Fotografie

Beleuchtungsmethode für Freisteller (Fotografie Tutorial)

Tutorial erstellt von Andreas P., letzte Änderung am 02.02.2010

Hallo!

In diesen Tutorial stelle ich euch eine Beleuchtungsmethode vor, mit deren Hilfe sich qualitativ hochwertige Freisteller realisieren lassen, diese Methode ist vor allem bei weißen Produkten sehr gut geeignet, da diese doch sehr stark zu überbelichteten, ausgefressenen Rändern neigen.

Was bedeutet Freistellung?


Das Motiv soll sich vom störenden Hintergrund deutlich abheben, man spricht auch von der Befreiung des Hintergrundes.

Anwendungsgebiete?


Überall dort, wo es auf einen variablen Hintergrund ankommt z.B. für Produktbilder in Onlineshops, Bildagenturen und natürlich in der Werbefotografie.

Benötigtes Material


Um dieses Tutorial nachempfinden zu können, werden die unten aufgeführten Materialien benötigt, auf die ich im weiteren Verlauf dieses Tutorials noch ausführlicher eingehen werde.

    1. Ein beliebiger Untergrund z.B. ein Tisch
    2. Weißer Fotokarton
    3. Eine weiße opake Acrylglas-Platte ca. 3-6mm dick/weiße Polystyrol-Platte ca. 3-6mm dick
    4. Eine dünne Glas-Platte min. 50x40cm
    5. 4 gleich hohe Gegenstände min. 25cm hoch
    6. 3 Lichtquellen z.B. Klemmspots, Schreibtischlampen etc.
    7. Diverse Gegenstände von beliebiger Größe z.B. Bücher


Eine Kamera mit manuellen Einstellungsmöglichkeiten und ein Stativ setze ich jetzt einfach mal voraus.

Der Aufbau


Sucht euch einen beliebigen Untergrund aus, z.B. irgendein Tisch den ihr Zuhause stehen habt. Ihr könnt natürlich auch alles auf den Boden positionieren. Ich verwende übrigens meinen Fototisch, den ich mir mal vor einiger Zeit selbst zusammengebaut habe.

Legt den weißen Fotokarton auf den Tisch, diesen Karton bekommt ihr in gut sortierten Bastelgeschäften oder bei www.modulor.de, dort kann man ihn bis zu einer Größe von 70x100cm bestellen, alternativ geht natürlich auch ein weißes Tuch/Bettlaken etc.

Kommen wir jetzt zu der Glasplatte


Die Größe der Glasplatte richtet sich natürlich nach der Größe des zu fotografierenden Produktes. Für kleine Produkte reicht natürlich auch eine kleine Glasplatte aus, während für größere Produkte auch eine größere Glasplatte verwendet werden sollte. Die Maße meiner Glasplatte betragen übrigens 40x50cm. Am besten eignen sich übrigens Glasplatten, die man für Bilderrahmen verwendet!


Positionierung der Glasplatte


Jetzt brauchen wir 4 gleich hohe Gegenstände, die wir als Podest für die Glasplatte benötigen. Wichtig ist hierbei, das die Gegenstände nicht aus einen Material sind das reflektiert, z.B. metallische Gegenstände mit glatter Oberfläche. In meinen Fall kamen, wie ihr auf den Bildern sehen könnt Gläser zum Einsatz, was eine ziemlich wackelige Angelegenheit war. Positioniert jetzt die Gegenstände und stellt danach die Glasplatte oben drauf, wie im Bild unten zu sehen ist.



Die Lichtquellen


Welches Licht ihr verwendet ist erstmal egal, das können z.B. normale Klemmspots für den Schreibtisch sein, oder wie in meinen Fall Tageslichtlampen. Diese Tageslichtlampen kann man sich z.B. bei www.foto-walser.de bestellen.Zu beachten ist hier nur, das alle drei Lampen die gleiche Farbtemperatur haben, in meinen Fall war das 5400k (entspricht der Nachmittagssonne). Falls ihr euch diese Lampen nicht bestellen wollt und Klemmspots, Schreibtischlampen etc. verwenden wollt, achtet darauf das ihr vor den fotografieren einen manuellen Weißabgleich durchführt.

Positionierung der Lichtquellen (links / rechts)


Positioniert eine Lampe rechts und eine Lampe links (erhöht) neben die Glasplattenkonstruktion. Die Lampen sollten die gleiche Höhe wie die Glasplatte haben, stellt einfach einen Stapel Bücher oder andere Gegenstände darunter um auf die gewünschte Höhe zu kommen.Diese beiden Lampen links und rechts sind für die Ausleuchtung des Produktes verantwortlich. Um ein schön diffuses Licht zu bekommen, kann man jetzt noch dickes Transparentpapier zu finden bei www.modulor.de vor der Lampe befestigen.

Die dritte Lichtquelle


Diese Lampe die hinter der Glasplatte positioniert wird, ist alleine für den späteren Hintergrund der Fotos verantwortlich. Zu beachten ist hierbei, dass sich die Größe der Lichtfläche nach der Größe des Produktes richtet. Für ein größeres Produkt wird auch eine größere Lichtfläche benötigt.

Positionierung der dritten Lichtquelle


Die dritte Lampe wird direkt hinter der Glasplatte positioniert, vor die Lampe stellt ihr jetzt eine weiße opake Acrylglas-Platte oder alternativ eine dünne weiße Polystyrol-Platte, diese Platte wird benötigt um ein schön diffuses gleichmäßiges Licht zu erhalten, bestellen kann man sie z.B. bei www.modulor.de. Jetzt fehlt nur noch das Produkt selber, stellt es auf die Glasplatte und korrigiert nochmal die Stellung der Lampen, damit das Produkt optimal ausgeleuchtet ist. Und so sieht die fertige Konstruktion bei mir aus (unten).




Das Fotografieren


Alles ist jetzt soweit fertig positioniert, gut belichtet und das Produkt kann fotografiert werden. Befestigt eure Kamera auf ein Stativ, schaut durch den Sucher oder auf das Display und positioniert die Kamera so, das das Produkt komplett von der weißen Lichtfläche im Hintergrund umhüllt wird. Falls ihr jetzt noch einen Teil der Gegenstände (Gläser) im Sucher erkennen könnt ist das nicht schlimm, denn die lassen sich hinterher ganz bequem per Photoshop / Gimp wegschneiden oder wegstempeln

Noch was zu beachten?


Es kann vorkommen, das auf dem Foto die Kante der Glasplatte zu sehen ist. Es gibt 3 Möglichkeiten um dieses kleine Problem zu beheben.
    1. Man positioniert das Produkt und die Kamera so lange, bis man die Kante nicht mehr sehen kann.
    2. Man wählt einen kleineren Blenden-Wert und die Kante verschmilzt mit den Hintergrund.
    3. Man entfernt die Kante mit einer entsprechenden Software z.B. mit der Hilfe des Abwedler-Werkzeugs, die Kante wird so stark aufgehellt bis sie mit den Hintergrund verschmilzt, oder man stempelt sie einfach weg.
Unten seht ihr mein fertiges Ergebnis und noch ein kleines "Extra" (Kiwi).


Viel Spaß und Erfolg beim nachmachen!



Lg Andreas

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