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Magix music maker 2005 - Teil 2 (Sonstige Tutorial)
Tutorial erstellt von Andreas, letzte Änderung am 09.04.2008
1. Der Ambient- Synthesizer
(und Zweckentfremdung: Laser- Schüsse mit dem Ambient- Synthesizer…)
Der Ambient- Synthesizer an sich bedarf keiner großartigen Beschreibung. Er ist ein loop-basierender vierstimmiger Synthesizer, der sich ausschließlich mit der Lieferung von diversen Geräuschkulissen beschäftigt. Öffnet ihn in einem neuen Arrangement und zieht den Clip in Spur 1.

Bei einmaligem Anklicken der Synthesizer im Dateien- Manager hört ihr ein preview. Ihr solltet Frösche quaken hören… Nachdem der Clip erstellt ist, klickt ihn doppelt, es öffnet sich das Bedienfenster des Ambient.syn. Unter MENÜ könnt ihr ihn separat starten und stoppen, die Funktion RANDOMIZE beschert euch Zufallsparameter zum oben mittig eingestellten Ambiente, hier Regen & Donner. Dabei werden zufällig die Lautstärke und die Intensität der vier Loops eingestellt. Wer das nicht mag, legt die beiden Parameter per „Mausdreh“ selbst fest. Der AUTOPILOT übernimmt das selbständige Verändern der Parameter, also Lautstärke und Intensität werden zufällig stufenlos gesteuert. Mit Druck auf POWER wird –wie bei allen anderen Synthesizern auch- nur das Dialogfeld geschlossen, nicht der Synthesizer stummgeschalten, was man meinen könnte, eine etwas unglückliche Bezeichnung, besser wäre Schließen oder ähnliches als Bezeichnung… Die Länge unserer Geräuschkulisse wird einfach per Verlängern des Clips auf die benötigte Länge bewerkstelligt. Auch ein FADE IN oder FADE OUT ist wie bei allen anderen Synthesizern möglich. Fade in bedeutet das stufenlose Anschwellen der Lautstärke von 0 an; Fade out ist das Gegenteil, also stufenloses Ausblenden bis Punkt 0. Dazu dienen uns die Lautstärke- Anfasser, wenn wir mit der Maus drüberfahren, verändert sich der Mauszeiger in einen Doppelpfeil und kann verschoben werden, optisch sehen wir nun den Lautstärkeverlauf durch die ansteigenden/absteigenden Linien. Probiert es einmal… Hier z.B. in bar 1 anschwellend bis zu Beginn von bar2, abschwellend „mitten“ in bar 2 bis zum Ende des bar 2, also stufenlos…

„Nur“ Froschgequake oder Maschinenhämmern…?
Nein. Er kann aber auch gerne „zweckentfremdet“ werden, z.B. mittels Filterkurven. So könnten wir ganz andere Geräusche herstellen, z.B. einen Laser- Schuss.
1. Zieht den Ambient- Synth in den Arrangeur, die Lautstärke belassen wir im normalen Verlauf.
2. Verkürzt den Clip auf einen viertel bar (im Arranger wäre dies von 1.1 bis 1.2) wir benötigen ein schnelles Abpielen, daher die Verkürzung.

3. Durch Anklicken des kleinen Dreieckes öffnen wir das Bearbeitungs-/Effekte- Menü, dort wählen wir
4. die Objektkurven- Effekte

5. Es öffnen sich die verfügbaren Effekte, aktiviert dort Weiches Filter und klickt auf
6. Rhythmische Hüllkurve. In dem sich öffnenden Kurvengenerator legen wir die Dauer und Wellenform des Filters fest. Nun setzt unser „Clipdenken“ ein… Wir haben den Clip auf die Länge einer Viertel Note gezogen, wir wollen erreichen, dass der Verlauf nach einer Viertel- Note beendet ist; ergo sagen wir Beat basiert- Ein Zyklus pro Viertel- Note. Die Einstellung der Wellenform Sägezahn abnehmend belassen wir.
7. Bestätigt mit OK.

