie können, per klick auf „Aufnehmer löschen“ wieder entfernt werden
Das Weißbalance-Werkzeug wird später im Kapitel „Weißbalance“ angesprochen.
Das seit ACR 3 verfügbare Freistellen-Werkzeug ist ebenfalls genau das Selbe wie in Photoshop, wobei hier gewählt werden kann, in welchem Verhältnis, oder ob frei skaliert werden soll.
Um schräge Bilder wieder gerade zu stellen, kann entweder das Freistellen-Werkzeug verwendet und gedreht werden, oder einfacher, man verwendet die Funktion Ausrichten. Damit wird einfach eine Linie zwischen zwei Punkten gezogen, die eine gerade bilden sollen und es wird automatisch der passende Ausschnitt und Winkel gewählt.
In der Toolbar stehen außerdem Drehwerkzeuge zur Verfügung, die allerdings selbsterklärend sind.
Im Unteren Bereich des ACR Interfaces befinden sich die Workflow-Optionen, die per Klick ein- oder ausgeblendet werden können. Hier kann man die Fotos direkt in einen bestimmten Farbraum umrechnen, die Farbtiefe einstellen, und die Größe und Auflösung der Dateien bestimmen.

Prinzipiell gibt es in ACR 3 zwei verschiedene Modi: Einfach und Erweitert, wobei hier nur auf den Erweiterten eingegangen wird, da er für Professionelle Korrekturen unumgänglich ist. Im erweiterten Modus stehen 5 Rasterkarten zur Verfügung.

• Anpassen:  
Die wichtigsten Korrekturen wie Weißabgleich, Farben, Belichtung etc. sind hier zu finden.

• Details:
Hier finden sich Korrekturmöglichkeiten für Schärfe und Rauschen.

• Blende:
Dieses Fenster beinhaltet Korrekturmöglichkeiten für Objektivfehler, das heißt für Vignettierung und chromatische Aberration.

• Kurve:
Die Kurve ist erst seit ACR 3 verfügbar und bietet die Möglichkeit die Helligkeitswerte und Kontraste des Bildes mittels einer Kurve zu Korrigieren.

• Kalibrieren:
Mittels Farbtonkorrekturen ist es Möglich, das Bild entweder neutral zu filtern, oder spezielle Effekte zu erzielen.


DIE WICHTIGSTEN KORREKTUREN



Weißbalance

Wie bereits angesprochen, ist die Weißbalance einer der wichtigsten Schritte der RAW Konvertierung, da die Farben, die auch die Stimmung des Bildes beeinflussen, beeinflusst werden. In ACR 3 wird der Weißabgleich über die beiden Regler Temperatur und Farbton gesteuert.
Der Regler Temperatur verändert die Farben dabei von Blau nach Rot, also von „kälter“ nach „wärmer“, der Farbtonregler von Grün nach Magenta.
Der Wert der Farbtemperatur wird in Kelvin angegeben. Daher kann man sich auch an der Farbtemperatur der bei der Aufnahme benutzen Lichtquelle richten.
Tageslicht hat beispielsweise 5000 bis 5600 Kelvin, eine Glühlampe (je nach Watt) etwa 2600 bis 3000.
Die zuvor kurz erwähnte Pipette Weißbalance-Werkzeug in der Toolbar erfüllt die Funktion eines 1-klick Weißabgleichs. Dazu muss lediglich ein Bereich im Bild gewählt werden, der weiß oder neutral sein soll, und die Korrektur erfolgt automatisch. Sehr nützlich ist es hier, wenn man während des Fotoshootings eine Graukarte fotografiert hat, die genau neutrales grau zeigt, da die Pipette dann hier angesetzt werden, und 100% richtige Ergebnisse liefern kann.
Adobe Camera Raw bietet außerdem Voreinstellungen zur Weißbalance, wie Tages- oder Kunstlicht, wenn beispielsweise kein neutraler Punkt gefunden werden kann, doch sind diese Werte meist nicht befriedigend und einem manuellen Weißabgleich nicht vorzuziehen.


