Photoshop

Apple-Tutorial (Photoshop Tutorial)

Tutorial erstellt von Michael, letzte Änderung am 15.09.2006


Hallo zusammen,

da die Umfrage zu diesem Tutorial doch vornehmend zugeneigt war, habe ich mich mal hingesetzt und versucht euch zu zeigen, wie ihr ein solches Bild in 10 Schritten erstellen könnt:



Dieses Tutorial wendet sich in erster Linie an diejenigen, die vielleicht noch nicht so viel mit Photoshop gearbeitet haben. Fortgeschrittene Nutzer werden vielleicht nur wenig neues finden können. Ich hoffe aber, dass es trotzdem allen Spaß macht und vielleicht eine Anregung für etwas eigenes liefert. Jetzt aber mal los ...


1. Das Material


Als erstes brauchen wir ein Bild, das uns al Ausgangsmaterial dient. Das Bild, was ihr euch aussucht sollte eine gewisse Qualität haben (nicht zu pixelig und ordentliche Schärfe). Wenn euer Bild dem entspricht, könnt ihr eventuell noch ein bischen den Kontrast erhöhen, was die Auswahl im nächsten Schritt erleichtern kann. Besonders gut eigenen sich Bilder auf denen Personen drauf sind, die ein prägendes Muster oder Details an der Kleidung haben. Ausserdem ist es am besten, wenn die Person auf dem Bild möglichst komplett abgebildet ist. Aber wie ihr in der Umfrage gesehen habt, können diese Personen auch angeschnitten sein, es sollte aber klar erkennbar sein, was die Personen tun bzw. wo sich die Körperteile befinden. Wenn also ein Bild mit einer Person gewählt wird, die die Arme vor dem Körper verschränkt hält, wird es später schwer zu erkennen sein (gleiches gilt für Hände/ Gegenstände etc. vorm Körper).

Ich habe einmal dieses Bild gewählt:





2. Auswahl erstellen


2.1 Auswahl mit Lasso-Werkzeug und Farbbereich auswählen
Da wir jetzt unser Bild vor uns liegen haben, geht es an die eigentliche Arbeit. Wir brauchen eine Asuwahl des ganzen Körpers. Da es aber grade bei Haaren und ähnlich feinen Dingen oft recht mühseelig ist alles mit dem Lasso-Werkzeug auszuwählen, erweitern wir diese Praxis einfach ein wenig. Ausserdem zeige ich noch eine Alternative zu dieser Art von Markierung, den Filter "Extrahieren". Erstellen wir uns also zunächst eine neue Ebene. Diese wählen wir nun an, damit sie aktiv ist. Jetzt greifen wir zum Lasso-Werkzeug und umfahren damit in knappem Abstande die Haare (Bild 1). Da die Auswahl ja noch sehr grob ist, kommen wir nun zum feinen Teil. Dazu gehen wir in das Menü "Auswahl ->Farbbereich auswählen ..." (Bild 2).




  
In dem sich öffnenden Fenster wählen wir nun die Pipette und klicken auf eine typische Haarfarbe. Stellt dann die Toleranz so hoch ein, dass möglichst viele Haare ausgewählt sind, die mit dem Hintergrund Kontakt haben. Achtet aber darauf, dass der Hintergrund schwarz bleibt. Wie ihr auf Bild 1 sehen könnt, sind alle Haare, die Kontakt zum Hintergrund haben sehr schön ausgewählt. Die Haare, die über dem Körper liegen sind hierbei nicht so wichtig, da man später dort eh keine Haare mehr vom Körper unterscheiden kann. Es geht uns also nur um die Aussenkante der Haare! Eventuell könnt ihr noch weitere Farbbereiche mit den beiden anderen Pipettentypen auswählen oder wierder abziehen, bis das Ergebnis ungefähr so aussieht, wie bei mir. Dann bestätigt die Farbauswahl. Wenn alles richtig gelaufen ist, solltet ihr nun eine etwas feinere Auswahl haben. Mit dem Lasso könnt ihr dann eventuelle Löcher in den Haaren noch mitauswählen, damit ihr ein Ergebnis habt, wie ihr es in Bild 2 seht.




  
2.2 Auswahl mit Filter "Extrahieren"
Eine weitere Möglichkeit eine solch feine Auswahl zu erstellen ist der Filter "Extrahieren". Dieser ist nicht sonderlich schwer zu bedienen. Erstellt euch zunächst ein Duplikat der Hintergrundebene und aktiviert die neue Ebene. Blendet den Hintergrund aus. Klickt dann im Menü auf "Filter ->Extrahieren ..." an (Bild 1). Vergrößert nun mit der Lupe in dem neuen Fenster die Ansicht, damit ihr die Haare gut erkennen könnt. Nun wählt den Marker (ganz oben Links in der Leiste des Fensters) aus und umrandet die Haare (ihr könnt dabei ruhig ein wenig über die Haare drübermalen, das ist nicht weiter schlimm). Wenn ihr eine durchgehende Umrandung gemacht habt, sieht es aus wie in Bild 2.




