Fotografie

Fotografie Zubehör (Fotografie Tutorial)

Tutorial erstellt von Manuel, letzte Änderung am 22.10.2006

Will man die digitale Fotografie wirklich ernsthaft betreiben, so ist ein zusätzliches Equipment unerlässlich. Aber auch als Hobbyfotograf machen bestimmte Investitionen Sinn. Was genau benötigt wird, wie sinnvoll es ist, worauf man achten sollte und wo das Zubehör preislich liegen sollte, möchte ich euch gerne in diesem Artikel bzw. Tutorial näher bringen.

Ich selbst besitze eine Canon EOS300d, wobei sich die hier genannten möglichen Zusätze aber meist auch äquivalent mit einer anderen Kamera verwenden lassen.


Das Stativ

Lohnt sich für

Ein Stativ macht eigentlich für jeden Typ von Fotograf Sinn. Vor allem in geschlossenen Räumen und einer leichten Dämmerung bis hin zur Nacht lassen sich nur schwierig wirklich unverwackelte Bilder schießen. Meiner Meinung nach sollte man ab einer Belichtungszeit von länger als 1/50sec auf ein Stativ wechseln. Menschen mit ruhiger Hand schaffen auch dann durchaus noch gute Fotos, skaliert man diese dann aber auf dem PC werden schnell kleinere Verwacklungen sichtbar.
Ebenfalls Sinn macht die Verwendung in der Makrofotografie, da man dort für gewöhnlich mit einem sehr hohen Brennwert arbeitet und das Bild somit noch schneller verwackelt wird. Bei bewegten Motiven ist ein Stativ dann zu empfehlen, wenn die Bewegung im Foto sichtbar sein soll. Dazu würde nämlich eine längere Belichtungszeit benötigt werden.

Lohnt sich nicht für

Die Verwendung eines Stativs macht wenig Sinn, wenn die Kamera lediglich für Momentaufnahmen mit Blitz und Partyfotos eingesetzt wird. Dort schränkt ein Stativ die Dynamik des Fotografen zu sehr ein, als dass er davon einen Vorteil hätte.

Preis

Preislich sollte ein wirklich gutes Stativ, beispielsweise von Manfrotto, etwa ab 100 Euro erhältlich sein. Weniger stabile und schlechter verarbeitete, aber für Hobbyfotografen ausreichende Stative sollten auch schon für etwa 20-30 Euro zu bekommen sein.

Darauf sollte man achten

Wichtig bei einem Stativ ist das Material. Ein Stativ komplett aus Plastik macht beim ersten Windstoß einen Abflug, ein Stativ komplett aus Metall lässt sich nur sehr mühsam transportieren.
Ebenfalls wichtig ist die Bedienbarkeit. Nach meinen Erfahrungen haben sich folgende „Klapp-Spanner“ als sehr gut erwiesen. Diese lassen sich sehr schnell öffnen und schließen und ermöglichen somit einen schnellen und vor allem einfachen Aufbau des Stativs.

Ist man viel unterwegs, so sollte man unbedingt darauf achten, dass eine Tragetasche für das Stativ vorhanden ist.


Das Objektiv

Bei den meisten SLRs ist direkt ein Objektiv dabei. Bei meiner EOS 300d war beispielsweise ein Canon-Objektiv 18-55mm dabei. Dieses Objektiv ist vor allem für Landschaftsaufnahmen sehr gut geeignet. Wenig bis gar nicht brauchbar ist es für die Makrofotografie, sowie für Aufnahmen mit Schärfentiefe, da die Brennweite dazu nicht ausreichend hoch ist. Sinn macht daher ein Objektiv, das mein bisheriges im Anwendungsgebiet ergänzt. Daher entschied ich mich für ein 70-300mm Objektiv von Sigma.

Lohnt sich für

Vor allem in der Makrofotografie ist ein solches oder ein äquivalentes Objektiv Pflicht. Viele Dinge lassen sich dadurch aus einem ganz anderen Blickwinkel betrachten. Fotografiert man beispielsweise gerne Tiere, so ist eine hohe Brennweite bzw. ein hoher Zoomfaktor nicht zu unterschätzen. Als besonders interessant erweist sich dabei auch das Spiel mit der Schärfentiefe, die vielen Bildern mehr Atmosphäre und Professionalität verpasst.

Lohnt sich nicht für

Ein Zoomobjektiv lohnt sich nicht für Personen, die von Natur aus sehr faul sind, denn mit 2 Objektiven steht ein häufiges Wechseln an der Tagesordnung, da Motive durch beide Objektive meist komplett verschiedene Gestaltungsschwerpunkte erhalten und es sich somit oft lohnt, beides auszuprobieren um zu einem guten Ergebnis zu gelangen.