Tonwertumfang optimieren

Um die Tonwerte eines Bildes zu korrigieren gibt es in ACR viele Möglichkeiten. Zum einen die Regler Belichtung, Tiefen, Helligkeit und Kontrast, zum anderen die Kurve.
Mittels des Reglers Belichtung lassen sich die Werte für die Lichter der Aufnahme einstellen, während der Regler Tiefen die dunklen Stellen des Bildes korrigiert. Hier können die Bereiche im Bild angezeigt werden, die ohne Zeichnung sind, indem während der Korrektur die Alt-Taste gedrückt wird.
Nachdem die Belichtung und die Tiefen richtig eingestellt wurden, wird die Helligkeit und der Kontrast korrigiert, wobei diese Korrekturen meines Erachtens besser in Photoshop oder mit der Kurve gelöst werden können.


Bildschärfe und Rauschunterdrückung

Unter dem Reiter Details sind die Optionen zu Schärfung und Rauschunterdrückung zu finden. Die Schärfungsfunktion in ACR ist nicht die Selbe wie in Photoshop und in meinen Augen auch nicht so leistungsstark. Man sieht erst mit starkem Zoomfaktor Auswirkungen, und die sind meist eher körnig als wirklich Scharf. Außerdem sind Schärfungen generell erst nach Bearbeitungen durchzuführen, da sonst Bereiche scharf, andere unscharf sein können.
Die Funktion der Rauschunterdrückung funktioniert hingegen Problemlos und ziemlich effizient. Der Regler Luminanzglättung entfernt hierbei körnige Artefakte, wohingegen der Regler Farbstörungsreduktion, wie der Name schon sagt, das bunte Farbrauschen unterdrückt. Dieser Regler ist allerdings mit Vorsicht zu genießen, da er auch feine, bunte Muster zerstören kann.


Objektivfehler korrigieren

Unter dem Reiter Blende finden sich die Möglichkeiten zur Korrektur von Objektivfehlern, nämlich der chromatischen Aberration und der Vignettierung. Billige, minderwertige Objektive zeigen oft bunte Farbsäume an Kanten und Ecken, da Lichtstrahlen mit unterschiedlicher Länge, unterschiedliche Brechzahlen haben, und so nicht in einem Punkt fokussiert werden. Mit den Reglern Rot/Cyan-Farbränder und Blau/Gelb-Farbränder lassen sich eben diese sehr leicht und wirksam unterdrücken.
Auch der Vignettierung, die durch den Lichtabfall an den Rändern von Fotos (speziell bei minderwertigen Weitwinkelobjektiven) entsteht, kann effizient entgegen gewirkt werden. In dieser Rubrik leistet ACR 3 wirklich gute Arbeit.


Batch-Konvertierung

Zur Batch-Konvertierung in ACR 3 gibt es zum einen die Möglichkeit, Einstellungen  einzelner Bilder zu speichern und bei anderen Aufnahmen wieder zu laden. Diese Funktion ist sehr nützlich, da so mehrere „Bearbeitungsstandards“ gespeichert und jederzeit auf eine beliebige Anzahl von Aufnahmen übertragen werden kann.



Zudem gibt es die Möglichkeit, die vorhergehende Konvertierung auf die markierten Aufnahmen zu übertragen, was sehr praktisch ist, wenn viele Aufnahmen ähnliche Werte aufweisen.
Sind alle zu bearbeitenden Bilder in ACR geöffnet, kann auch eines der Bilder bearbeitet werden, danach die zu konvertierenden markiert, und per Klick auf Synchronisieren angeglichen werden.
Per Rechtsklick auf markierten Aufnahmen und Camera Raw-Standards, kann der Originalzustand der Fotos jederzeit wiederhergestellt werden.
Die Stapelverarbeitung in ACR gestaltet sich also sehr einfach, und auch die Geschwindigkeit, mit der die Aufnahmen abgefertigt werden, ist durchaus vertretbar.