Das Ergebnis muss so aussehen. Der Filter- Verlauf (eine Kombination aus cutoff und resonance) wird rot dargestellt. Wenn diese Viertel Note abgespielt wird, beginnt das Geräusch oberwellenreich und wird schnell dumpf, so wie Laser eben halt *g*. Also play….

Schnell noch geklärt, warum wir eine Objektkurve eingesetzt haben, das Menü bietet auch eine Spurenkurve. Nun, der Unterschied ist frappierend. Die Objektkurve ist an den Clip –unser Objekt- gebunden, d.h. wenn wir diesen Clip kopieren (Strg- Taste und per drag&drop verschoben), wird die Filterkurve mitkopiert. Hätten wir eine Spurkurve erstellt, wird nur der Clip kopiert, der Filterverlauf ist aber spurengebunden und bleibt starr“ stehen, Auch wenn der Clip gelöscht werden würde, verbliebe die Spurenkurve in der Spur. Das macht also Sinn, wenn wir verschiedene Klänge ausprobieren wollen, aber die Kurven feststehen sollten. Da wir aber ein Geräusch hergestellt haben, was wir gern kopieren wollen, ist die Objektkurve hier die bessere Wahl, gelle.

Kopiert den Clip mehrmals, damit habt ihr eine Salve…Ihr könnt den clip auch „kürzen“, also von rechts nach links zusammenschieben, damit schnellere Abfolgen möglich werden, hier gut zu erkennen bei den gelb hinterlegten, gekürzten Clips. Zwar wird mit dem Kürzen des Clips die Filterkurve beschnitten, aber das ist gerade der Effekt beim „Schuss“, das wir immer den „Beginn“ hören und das Ende nur, wenn die Salve aufhört oder längere Schussunterbrechungen sind, na ja…

Jetzt kommt die Würze ins Spiel. Öffnet den Master- FX und aktiviert
1. Equalizer mit Einstellung „Loudness“ bzw. wie auf Screen leicht verändert
2. Reverb (Hall) „Medium“ und dreht den Mix auf ca. ¼
3. Delay „Echo“ mit Einstellung „1/2 Echo“ und den Mix auf ca. ¾.

Audioaufnahme, bitte
Nun wollen das Geräusch „auslagern“, z.B. für externes Vertonen beim Videoschnitt. Dazu benötigen wir eine Audio- Aufnahme der Salve oder eines Schusses. Sucht euch also eines von beiden heraus. Zunächst einige vorbereitende Schritte.
1. probiert einmal andere Ambiente aus, z.B. Industrie (Synthesizer öffnen und das Ambiente wechseln), die Objektkurven /Effekte bleiben unberührt bzw. können angepasst werden
2. Niemals eine Audioaufnahme von Takt 1 aus starten, manche Effekte „verschlucken“ sich also alle Clips selektiert bzw. einen herausgegriffen und z.B. Beginn auf bar 3 verschoben. Den Clip rechts etwas verlängern, da er am Ende sonst abgehackt wird…
In diesem Beispiel habe ich den Ursprungsclip (eine Viertel Note) genommen, den Rest gelöscht und den Clip auf bar 3 verschoben, schließlich die Länge des Clips bis bar 3.3 gestreckt.
Nächster sehr wichtiger Schritt, um ein „Verschlucken oder Abhacken“ zu vermeiden; entfernt entweder die Marker oder setzt sie wie hier großzügig außerhalb des Clips!

Über Datei –Audioaufnahme erreichen wir den internen Rekorder. Es ist auch möglich, die Spur zu exportieren (*.wav-Format).

Unten rechts ist unübersehbar der rote Aufnahmeknopf. Startet oben in der Transportleiste das Arrangement, begebt euch zur Audioaufnahme und startet die Aufnahme, nach Beenden des Geräusches beendet auch die Aufnahme (Stop- Button im Rekorder).

