Fotografie

Focus Stacking (Fotografie Tutorial)

Tutorial erstellt von Andreas P., letzte Änderung am 21.12.2009

Focus Stacking

Bedeutung

In diesen Tutorial werde ich euch eine Technik zur Schärfetiefenerweiterung vorstellen und an Hand eines Praxisbeispiels näher mit der Technik, die sich Focus Stacking nennt, vertraut machen. Am häufigsten wird diese Technik in der Makrofotografie genutzt, da gerade dort der Schärfebereich sehr klein ausfällt und selbst eine komplett geschlossene Blende selten ausreicht, um das gesamte Objekt scharf abzubilden.

Anders als beim Exposure Blending wird bei der Bildfolge nur die Fokussierung und nicht die Belichtung verändert.


Zwei Möglichkeiten

Es gibt zwei Möglichkeiten um mit Focus stacking ans gewünschte Ziel zu kommen: Entweder man nimmt sich den ganzen Tag
nichts vor und lässt sich auf eine Orgie mit Photoshop ein, oder man greift zu einer speziellen Software, die einem in wenigen Minuten fast die komplette Arbeit abnimmt.
Ich habe mich für die spezielle Software entschieden.
Die Auswahl der geeigneten Software ist zur Zeit sehr einfach. Es gibt nämlich nur zwei an denen man nicht vorbeikommt.
    1. Combine ZM (freeware)
    2. Helicon Focus (kommerziell 140-150€)

Für dieses Tutorial verwende ich Combine ZM. Rein vom Endergebnis her steht es Helicon Focus in nichts nach es ist nur
etwas komplizierter in der Bedienung (sagen einige Leute), aber das ist ja nicht so schlimm, denn dafür gibt es ja dieses Tutorial.


Was wichtiges vorweg!

Das zu fotografierende Objekt muss statisch sein, es darf sich also nicht bewegen. Die Kamera sollte das ebenfalls sein.
Ein Stativ ist also Pflicht und am besten ihr verwendet einen Fernauslöser oder den Selbstauslöser eurer Kamera.
Außerdem muss für diese Technik manuell fokussiert werden.


Los geht es!

Als Ausgangsbild habe ich einen Teil von einer Kaugumipackung fotografiert. Der Fokusring steht dabei in der Ausgangsstellung.
Wie ihr sehen könnt, befindet sich der Schärfebereich jetzt links (rot markiert).

erstes Bild


Jetzt drehe ich den Fokusring ein Stück weiter und mache das nächste Foto. Das mache ich so lange bis der komplette Bereich, den ich scharf haben will, abgedeckt ist. Je nach Kameraeinstellungen und verwendetem Objektiv, kann die Anzahl der Bilder, die zusammen kommen, unterschiedlich sein.

Unten ist ein Vergleich zwischen dem ersten und dem letzten Bild. Ich denke hier könnt ihr ganz gut sehen, wie der Schärfebereich gewandert ist.

Vergleich



So, das war eigentlich schon das Schwierigste an der ganzen Sache. Jetzt habe ich, in meinen Fall, 14 Bilder mit unterschiedlichen Schärfebereichen. Diese müssen jetzt mit Combine ZM zusammen gerechnet werden.


Zusammenrechnen mit Combine ZM

Öffnet das Programm, dann geht ihr auf File und danach auf New (Bild1).

Bild1


Nach einem Klick auf New öffnet sich ein neues Fenster. Wechselt dann zu der Quelle die die Fotos enthält, markiert alle mit Strg und klickt auf Öffnen (Bild2).

Bild2


Es öffnet sich ein neues Fenster und Combine ZM lädt sich alle ausgewählten Bilder rein (Bild3).

Bild3


Wenn das geschehen ist, wechselt Combine ZM wieder ins Hauptfenster und zeigt das erste Bild der Bildfolge an.
Jetzt geht ihr auf Macro und danach auf Do Stack (Bild4).

Bild4


Nach einen Klick öffnet sich ein neues Fenster und es werden alle Bilder zusammen gerechnet und korrigiert (Bild5).

Bild5


Dieser Vorgang dauert, je nach Bildanzahl und Bildgröße, unterschiedlich lange. Bei mir hat es ca.3min gedauert.
Nach diesen Vorgang wechselt Combine ZM wieder ins Hauptfenster und zeigt euch das fertige Ergebnis.

Jetzt braucht ihr nur noch unter File und danach Save Frame/Picture As das fertige Ergebnis zu speichern (Bild6).

Bild6



Und hier ist mein zusammen gerechnetes Bild. Mit einer kleineren Blende z.B. 11 oder 16 könnte man den Schärfebereich auch noch erhöhen.
Für diese Bildfolge habe ich übrigens eine Blendenzahl von 8 gewählt.




Ich Hoffe mein Tutorial hat euch gefallen und hilft den ein oder anderen der sich für dieses Thema interessiert.


Bis zum Nächsten!

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