RAWSHOOTER ESSENTIALS (RSE)



Der RawShooter Essentials  der Firma Pixmantec erst seit 2005 (nur für Windows) erhältlich und kann gratis aus dem Internet herunter geladen werden. Dafür, dass dieser Raw Konverter erst so jung und gratis ist, ist er erstaunlich hochwertig, was daran liegt, dass er von denselben Entwicklern wie Capture One produziert wird. Im Gegensatz zu Capture One, einer der weitest entwickelten Konverter ist sehr komplex und daher wird versucht, mit RSE einen schnellen, einfach zu bedienenden Konverter zu erschaffen, der aber doch perfekte Konvertierungen erstellen kann.
Seit Anfang des Jahres ist auch eine Premium Version erhältlich, welche zusätzliche Funktionen zur Objektivfehlerkorrektur und andere spezielle Funktionen beinhaltet.



Das Interface des RawShooter Essentials


WORKFLOW



Aufnahmen inspizieren

Im Gegensatz zu Adobe Camera Raw zeigt der RawShooter in seinem integrierten Dateibrowser ausschließlich RAW Dateien an. Außerdem erlaubt der RSE eine Diashowfunktion in der die Aufnahmen schnell begutachtet und auch bewertet werden können. Mittels der Zahlen von eins bis drei oder einer Flagge können die Fotos bewertet, oder mit Klick auf den Papierkorb gelöscht werden. Wobei das nicht bedeutet, dass sie wirklich gelöscht sind – sie stehen weiter unter dem Papierkorb-Reiter zur Verfügung. Um sie endgültig zu löschen, klickt man auf den Papierkorb in der oberen Toolbar.
Der Ordnerbrowser links erlaubt das schnelle durchsuchen der Festplatten, wobei oft benötigte Ordner per Drag&Drop einfach zu den Favoriten hinzugefügt werden können.


Der Ordnerbrowser mit Favouritfunktion

Batch-Konvertierung

IN RSE ist es jederzeit Möglich, RAW Dateien im Hintergrund in ein anderes Dateiformat zu konvertieren. Dazu werden die zu konvertierenden Bilder selektiert und der Zahnräder-Button in der oberen Toolbar gewählt. RSE beginnt nun automatisch mit der Konvertierung und öffnet die Fotos anschließend in einem gewählten Programm, meist Photoshop. Die Einstellungen zur Konvertierung finden sich unter dem Reiter Batch convert. Hier ist es wichtig den richtigen Farbraum, sowie die Größe und Auflösung und das Dateiformat zu wählen. Außerdem kann hier gewählt werden, in welchem Programm die konvertierten Aufnahmen geöffnet werden sollen, oder ob dies überhaupt nicht geschehen soll. Mit Klick auf den Button „Naming and output location…“ lassen sich der Speicherort sowie das Namensschema der Dateien wählen.


DIE WICHTIGSTEN KORREKTUREN



In RSE steht nur ein Reiter für Korrekturen zur Verfügung, der Reiter Correct.
Hier steht außerdem eine eigene Toolbar zur Verfügung, deren Funktionen sehr nützlich sein können. Von links nach rechts erfüllen die Icons folgende Funktionen:
• Kopiert die aktuellen Einstellungen in die Zwischenablage, sodass sei auf andere
  Bilder angewandt werden können.
• Die Weißbalancepipette.
• Setzt die Weißbalance wieder auf den Wert zurück, den die Kamera geliefert hat.
• Auto-Weißabgleich und Auto-Belichtung.
• Die Korrekturen werden zurückgesetzt
• Die letzten Korrekturen werden wieder hergestellt.

Direkt links neben dieser Toolbar befindet sich ein weiterer Button. Mit diesem Button, können Snapshots erstellt werden. Das heißt, die aktuellen Einstellungen werden in eine externe Datei gesichert und stehen nun unter dem Registerblatt 1 zur Verfügung. Nun können völlig andere Einstellungen, beispielsweise ein Schwarz-Weiß Bild, erzeugt werden. Über die Reiter 1 und 2 sind nun die Beiden Varianten des Bildes jederzeit zugänglich.