Preis

Der Preis für ein gutes Objektiv ist nach oben praktisch fast unbegrenzt. Ob ein enorm teures Objektiv nun Sinn macht oder nicht, muss jeder für sich selbst entscheiden. Meine Grenze lag jedoch bei 230 Euro. Wichtig sind viele Preis- und Technikvergleiche. Braucht man wirklich alle Funktionen die das Objektiv besitzt? Worauf kann man verzichten? 300mm Brennweite reichen für den Anfang vollkommen aus. Daher würde ich keinesfalls zu größeren Objektiven raten.

Darauf sollte man achten

Bei einem guten Objektiv gibt es sehr viele Dinge, auf die man achten muss. Dass man für eine gewisse preisliche Grenze jedoch kein perfektes Objektiv erwarten kann sollte jedoch jedem klar sein.
Meiner Meinung nach wichtig ist der Makromodus, der Autofokus, Farbsäume sowie natürlich die Bildqualität und die Schärfe. Ich denke, dass prinzipiell auch preiswertere Objektive durchaus gut sein können, vorausgesetzt man kennt deren Schwächen, die oft am stärksten in der Schärfe besteht.


Der Drahtauslöser

Lohnt sich für

Ein Drahtauslöser macht vor allem dann Sinn, wenn man auch ein Stativ besitzt. Möchte man beispielsweise Aufnahmen bei Nacht machen, so ist ein Drahtauslöser unumgänglich, denn sobald man auf den Auslöser der Kamera drückt, verwackelt das Bild minimal. Alternative dazu ist der zeitliche Selbstauslöser der Kamera, aber da man bei diesem immer ca. 10 Sekunden warten muss, verbraucht dieser nicht nur zusätzliche Akkukapazität, sondern auch sehr viel Zeit und Nerven.

Lohnt sich nicht für

Ist man nicht im Besitz eines Stativs, so macht ein Drahtauslöser natürlich wenig Sinn.

Preis

Preislich sollte ein guter Drahtauslöser nicht mehr als 30 Euro kosten. Dabei reichen auch meist Modelle, die nicht vom Hersteller der Kamera selbst kommen, denn diese sind meist weitaus teurer.

Darauf sollte man achten

Meiner Meinung nach sind Drahtauslöser mit Kabel klar zu bevorzugen. Die bisherigen Auslöser arbeiten fast alle mit Infrarot und wer schon mal versucht hat, sein Handy mit dem Laptop via Infrarot zu verbinden, der wird wissen wie nervig dies sein kann. Dabei sollte man aber klar zwischen 2 verschiedenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Ist man eher derjenige, der gerne Fotos von sich selbst macht, so wäre ein Kabel natürlich sehr hinderlich. Verwendet man den Auslöser aber beispielsweise für Nachtaufnahmen, so würde ich ein Kabel bevorzugen. Dieses muss nicht sonderlich lang sein. 20-30cm Meter reichen dazu meist schon vollkommen aus.
Ebenfalls wichtig für einen Selbstauslöser ist die Funktion des Einrastens. Möchte man beispielsweise ein Bild individuell lang belichten, so wäre es sehr nervig einen Knopf 3 Minuten lang gedrückt zu halten. Oft unterstützen vor allem preiswertere Kameras auch nur Belichtungszeiten bis zu 30 Sekunden, wie beispielsweise meine EOS 300d. Mit diesem Trick und der „bulk“-Einstellung (die Kamera belichtet so lange, wie man den Auslöser gedrückt hält) lassen sich nun aber wesentlich längere Belichtungszeiten erzielen.


Der Ersatzakku

Lohnt sich für

Ein Ersatzakku ist Pflicht, egal ob für Hobbyfotografen oder für „Partyknipser“.
Vor allem lässt sich somit die Akkuhaltbarkeit beider Akkus wesentlich verlängern, da man diese nun verwenden kann bis sie komplett leer sind. Hat man nur einen Akku, so muss man diesen wesentlich öfter aufladen. Ich selbst habe mir direkt 2 Akkus dazu gekauft.

Lohnt sich nicht für

Gibt es jemanden, der gerne auf ein perfektes Foto verzichtet, weil der Akku gerade leer ist? Na wenn, dann lohnt sich ein Ersatzakku genau für diese Person nicht.