  
Nun nehmt den Fülleimer (direkt undter dem Marker) und füllt die Fläche der Haare aus (Bild 1) und klickt auf OK.




Wie ihr seht habt ihr jetzt alles bis auf die Haare gelöscht. Mit einem Klick auf die Ebene (STRG+Shift gedrückt halten!) macht ihr nun eine aktive Auswahl daraus (Bild 1). Ihr seht ihr könnt so oder so zum Ziel kommen. Ich habe mich in diesem Fall für die Methode wie unter 2.1 beschrieben entschieden, da ich mit Extrahieren nicht das gewünschte Ergebnis bei meinem Bild erzielen konnte. Da müsst ihr einfach mal testen.




3. Kanal-Korrektur


Nachdem wir nun also die Auswahl der Haare haben, speichern wir diese ab. Das heisst, die Auswahl wird in einem Alpha-Kanal gesichert (Sorry Daniel, habe mich bei der Beschreibung im Forum vertan :) Auswahl wird natürlich doch in einem Kanal gespeichert.) und ist jederzeit wieder aufrufbar (es können auch weitere Auswahlen hinzugefügt oder abgezogen werden). Nun wählen wir den gerade erstellten Alpha-Kanal aus (Bild1) und gucken inweiweit noch Korrektur vorgenommen werden muss. In meinem Fall sind die Konturen noch nicht so ganz nach meinem Geschmack (Bild 2). Aus diesem Grund nehme ich mir nun das Pinsel-Werkzeug und mal mit weißer Malfarbe einfach die Atellen aus, an denen sich noch Löcher befinden. Mann sollte noch hinzufügen, dass alles was hier weiß ist später in eurem Bild sichtbar ist, alles Schwarze glöscht wird und alles dazwischen (also die Graustufen) je nach Helligkeit weniger oder stärker tranzparent ist.



  
Nach meiner Korrektur sieht das ganze nun so aus (Bild 1). Ich habe nun also schöne Konturen (weiß bis an den Rand) und habe nur an den Haarspitzen am Zopf ein bischen was tranzparent gelassen. Das könnt ihr aber nach Belieben machen. Da ausserhalb der Auswahl noch ein grauer Schatten an einigen Stellen zu sehen ist, machen wir nun folgendes: Kehrt in eurem Alphakanal die Auswahl um (Bild 2), so dass alles ausser den Haaren ausgewählt ist.



  

Jetzt wählt im Menü "Bild ->Anpassen -> Gradiationskurven" aus (Bild 1) und verstärkt die Tiefen, um den Schatten zu entfernen (Bild 2). Sollten nun im Inneren der Haare wieder kleine Löcher entstanden sein, malt diese einfach wieder weiß an. Restteile des Schattens einfach noch mit schwarz übermalen.

  

Das ganze sollte dann ungefähr so aussehen.





4. Magnetisierend


Wechselt nun wieder aus der Kanalpalette in die Ebenenpalette und hebt eure Auswahl auf ("Auswahl ->Auswahl aufheben"). Wie versprochen wird hier nun das Freiform-Zeichenstift-Werkzeug (FZW) einmal benutzt, wobei wir dessen magnetische Eigenschaft nutzen wollen. Das ist recht praktisch und funktioniert vom Prinzip her genau wie das Magnetische-Lasso-Werkzeug, nur werden hiermit Pfade statt einer normalen Auswahl erstellt. Wer will, kann auch das Magn.-Lasso benutzen und zum Ziel kommen, aber ich möchte einfach mal diese Möglichkeit vorstellen. Wir wollen nun als den restlichen Körper unserer Zielperson asuwählen. Dazu nehmt euch das FZW, stellt die Funktion "Magn.(etisch)" ein und umfahrt damit vorsichtig den Körper. Lasst euch bei kleinen Fehlen nicht stören, die können nachher ausgebessert werden. Wenn ihrs sauber schafft, ist es natürlich umso besser.



Wenn ihr das gemacht habt, sollte es in etwa so ausschauen, wie unten. Ich habe jetzt mit Absicht einmal ein paar kleine Fehler eingebaut, damit ich euch die Korrekturmöglichkeiten zeigen kann.