Weißbalance

RSE bietet, ebenso wie der ACR Konverter die beiden Regler Color Temperature und Tint. Sie funktionieren genauso wie in dem Konverter von Adobe, wie auch die Weißbalancepipette, wobei hier eine Vorschau in Echtzeit dargestellt wird, was durchaus sinnvoll ist.


Tonwertumfang optimieren

In diesem Bereich arbeitet der RSE etwas anders als der ACR Konverter. Die Helligkeits- und Kontrastwerte werden über die vier Regler Exposure compensation, Fill Light, Shadow contrast und Highlight contrast gesteuert. Diese Regler Funktionieren wie folgt:

• Exposure compensation:
  Dieser Regler steuert die allgemeine Helligkeit des Bildes und erfüllt somit die
  gleiche Aufgabe wie der Regler „Helligkeit“ in ACR 3.

• Fill Light:
  Dieser Regler ist recht außergewöhnlich doch auch sehr sinnvoll, denn er
  Reguliert nur die Helligkeitswerte der dunklen Töne, sowie der dunkleren
  Mitteltöne.

• Shadow contrast:
  Hier werden die Kontraste der Tiefen gesteuert.

• Highlight contrast:
  Die Kontraste der Lichter werden mit diesem Regler korrigiert.

Die Auswirkungen dieser Regler lassen sich im Histogramm sehr schön verfolgen, wobei die Darstellung des Histogramms per klick geändert werden kann. Außerdem werden bei gedrückter strg-Taste ausreißende Lichter (rot) als auch Tiefen (blau) angezeigt.
Die Sättigungsfunktion in RSE ist meiner Meinung nach wesentlich besser als die in ACR 3. Sie geht sanfter vor und erzeugt nicht derart grelle Farbtöne.


Der Reiter "Correct"

Bildschärfe und Rauschunterdrückung

Die Regler, die die Funktionen Schärfen und Rauschunterdrückung erfüllen, sind bei Zoomfaktoren unter 100% ausgegraut, können aber trotzdem verwendet werden. Dies ist auch sinnvoll, denn in geringeren Zoomfaktoren ist hier kaum eine Veränderung zu sehen und nicht zu beurteilen. Hier gilt aber auch, dass das Schärfen erst am Ende aller Bearbeitungsschritte erfolgen sollte. Daher ist dieser Regler ebenso mit Vorsicht zu genießen. Der Wert 0 Heißt hier nicht, dass nicht geschärft wird, jedoch in einem geringen Maße, das natürlich wirkt und später nicht zu Problemen führt.
Wie schon gesagt, finde ich den Schärfungsalgorithmus des ACR Konverters relativ unbefriedigend, wohingegen der des RSE wirklich beeindruckend ist. Auch hier erscheinen logischerweise die Auswirkungen des Rauschens stärker, jedoch sind diese nicht so stark wie im ACR Konverter. Zudem leisten die drei verleibenden Regler Detail extraction, Noise supression und Color noise supression wirklich erstklassige Dienste. Detail extraction kann mit Werten von 0 bis 100 Details hinzufügen und so noch mehr schärfen, oder mit Werten von -100 bis 0 Details entfernen, wovon natürlich auch die Schärfungsartefakte betroffen sind. Natürlich muss hier vorsichtig vorgegangen werden, um nicht sämtliche Details zu verlieren. Der Wert sollte -25 nur selten unterschreiten. Besser geeignet um das Bildrauschen zu unterdrücken ist der Regler Noise supression. Er entfernt genau diese unerwünschten Artefakte. Color noise supression hingegen wirkt dem Farbrauschen sehr effizient entgegen, wobei hier genauso vorsichtig vorgegangen werden muss wie in ACR 3, um keine feinen Muster zu zerstören.