Preis

Preislich gibt es auch hier wieder sehr große Unterschiede, bei der Qualität aber weniger. Ich selbst habe mir 2 sehr preiswerte Akkus für jeweils 7 Euro gekauft und zudem halten diese wesentlich länger als der Originalakku von Canon. Bei einem solchen Preis kann man demnach nicht viel falsch machen, da ein Originalakku gut bis zu 100 Euro kosten kann. Ob dieser Preis nun wirklich gerechtfertigt ist, ist eine andere Frage. Meine Meinung: Nein.

Darauf sollte man achten

Optimalerweise sollte der Akku von einem Händler stammen. Sei es bei eBay oder aus einem Fachhandel. So hat man meist noch eine gewisse Garantie. Dass nicht jeder Akku für jede Kamera geeignet ist sollte jedem klar sein. Auch hier gilt es auf die Angaben des Akkuherstellers zu achten und die Akkuform vielleicht mit dem aktuellen Akku zu vergleichen, da diese normalerweise identisch aussehen.
Eine hohe Ladekapazität ist natürlich ebenfalls von Vorteil.


Die Speicherkarte

Lohnt sich für

Eine große Speicherkarte hat Vor –und Nachteile. Zum einen kann man viele Fotos machen, ohne die Arbeit aufgrund eines Speicherkartenwechsels unterbrechen zu müssen. Andererseits haben die großen Speicherkarten mit beispielsweise 2GB einen großen Nachteil. Speicherkarten können jederzeit kaputt werden. Mit einer 2GB Karte kann man beispielsweise ca. 150 Fotos machen. Geht die Karte nun nach einem Shooting kaputt, hat man ein großes Problem. Verwendet man aber vier Karten mit 512MB, und eine dieser Karten macht Probleme, verliert man nur zirka 36 Fotos.
Von Vorteil ist natürlich auch ein Laptop, auf den man die Fotos jederzeit übertragen und sichern kann.  

Lohnt sich nicht für

Eine weitere Speicherkarte lohnt sich nicht für „Wenigfotografierer“, für wen sonst? Es macht aber eigentlich für jeden Sinn, eine zweite Speicherkarte sein Eigen nennen zu dürfen, schon alleine aus dem Grund, dass eine kaputt gehen könnte.

Preis

Zwischen 20 und 150 Euro, je nach Größe, Hersteller und Geschwindigkeit, wobei billige Speicherkarten das große Risiko bergen, kaputt zu werden, wodurch natürlich auch die Fotos verloren gehen können. Hier sollte man nicht sparen.

Darauf sollte man achten

Je nachdem welche Kamera man selbst besitzt, macht häufig eine schnellere Karte Sinn. Die Lese- und Schreib-Geschwindigkeit ist bei der Übertragung der Daten auf den PC natürlich nicht relevant, denn ob die Übertragung nun 5 oder 6 Minuten dauert spielt im Normalfall nun wirklich keine Rolle. Wichtig ist die Geschwindigkeit aber bei Reihenaufnahmen, bei der die Bilder sehr schnell auf der Karte abgespeichert werden müssen. Ebenfalls für die Ansicht der gerade geschossenen Bilder auf dem Kamerabildschirm sind schnellere Karten durchaus empfehlenswert.


Die Filter

Lohnt sich für

Ein Filter lohnt sich vor allem für teure Objektive. Er hat nicht nur den Vorteil, dass er bestimmte Motive zum Teil deutlich aufwertet, sondern zudem schützt er die teure Linse vor Kratzern und Schmutz. Kauft man sich ein teures Objektiv, so sollte man sich einen UV-Filter unbedingt direkt dazu kaufen. Dieser wird einfach vorne auf das Objektiv geschraubt.
Ob Polfilter, Gitterfilter usw. wirklich Sinn machen, entscheidet sich je nach Anwendungsgebiet individuell. Mir selbst reicht ein UV-Filter, der vorrangig dem Schutz meines Objektivs dient.

Lohnt sich nicht für

Ein Filter lohnt sich eigentlich immer dann, wenn man Kratzer und/oder Schmutz auf der eigentlichen Linse vermeiden will, daher fällt mir kein Gebiet ein, in dem ein solcher Filter keinen Sinn machen würde.

Preis

Der Preis für einen guten UV-Filter liegt bei ca. 20 Euro. Diese sind aber durchaus auch wesentlich günstiger zu erhalten.

Darauf sollte man achten

Eine gewisse Qualität sollte der Filter natürlich haben, denn sonst verschlechtert er das Bild nur, und das teure Objektiv macht keinen Sinn. Extrem billige und markenlose Filter wirken sich daher eher negativ aus.


