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Cross Processing (Fotografie Tutorial)
Tutorial erstellt von Michael Schupp in Photoshop, letzte Änderung am 09.08.2010Was ist Cross Processing?
Cross Processing ist ein alter Effekt von analogen Kameras mit Film. Es ist die gegenteilige Entwicklung eines Farbfilms. Er entsteht wenn man beim Entwickeln der Filme die Chemikalien für einen anderen Filmtyp verwendet. Dadurch erreicht man sehr starke Kontraste und einzigartige Farben, weshalb es oft auch gezielt verwendet wird und nicht nur beim Schlampen im Labor entsteht. Im digitalen Zeitalter hat man aber keine Filme mehr die man „falsch“ entwickeln könnte, deshalb muss die Bildbearbeitung am PC herhalten, bei den meisten wird diese Aufgabe von Photoshop übernommen.
Anwendung von Cross Processing mit Photoshop
Als erstes muss man sich ein schönes Foto raussuchen bei dem der Effekt eine positive Auswirkung haben könnte. Hier gilt es einfach ein paar Fotos auszuprobieren, man merkt recht schnell welche Bilder dafür geeignet sind. Eher blasse, kontrastarme Fotos eignen sich meistens. Ich verwende für das Tutorial dieses Foto:

Man beginnt damit, dass man das Bild mit Photoshop öffnet. Jetzt benötigt man die Einstellungsebene „Gradationskurve“.

Hier arbeitet man aber nicht mit RGB, sondern stellt jede Farbe einzeln ein. Ab hier gibt es hunderte verschiedene Arten.
Die häufigste Form der Kurve ist wohl die „S“-Form, oft wird aber auch eine Linie verwendet. Man verschiebt den roten Kanal in Form eines flachen „S“ (Umso deutlicher das S wird, umso stärker wird der Effekt). Auch hier gilt wieder: Ausprobieren!

Das gleiche macht man jetzt noch mit dem grünen Kanal. Ich mache ihn meistens etwas flacher als den Roten, da das Bild sonst einen starken Grünstich bekommt. Hier wird oft auch eine Gerade statt einem „S“ verwendet.

Beim blauen Kanal verwendet man nicht mehr die „S“-Form. Hier macht man es genau umgekehrt, also in etwa eine x^3 Funktion ( lang ist's her ;) ).

Betrachtet man nun den RGB Kanal sieht man das Kreuz („Cross“) in der Mitte.

Das vorläufige Ergebnis sieht jetzt vermutlich ziemlich gewöhnungsbedürftig aus, deshalb muss man alle Kurven nochmal leicht verschieben, bis man zufrieden ist.
Diese Kurvenform ist auf keinen Fall eine Ideallösung, man kann die Kurven auf hunderte Arten „crossen“ , dies ist nur eine dieser Varianten. Man muss einfach alle mal ausprobieren um zu wissen welche zu jemandem passt.
Mein Ergebis sieht nun so aus (Das Auge wurde mit Dodge & Burn noch ein wenig aufgehellt):

Ich hoffe ich konnte euch ein wenig die Grundsätze von Cross Processing erklären :).
-Michael Schupp
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