CAPTURE ONE (C1)



Capture One der Firma Phase One ist einer der am weitesten Entwickelten RAW Konverter und ermöglicht daher sehr viele Arbeiten, bis auf Retusche und dergleichen, bereits hier durchzuführen. Zudem unterstütz C1 ein sehr breites Spektrum an Formaten.
Das Interface von Capture One wäre an sich recht übersichtlich und gut strukturiert, jedoch ist es relativ „steif. Beispielsweise kann zwar die Anordnung per F8 zwischen hoch- und Querformat geändert werden, jedoch ist die manuelle Verschiebung der Paletten nicht möglich, was ich recht unpraktisch finde. Außerdem finde ich die Handhabung sehr unintuitiv.


Das Interface des Capture One RAW Konverters.


Aufnahmen inspizieren

Die Aufnahmen können auch hier einfach und schnell über den Ordnerbrowser erreicht werden. Capture One erstellt die Vorschaubilder recht schnell und auch die Änderungen, die Vorgenommen werden, werden sehr schnell angezeigt. Per strg+T können sie markiert werden, jedoch bietet C1 hier leider nur die Möglichkeit „markiert“ oder „nicht markiert“.
Natürlich steht auch hier ein Histogramm zur Verfügung, dass auch die RGB Kanäle darstellt.


Weißbalance

Capture One bietet sowohl die WB-Pipette mit Echtzeit Vorschau, als auch die beiden üblichen Regler der Temperatur und des Farbtons und unterscheidet sich damit nicht von den anderen RAW Konvertern. Zur weiteren Farbkorrektur bietet C1 einen Farbkreis mit dem Farbstiche recht einfach und schnell eliminiert werden können.


Tonwertumfang optimieren

Capture One erlaubt das Korrigieren von bis zu 2,5 Blendenwerten. Auch hier lassen sich die über- oder unterbelichteten Stellen anzeigen (F5), wobei auch das Histogramm immer im Auge behalten werden sollte. Leider stehen hier aber nur die Regler Belichtungskorrektur, Kontrastkorrektur und Sättigung zur Verfügung, was die Möglichkeiten doch sehr stark einschränkt. Natürlich kann aber noch immer mit der üblichen Kurve korrigiert werden.


Bildschärfe und Rauschunterdrückung

Das Schärfungswerkzeug in C1 benutzt denselben Algorithmus wie ACR oder Photoshop selbst und sollte daher nur sehr vorsichtig eingesetzt werden. Hier ist Bibble oder der RawShooter klar überlegen. Dies gilt auch für die Rauschunterdrückung, die nur sehr Unzufriedenstellende Wirkung zeigt.


Batch-Konvertierung

Wurde ein Bild bearbeitet können die Einstellungen per einfachem Klick auf den Button „Diese Einstellungen auf ausgewählte Daten übertragen…“ auf weitere Fotos angewandt werden. Dieser Prozess geht in C1 extrem schnell von sich.
Unter dem Reiter Prozess findet man die Voreinstellungen zur Konvertierung wie Farbtiefe, Farbraum und Auflösung. Per Klick auf den Button Entwickeln werden die markierten Bilder im Hintergrund konvertiert und es kann weiter gearbeitet werden, was einen schnellen Workflow begünstigt.


BIBBLE



Bibble ist ein relativ alter RAW Konverter und ist derzeit als Version 4 in einer Pro- und einer Light Version erhältlich. Dieser RAW Konverter ist berühmt für seien Schnelligkeit bei der Stapelverarbeitung und mittlerweile unterstützt Bibble einen Großteil der digitalen Spiegelreflexkameras.
Bereits beim ersten start von Bibble wird man positiv überrascht, wenn man durch ein kurzes Setup geleitet wird, dass einem sehr leicht und praktisch ermöglicht das Interface seinen persönlichen Bedürfnissen anzupassen.
Der Workflow in Bibble ist in meinen Augen recht gewöhnungsbedürftig, da die Menüs ziemlich unübersichtlich gestaltet sind. Zu bemängeln ist auch die Geschwindigkeit mit der die große Vorschau der Bilder erzeugt und aktualisiert wird.