Der Blasebalg

Lohnt sich für

Ein kleiner Blasebalg lohnt sich vor allem für Fotografen mit mehreren Objektiven, da diese ihr Objektiv häufiger wechseln und somit schnell Staub auf den Spiegel der Kamera kommen kann. Staubkörner sollten keinesfalls mit einem Tuch entfernt werden, daher verwendet man dafür einen kleinen Blasebalg, mit dem man Staubkörner einfach vom Spiegel bläst.

Lohnt sich nicht für

Ein Blasebalg lohnt sich nicht unbedingt für Fotografen mit nur einem Objektiv, auch wenn dort natürlich ebenfalls Staub auf den Spiegel kommen kann.

Preis

Ein Blasebalg liegt bei ca. 8 Euro, was keinesfalls teuer ist. Teuer wird es erst dann, wenn zusätzliche Reinigungspinsel angeschafft werden müssen. Eine Reinigungsflüssigkeit macht ebenfalls Sinn.

Darauf sollte man achten

Man hat immer 2 Möglichkeiten. Entweder man schickt die Kamera zum Hersteller und lässt diese dort reinigen oder man versucht es auf eigene Faust. Dabei sollte man extrem behutsam vorgehen und sich vorher gut erkundigen, denn Kratzer auf dem Spiegel der Kamera können sehr schnell sehr teuer werden.


Der Blitz

Lohnt sich für

Ein Kompaktblitz eignet sich besonders für Hobbyfotografen und Schnappschüsse, beispielsweise für Partyaufnahmen oder dergleichen. Problematisch ist der Einsatz eines Blitzes immer dann, wenn in großen Räumen fotografiert wird, da ein Blitz logischerweise nur eine begrenzte Reichweite hat.

Lohnt sich nicht für

Für Aufnahmen im Freien, etwa in der Dämmerung, eignet sich ein Kompaktblitz nicht, da er nur den vorderen Bereich des Bildes aufhellt und der Rest dunkel bleibt.

Preis

Je nach Leistungsfähigkeit und Marke gibt es Kompaktblitze im Preisbereich von 150 bis 600 Euro, wobei gute Geräte für Hobbyfotografen um etwa 200 Euro zu bekommen sein sollten.

Darauf sollte man achten

Beim Kompaktblitz sollte darauf geachtet werden dass er auf jeden fall nach oben und unten Schwenkbar ist, da direktes Blitzen nie gut ist. So kann man beispielsweise an die Decke Blitzen, die das Licht reflektiert und eine weichere Beleuchtung erzeugt.
Die schnelle Aufladezeit ist natürlich auch wichtig.
Zudem ist die Reichweite und der Winkel wichtig, die der Blitz ausleuchten kann. Die Reichweite wird in der Regel mit der Bezeichnung „Leitzahl“ angegeben. Die Entfernung errechnet sich aus Leitzahl dividiert durch Blendenwert. Beispielsweise bei einer Leitzahl von 32: Fotografiert man mit Blende 4, reicht das Blitzlicht 8 Meter weit. Heißt: Je höher dieser Wert, desto besser.


Externe Beleuchtung

Lohnt sich für

Externe Beleuchtung eignet sich eigentlich nur für eher semiprofessionelle Fotografen, da die Blitz -oder Dauerlichtanlagen sehr teuer sind. Wirklich gute externe Beleuchtungsanlagen erfordern ein eigenes Studio und sind daher eher hinfällig.
Für Hobbyfotografen sind beispielsweise Fotoscheinwerfer zu empfehlen.

Lohnt sich nicht für

Externe Beleuchtung eignet sich nur für Fotografen, die ein kleines Heimstudio besitzen, oder größere räume ausleuchten wollen. Hobbyfotografen sollten eher zu Kompaktblitzgeräten greifen, die doch wesentlich günstiger sind.

Preis

Professionelle externe Blitz –oder Dauerlicht Systeme können einige tausend Euro kosten. Die Variante, die auch für semiprofessionelle Fotografen geeignet ist, also beispielsweise ein Fotostrahler mit Plexiglasplatten und einigen Styroporplatten zur Aufhellung, sind etwa ab 100 Euro zu haben.

Darauf sollte man achten

Fotoscheinwerfern, die sich durch Farbneutrales Licht auszeichnen, erzeugen jedoch sehr hartes Licht was zusätzliches Zubehör verlangt. Die professionellere Variante wären Lichtformer wie Softboxen. Die billigere, auch gute Variante, bilden beispielsweise milchige Plexiglasplatten, die das Licht streuen. Backpapier oder Stoffe sind auf jeden Fall nicht geeignet, da hier sogar Brandgefahr besteht.
Zur Aufhellung sind Styroporplatten, verschiedenfarbige Papierstreifen, Folien und vieles mehr geeignet.

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