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HDRI-Tutorial: Grundlagen zum HDR-Foto (Fotografie Tutorial)
Tutorial erstellt von Sven, letzte Änderung am 07.02.20111. Einleitung und Grundlagen
1.1. Einleitung
Herzlich willkommen zu diesem Tutorial. Ich werde mein möglichstes geben, euch das Verfahren des Dynamic Range Increase (DRI) näherzubringen.
Da die meisten Tutorials im Internet sehr weit ausholen, werde ich versuchen, es nur auf das Wichtigste zu beschränken und euch somit eine gute Grundlage zu übermitteln.
Ein HDR-Foto entsteht durch die Aufnahme mehrerer Bilder des gleichen Motives mit unterschiedlichen Belichtungsstufen. Hierbei ist es wichtig, dass alle Bilder pixelgenau übereinander passen, da sonst später bei der Berechnung Unschärfe entsteht.
Weiteres dazu aber im Laufe des Tutorials.
1.2. Begriffserklärung
Man hört in letzter Zeit mehr und mehr von HDRI, HDR und DRI. Doch was genau ist der Unterschied? Nun, es ist ganz einfach:
* DRI (Dynamic Range Increase) ist die Bezeichnung des Verfahrens zur Herstellung eines HDR-Bildes.
* HDR (High Dynamic Range) ist die Bezeichnung des Kontrastverhältnisses.
* HDRI (High Dynamic Range Image) ist das fertige Bild.
Für genauere Informationen genügt ein Klick auf die Links.
1.3. Erforderliche Ausrüstung
Was für eine Ausrüstung benötigt man denn? Hier eine Aufzählung:
Unerlässlich
[*] Eine Kamera, bei der man Belichtungsstufen manuell einstellen kann.
[*] Ein stabiles Stativ
[*] Ein Motiv ;)
Optional
[*] Einen Fernauslöser (oder)
[*] einen Selbstauslöser (und/oder)
[*] eine Kamera, bei der eine automatische Belichtungsreihe von +/-2 EV einstellbar ist ("Bracketing").
2. Erstellen des Bildes
2.1. Motivsuche
Die einzige Voraussetzung für das Motiv ist die Bewegungslosigkeit. Ansonsten gibt es (entgegen der Meinung einiger Spezialisten) keine ungeeigneten Motive für DRI, zu keiner Tageszeit und Lichtsituation!
Ursprünglich ist das DRI-Verfahren allerdings für komplizierte Lichtsituationen gedacht, die den Dynamikumfang des Kamerasensors übersteigen. Beispiele hierfür sind Sonnenauf- und -untergänge, sowie dunkle Gebäude bei Nacht, mit hell erleuchtetem Innenleben.
Das Verfahren lässt sich aber auch wunderbar als Stilmittel einsetzen, unabhängig von diversen Expertenmeinungen.
In diesem Tutorial bearbeiten wir einen Sonnenuntergang über dem schönen Medienhafen in Düsseldorf.
2.2. Das Problem
Dank den herrschenden Lichtverhältnissen ist es der Kamera unmöglich, sich auf beide Ebenen einzustellen. Ohne DRI müssen wir uns also zwischen einem Bild entscheiden, bei dem entweder der Himmel oder der Boden in seiner vollen Pracht sichtbar ist.


Beide Bilder sind unbearbeitet. Als RAW-Datei kann man sicherlich auch noch einiges dort herausholen, jedoch nicht immer genug.
Daher erstellen wir unsere Belichtungsreihe, die dann später im Programm zusammengerechnet wird.
2.3. Belichtungsreihe
Wir bauen unser Stativ auf und befestigen unsere Kamera. Nun wird das Objekt angepeilt und fokussiert.
Jetzt ist die Belichtungsreihe dran. Mittlerweile verfügen viele Kameras über eine Autobracket-Funktion (Englisch).
Diese sieht auf meinen Kameras so aus, für alle Suchfreudigen:

Aktivieren kann man sie gewöhnlich über das Menü. Hierbei ist natürlich die Bedienungsanleitung sehr hilfreich.
Vorteil der Autobracket-Funktion ist, dass man während der Belichtungsreihe nicht mehr an die Kamera gehen muss. Folglich wird die Verwacklungsgefahr erheblich reduziert.
Für ein ausreichendes Ergebnis genügt eine Belichtungsreihe von +/-2 EV. Es empfielt sich aber oft ein größerer Bereich. Hier gilt: Je größer der Bereich, desto genauer kann berechnet werden.
Nun bleiben wir der Einfachheit halber bei unseren +/-2 EV. Bei Kameras, die die Belichtungsreihe nicht automatisch durchfotografieren (Nikon D70 z.B.) empfielt sich ein Fernauslöser. Bei allen anderen Modellen dürfte die einmalige Betätigung des Selbstauslösers (2 Sekunden Auslösezeit) vor der Belichtungsreihe genügen, um Verwacklungen durch die manuelle Betätigung des Auslösers zu verhindern.
Nun sollten wir unsere Bilder mit jeweils -2, 0 und +2 EV im Kasten haben:

2.4. Bilder bearbeiten
Ich benutze zwei Programme zum Bearbeiten meiner Bilder:
1. Traumflieger DRI Tool
2. Photoshop CS4
Ersteres zum Zusammenrechnen der Bilder. Zweiteres für die Feinarbeiten.

Das Benutzen des DRI-Tools ist simpel:
Es ist keine Installation erforderlich und lässt sich sofort von der *.exe starten.
Ist das Programm geöffnet, springt einem der Start-Knopf sofort ins Auge. Betätigt man diesen, darf man seine Bilder hochladen. Das Errechnen übernimmt das Programm anschließend von selbst und man bekommt eine 16 Bit *.tif Datei ausgespuckt.
Vorteil dieser Datei ist, dass sie sich dank der höheren Farbtiefe um einiges besser bearbeiten lässt als eine normale JPG. Das ist übrigens auch der Vorteil vom generellen RAW-Format gegenüber einem JPG Bild.
Das Traumflieger DRI Tool hat außerdem den angenehmen Nebeneffekt, dass es bei der Zusammenrechnung Bildrauschen reduziert.
Alternativen zu Traumflieger
[*]Photomatix
[*]Qtpfsgui
[*]HDRShop
Nach der Zusammenlegung der drei Bilder bekommt man folgendes Ergebnis geliefert:

Na das sieht doch schon garnicht schlecht aus. Allerdings ist die Geschichte immernoch etwas zu dunkel. An diesem Punkt kommt nun Photoshop ins Spiel:
Die Tiefen/Lichter-Funktion (Bild -> Anpassen -> Tiefen/Lichter) eignet sich hier besonders gut um das Bild aufzuhellen und dem gewünschten HDR-Effekt zu verleihen.
Ebenso ist die Tonwertkorrektur (Bild -> Anpassen -> Tonwertkorrektur) und die Gradationskurve (Bild -> Anpassen -> Gradationskurve) ein gutes Mittel zur nachträglichen Beeinflussung des Ergebnisses.
Ab hier fängt eigentlich das Probieren an. So schrecklich viele Regler sind es nicht und da jeder einen anderen Geschmack hat, sollte nun jeder für sich an ihnen spielen wie er möchte.
3. Endergebnis
Mein Endergebnis sieht wie folgt aus:

Ich hoffe euch hiermit die wichtigsten Grundlagen beigebracht zu haben und wünsche euch viel Erfolg und stets gute Bilder :)
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