Das Bibble 4 Interface


DIE WICHTIGSTEN KORREKTUREN


Bemerkenswert an Bibble ist, dass es auch JPEG Dateien verarbeiten kann, was aber natürlich aufgrund der 8 Bit Farbtiefe und der JPEG Komprimierung trotzdem nicht zu empfehlen ist.

Weißbalance

Bibble arbeitet ebenso wie die meisten anderen professionellen RAW Konverter mit den beiden Reglern Temperature und Tint oder der Weißbalancepipette, die sich in der oberen Toolbar befindet. Die Farben können auch recht gut mittels der Regler für R, G, B unter Color geregelt werden.


Tonwertoptimierung

Hier leistet die Kurve gute Dienste, die sowohl in RGB als auch in jedem Kanal einzeln korrigiert werden kann. Sehr praktisch dabei ist das Histogramm im Hintergrund, auf das immer geachtet werden sollte, um das ausreißen der Tiefen und Lichter zu verhindern. Hier kann auch die Warnung zur Überbelichtung aktiviert werden, um Spitzlichter anzuzeigen. Allerdings fehlt hier leider die schnelle Überprüfung dieser Stellen wie in RSE oder ACR per Tastendruck. Die Farben können auch recht gut mittels der Regler für R, G, B unter Color geregelt werden.


Bildschärfe und Rauschunterdrückung

Diese Funktionen Finden sich unter dem Reiter Detail.
Der Schärfungsalgorithmus in Bibble ist, wie ich finde, sehr gut. Er lässt kaum Artefakte entstehen und erlaubt so, leichte Schärfungen ohne schlechtes Gewissen durchzuführen.
Bibble verwendet zur Rauschunterdrückung das Tool Noise Ninja das in diesem Bereich wirklich exzellent arbeitet.
Unter dem Reiter Misc findet sich die Funktion zur Unterdrückung der chromatischen Aberration, die aber nur sehr dezente Wirkung zeigt.



Batch-Konvertierung

Einstellungen von Bildern lassen sich schnell per copy&paste übertragen.
Sehr praktisch in Bibble ist auch die Funktion der Batch-Queues, mit welchen sich verschiedene Warteschlangen zu Konvertierung erstellen lassen. Beispielsweise eine, die in JPEG konvertiert, eine die in TIFF konvertiert. Bilder können nun den diversen Queues zugewiesen werden, und werden automatisch im Hintergrund konvertiert. Diese Konvertierung erfolgt wirklich sehr schnell.


FAZIT



UNTERSCHIEDE


Interface

Die hier getesteten RAW Konverter sind sich im Aufbau des Interfaces relativ ähnlich. In der Mitte befindet sich die große Vorschau des Bildes, an den Seiten beziehungsweise oben oder unten liegen die Thumbnails sowie der Ordnerbrowser. Es sind alle Programme leicht zu bedienen, und alle Funktionen schnell und leicht zugänglich, ausgenommen Bibble und Capture One.
In Bibble stehen extrem viele Buttons und Regler zur Verfügung und diese sind noch dazu recht unübersichtlich angeordnet, was einem schnellen Workflow doch hinderlich ist und einer recht lange Einarbeitungszeit bedarf. Beim ersten Start von Bibble wird man durch einen kleinen Assistenten geführt, der einem die individuelle Anordnung der Elemente des Interfaces erlaubt, und auch später lassen sich die Elemente des Interfaces frei Verschieben.
Capture One hat wie ich finde das Manko, dass zwar viele Funktionen bereit stehen, aber nicht wirklich intuitiv bedienbar sind.
Adobe Camera Raw ist sehr übersichtlich und strukturiert aufgebaut. Man findet alles dort, wo man es erwartet und die Handhabung der Regler ist sehr einfach.
Leider lassen sich die Elemente nicht frei anordnen, doch sie können ein- und ausgeblendet werden und sind eigentlich automatisch recht passend positioniert.
Das Interface des RawShooters  finde ich sehr sympathisch. Nicht benötigte Elemente können jederzeit mit einem einfach klick aus- und wieder eingeblendet werden. Er ist sehr intuitiv bedienbar und alle wichtigen Funktionen zur Bearbeitung lassen sich leicht finden und bedienen. Die Elemente des Interfaces lassen sich beliebig verschieben.