4.1 Die Korrektur


Für die Korrektur ist es von Vorteil, wenn ihr schon das "Zeichenstift-Werkzeug"-Tutorial durchgearbeitet habt bzw. mit dem Werkzeug (ZSW) vertraut seid. Am besten setzt ihr euch die Deckkraft der Ebene auf ca. 25%, damit ihr das Originalbild sehen könnt. Nehmt euch nun das ZSW und vergrößert die Stelle mit an einem eurer Fehler. Bei mir ist jetzt z.B. die Nase zu eckig geworden und die Linie ober und unter der Nase ist nicht ganz korrekt. Das bessern wir jetzt mit dem ZSW aus, in dem wir fehlende Partien (Nasenspitze) mit "Zum Formbereich hinzufügen(+)" ergänzen bzw. überflüssige Stellen mit "Vom Formbereich subtrahieren (-)" löschen. Das macht ihr nun bei allen Fehlern, damit ihr später einen sauberen Umriss habt. Achtet darauf, dass ihr möglichst keine harten Kanten am Körper selbst habt (es sei denn die Person hat dort wirklich eine Ecke wegen z.B. einer Gürtelschnalle), da ein Mensch (oder wenn ihr wollt auch Tier) keine Ecken hat. Am Haaransatz könnt ihr ruhig ein bischen über denselbigen hinausgehen, damit später der Körper und die Haare eine durchgehende Fläche ergeben.

Nach der Korrektur sieht mein vorläufiges Ergebnis so aus:





5. Die vollständige Silhouette


Um die Form zu vervollständigen müssen wir nun die Haare und den Körper kombinieren. Das ist sehr einfach und schnell gemacht. Als erstes aktivieren wir die Ebene, in der unser eben angefertigter Körper liegt (Bild 1), wechseln dann in die Kanal-Palette und laden die Auswahl der Haare, indem wir mit gedrückter STRG- und Shift-Taste einen Linksklick auf den Kanal mit den Haaren machen (Bild 2). Die Auswahl ist nun auf der Körperebene aktiv.


  
Nun wechselt wieder zur Ebenenpalette und macht das gleich auf der Körperebene (Bild 1). Das bewirkt, dass alle Pixel der Ebene zur der aktiven Auswahl hinzugefügt werden. Ihr habt als nun den kompletten Körper als Auswahl vor euch (Bild 2).


  
Damit auch die komplette Auswahl die richtige Farbe hat, fertigen wir nun eine neue Füllebene vom Typ "Volltonfarbe" an (Bild 1), wählen dann schwarz als Farbe und ordnen die neue Ebene über der Körperebene an. Das Ergebnis ist folgendes: Bild 2.



  

6. Der Gegenstand


Bei meinem Bild hält die Person ein Geschenk in der Hand. Dieses wollen wir nun auswählen. Wie das geht, habt ihr ja oben gelernt (macht es entweder mit dem ZSW - hier wird automatisch eine neue Formebene erstellt - oder mit dem normalen Lasso - hier müsst ihr erst eine neue Ebene erstellen und eure Auswahl später farbig füllen -). Ich habe dazu das ZSW genutzt, da dieses hier am praktischsten ist. Gebt der neuen Formebene nun eine knallige Farbe (Am besten eine, die im Originalgegestand vorhanden ist. Wenn das nicht den gewünschten Effekt erzielt, kann es auch eine andere Farbe sein. Probiert einfach mal aus./ Bild 1). Ich habe ein knalliges Pink gewählt, da ich den Hintergrund in einem satten gelb machen möchte. Nun noch die neue Ebene unter der Körperebene anordnen und ihr im Ebenen-Modus "Farbig nachbelichten" einstellen (Bild 1). Diese Verstärkung ist nötig, um einen Eindruck von verstärkter Brillanz zu erwecken, der mit der plakativen Farbe des im nächsten Schritt angelegten Hintergrunds optisch mithalten kann. Den Aufmerksamen unter euch ist vielleicht aufgefallen, dass ich bei meinem Gegenstand ein wenig tricksen musste, da dieser zum Teil von dem Bierglas unten verdeckt wurde (Bild 2/3). Am praktischsten ist es, wenn ihr euch also ein Bild aussucht, auf dem die betreffende Person mit dem Gegenstand möglichst frei stehen.


  


7. Der Hintergrund


An dieser Stelle solltet ihr euch nun entscheiden, ob ihr euer Bild später im Hoch- oder Querformat haben wollt. Wenn ihr euch noch nicht sicher sein solltet, könnt ihr das aber auch noch später ändern. Mein Bild ist zwar schon quer, aber ich möchte es noch extremer haben, so dass auf der linken Seite die Hintergrundeben erweitert werden muss. Dazu wähle ich im Menü "Bild ->Arbeitsfläche ..." aus (Bild 1) und erweitere meinen Hintergrund um in der Breit um 200 Pixel (Bild 2). In dem Feld mit den neun Kästchen klickt ihr auf den nach rechts zeigenden Pfeil (wenn ihr nur links Fläche hinzufügen wollt. Probiert am besten ein bischen mit der Funktion herum. Sie erklärt sich eigentlich von selbst).