Geschwindigkeit

Die Geschwindigkeit wurde auf einem Windows Rechner mit aktiven 2,18 GHz, 2 GB Arbeitsspeicher und einer Radeon 9600 Grafikkarte getestet und bewertet.

In Punkto Geschwindigkeit ist der RawShooter eindeutig führend. Er ist in fast allen vier Bereichen in denen es auf Geschwindigkeit ankommt der schnellste getestete RAW Konverter.  Die vier Bereiche sind das Erstellen der Thumbnails, das Laden der großen Vorschau, die Darstellung der Änderungen und die Konvertierung.

Erstellen der Thumbnails:
Hier ist der RawShooter am schnellsten. Er erstellt alle humbnails fast gleichzeitig und das in extrem kurzer Zeit.
Bibble und Capture One sind hier annähernd gleich schnell, wobei beide deutlich langsamer als RSE sind.
Adobe Camera Raw ist eindeutig der Verlierer dieses Aspektes, denn er benötigt sehr lange, um die Thumbnails zu erstellen.

Erstellen der großen Vorschau:
Hier gewinnt der ACR Konverter. Er stellt das Bild augenblicklich in voller Auflösung dar.
RSE lädt das Bild zuerst in einer geringeren Qualität und stellt es im Bruchteil einer Sekunde in voller Auflösung dar.
CO und Bibble laden das Bild zuerst in stark verminderter Qualität, wobei CO dafür zirka eine Sekunde benötigt, Bibble hingegen etwa zwei.

Darstellung von Änderungen:
Der RawShooter stellt Änderungen fast in Echtzeit dar, wobei er während der Korrektur das Bild leicht weich zeichnet um nicht so viele Details darstellen zu müssen.
An zweiter Stelle reit sich hier der ACR Konverter von Adobe ein, der bei der Korrektur keine qualitativen Änderungen vornimmt und dadurch etwas langsamer ist als RSE.
Bibble vermindert hier die Qualität zunächst stark um die Änderungen anzuwenden, jedoch ist er dabei deutlich langsamer als die beiden vorhergehenden Konverter.
Zu guter letzt Capture One, der hier genauso wie Bibble arbeitet, jedoch wesentlich langsamer.

Konvertierung:
ACR ist hier nicht wirklich zu bewerten, denn er arbeitet anders, als die anderen getesteten Konverter. Bei ihm können zwar Einstellungen auf andere Aufnahmen übertragen werden, was verhältnismäßig langsam stattfindet, aber um die Daten wirklich zu konvertieren müssen sie in Photoshop (oder einem anderen Programm) geöffnet und in einem anderen Format gespeichert werden.  Dieser Vorgang ist recht umständlich und stellt ein deutliches Manko des Konverters von Adobe dar.
RSE und Bibble sind hier gleichschnell. Unter den auf meinem Rechner herrschenden Bedingungen konvertieren sie eine Aufnahme in etwa sieben Sekunden.
Ziemlich enttäuschend schneidet auch hier Capture One ab, dass zur Konvertierung eines Fotos etwa 13 Sekunden benötigt.

RSE ist also deutlich der schnellste Konverter vor ACR und Bibble. CO ist der große Verlierer und schneidet wirklich enttäuschend ab, besonders was Konvertierung und Darstellung der Änderungen betrifft.


Workflow und Funktionalität

Bei den wichtigsten Funktionen wie Weißbalance, Tonwertkorrektur, Schärfen und Rauschunterdrückung arbeiten alle Programme sehr ähnlich bis gleich. Die größten Unterschiede gibt es bei der Korrektur der Belichtung.
Hier stellt wie ich finde, der RawShooter die beste Lösung dar. Mit den vier Reglern Exposure compensation, Fill Light, Shadow contrast und Highlight contrast bietet er die Umfangreichsten Möglichkeiten zur Belichtungskorrektur.
Ebenfalls sehr gut gestaltet sich der Workflow der Belichtungskorrektur in ACR. Die vier Regler Belichtung, Tiefen, Helligkeit und Kontrast arbeiten recht gut, wobei hier die Fill Light Funktion von RSE besser arbeitet.
Bibble hat zwar ebenfalls die Fill Light Funktion, jedoch fehlt der Regler zum expliziten ansteuern der Tiefen.
Capture One ist in diesem Punkt ebenfalls recht enttäuschend. Hier stehen nur zwei Regler zur Korrektur der Belichtung zur Verfügung: Belichtungskorrektur und Kontrastkorrektur. Dies ist zur professionellen Bearbeitung eindeutig zu wenig.
In allen getesteten Konvertern gibt es jedoch die Möglichkeit die Belichtung mittels der Kurve zu korrigieren.
ACR bietet neben Bibble, wo diese Funktion zwar existiert, aber nur sehr wenig zufrieden stellend funktioniert, derzeit als Einziger der getesteten Konverter die Möglichkeit Objektivfehler wie chromatische Aberration und Vignettierung zu unterdrücken. In RSE ist diese Funktion beispielsweise nur in der Pro-Version zugänglich.
Bei der Auswahl und Markierung der Bilder ist mir persönlich der RawShooter am sympathischsten. Die Funktionen sind schnell zugänglich und erlauben einen perfekten Workflow.
ACR arbeitet hier in Verbindung mit Adobe Bridge und wie ich meine etwas umständlich, aber dennoch zufrieden stellend.
In Bibble und CO steht nur die Auswahl zwischen „markiert“ und „nicht markiert“ zur Verfügung was eindeutig zu wenig ist, will man differenzierte Selektionen treffen.
Die Batch-Konvertierung Funktioniert in allen Programmen recht ähnlich, wobei RSE, Bibble und CO hier sehr einfach zu bedienen sind. ACR benötigt zu Konvertierung in ein anderes Format Photoshop oder ein anderes Programm, das die RAW Files in JPEG, TIFF oder sonstiges umwandelt.  


Allgemeines Fazit

Mein Allgemeines Fazit fällt eindeutig zu Gunsten des RawSooters von Pixmantec. Diese Software ist nicht nur kostenlos, sondern in meinen Augen auch der beste, derzeit erhältliche RAW-Konverter. Er ist Qualitativ sehr gut, in der Geschwindigkeit unschlagbar, sehr intuitiv und einfach zu bedienen und bietet alle wichtigen Funktionen. RawShooter Premium, die mit ca. 100€ kostenpflichtige Variante des RawShooters bietet etwas mehr Funktionen.
ACR hat leider das Manko, dass er kein eigenständiger Konverter ist, sondern auf weitere Programme, meist Photoshop angewiesen ist, was den Workflow deutlich einschränkt. Da er in Photoshop inkludiert ist, ist er keine Alternative für Benutzer, die Photoshop nicht benötigen. ACR arbeitet aber recht schnell und auch in guter Qualität, besonders wenn man die Schärfungsfunktion nicht nutzt.
Bibble ist meiner Meinung nach sehr unübersichtlich und unstrukturiert, wirkt aber dennoch etwas unprofessionell, besonders was die Batch-Konvertierung betrifft. Zwar ist er Qualitativ recht gut, jedoch ist der Workflow sehr gewöhnungsbedürftig. Zudem bietet er bereits weniger Möglichkeiten zur Korrektur als RSE oder ACR und kostet 130€.
Capture One hat mich ehrlich gesagt sehr enttäuscht, da mir stets gutes von dieser Software berichtet wurde. C1 ist jedoch weder sehr einfach oder intuitiv zu bedienen, noch recht schnell oder qualitativ überragend. Zudem ist C1 mit zirka 500€ verhältnismäßig teuer.

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