  
Wenn ihr das gemacht habt, ladet eure Körpersilhouette, die für die Haare und die für euren Gegenstand als neue Auswahl auf der Hintergrundebene. Kehrt nun die Auswahl wieder um und erstellt eine neue Füllebene (Volltonfarbe) und gebt dieser eine passende knallige Farbe, die gut im Kontrast mit der Gegenstandsfarbe steht.





8. Angedeutete Strukturen


Damit unsere Figut nachher nicht ganz so flach aussieht, werden wir ein paar Strukturen hinzufügen. Dies ist weiter nicht sehr aufwendig. Blendet hierzu erstmal alle Ebenen, bis auf die Hintergrundebene aus. Dann erstellen wir ein Duplikat der Hintergrundebene (rechtsklicken auf Hintergrundebene und "duplizieren" wählen). Blendet nun auch den Hintergrund aus und stellt auf der Kopier eine belibiege Struktur der Figur frei. Ich habe mich hier für die hellblauen Bündchen des Oberteils entschieden, da sich sowas sehr schön anbietet. Ich mache dies wieder mit dem ZSW, aber ihr könnt das je nach Vorliebe auch anders machen. Wenn ihr es gemacht habt, wie ich und nun einen Pfad vor euch liegen habt, dann macht nun einen Rechtsklick ins Bild und wählt aus dem Kontextmenü "Auswahl erstellen" (ihr braucht keine Veränderungen vornehmen/ Bild 1). Nun kehrt die Auswahl wieder um und löscht alles. Es sollten jetzt nur noch die freigestellten Strukturen sichtbar sein. Wieder Auswahl umkehren und ordnet die Hintergrund-Kopie (ab jetzt "Bündchenebene") ganz oben an (Bild 2). Nun könnt ihr über den Deckkraftregler der Ebene bestimmen, wie stark die Struktur "durchscheinen" soll.


  
Soweit nun unser Stand:





9. Der Schattenwurf


Beim Schatten haben die Aplle-Grafiker ein recht einfaches Verfahren benutzt. Dazu haben sie die gesamte Silhouette in angenommener Lichtrichtung verzerrt auf den Boden gelegt und nach hinten weich auslaufen lassen. Bei der Schattenrichtung sollte man sich nach dem Schatten des Hintergrundbildes richten, da sonst der Schatten der Slihouette und der echte Schatten auf dem Gegenstandes vielleicht nicht übereinstimmen. Um unseren Schatten anzufertigen erstellen wir uns eine neue Ebene, ordnen diese direkt über der Ebene mit unserem neuen farbigen Hintergrundes an und erstellen nun wie schon zuvor (mit STRG und Shift) eine komplette Auswahl des Körpers, der Haare und unseres Gegenstandes. Diese Auswahl füllen wir dann einfach mit dem Verlaufwerkzeug (im Modus "Vordergrund ->Transparent"). Als nächstes müssen wir den Schatten noch richtig verzerren. Dazu wählt im Menü "Bearbeiten ->Transformieren ->Perspektivisch Verzerren" aus (Bild 1). Verzerrt nun den Schatten so, dass er dem echten Schatten des Originals entspricht.



Wenn ihr ein Bild benutzt, das wie bei mir eine Person im Anschnitt zeigt, bedenkt, dass ihr den Schatten ein wenig nach unten verschiebt, damit er dort Beginnt, wo eigentlich die Füße gewesen sind.





10. Der Schriftzug


Wenn ihr wirklich den korrekten Look der Apple-Werbung einfangen woll, braucht ihr natürlich noch den passenden Schriftzug. Damit das ganze noch besser mit der Werbung übereinstimmt, bedienen wir uns einfach der Hausschrift von Apple. Dabei handelt es sich um die "Myriad" im Schriftschnitt "Semibold". In der Regel wird die "Myriad Pro" direkt mit Photoshop mitgeliefert. Stilecht wird der Schriftzug grundsätzlich in weiß und einer Spationierung (Textlaufweite wird erhöht) von 10 verwendet (Bild 1). Die Schrift sollte dann noch auf der vertikalen Mittelachse positioniert werden. Denkt euch als einen Spruch oder eine passende Zeile aus, die mit "i" beginnt.



Fertiges Ergebnis:



Ein weiteres mögliches Ergebnis:



Ich hoffe ihr hattet Spaß wieder einmal etwas (hoffentlich) neues aus zu probieren und dass ich euch doch noch etwas zeigen konnte. Falls Fragen sind, wisst ihr wo ihr fragen könnt.

emefge, Michael.



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