Die Abfrage beantwortet mit Verwenden, wenn ihr in dem neu entstandenen Clip erkennen könnt (hier Take1)

Das ist unser neu vorliegendes Audiomaterial. (Das wave erscheint länger, das liegt am Echo bzw. Hall, was nun "veraudiot" wurde, man kann diese Effekte aber auch erst jetzt am wave einsetzen, das wäre wichtig, wenn die Audioaufnahme geloopt werden sollte, dann würde man beim Synthesizer auf Effekte verzichten und es "trocken" aufnehmen....) Dies kann nun nicht mehr mit den Synthesizer- Optionen bearbeitet werden, z.B. Wechsel des Klanges, wohl aber kann das wave editiert (incl. Effekte) werden. Löscht einmal den ursprünglichen Synthesizer (Spur 1) oder schaltet die Spur stumm.
Andere Variante wäre, die Spur 2 auf Solo zu schalten.
Über das kleine Dreieck erreichen wir nun die Audiobearbeitungs- Tools. Zunächst wählen wir unter Extras – Wave extern bearbeiten. Es öffnet sich ein wave- Editor, ähnlich den großen Programmen z.B. Steinbergs- WaveLab.

Im Editor sehen wir nun grafisch das wave.

Da wir die Aufnahme eher starteten, ist ein Freiraum vor dem eigentlichen Signalbeginn erkennbar. Selektiert ihn (Linksklick und Bereich ziehen), er wird dunkelgrau unterlegt und drückt die „entf“- Taste. Der Bereich wurde weggeschnitten.

Selbiges erledigen wir für das überflüssige Ende. (Wer das genauestens kann, stellt Loops her...pssst....)
Selektiert das letzte Viertel des Samples (es wird wieder dunkelgrau) und ruft über Effekte – Amplitude – Ein-/Ausblenden auf.

Wählt nun Fade out und bestätigt mit OK.

Wir haben erreicht, dass das Audiomaterial nicht abrupt endet, sondern ausgeblendet wird. Gut. Wer möchte, kann nun wieder verschiedene Effekte ausprobieren (Hall, Echo etc).
Bitte noch unter Effekte –Normalisieren ausführen, damit wird das Sample an seine maximale Lautstärke geführt, ohne zu übersteuern.
Zu guter letzt noch ein hier angebrachter Effekt, das Pitchen einer Kopie des Clips. Kopiert den Clip und verschiebt ihn in der Spur nach rechts, im „Effekte- Dreieck „ ruft Timestretch/Resample auf. Im erscheinenden Effekt- Rag dreht das Pitchrad auf 12 (wir erinnern uns, +12, also eine Oktave höher…), da es hier aber ein Geräusch ist, wird es einfach nur heller klingen, über das BPM- Rad könntet ihr noch die Geschwindigkeit ändern, d.h. das wave wird gestreckt oder gestaucht, stauchen erscheint hier sinnvoll für noch „schnelleres“ Schießen. Probiert einmal verschiedenes aus, wenn ihr zufrieden seid, Apply und OK. Apply ist wichtig, damit der Clip die Änderung akzeptiert! Ich hab die Samples in einer zweiten Spur gekürzt, mehrfach kopiert, wieder eine Audio- Aufnahme gemacht, das ganze noch einmal auf Tempo 190 gestretcht und einen chorus- Effekt drübergestülpt. Geht noch einmal über Extras – Wave extern bearbeiten und speichert es dort ab.
So könnt es klingen, kaum zu glauben, dass das mal Frösche waren… *g* (mp3- Format)
Download: Klangbeipiel Lasers.mp3
Versucht einmal den Denoiser- Effekt auf dieses Klangbeispiel anzuwenden, da wird es noch spaciger… der Denoiser entfernt "Rauschen", damit wird das Signal magerer, aber noch besser klingender...
Soviel zum ersten Synthesizer, der nicht nur Feuchtbiotope oder ähnliches liefern kann, wir haben ein bisserl um die Ecke gedacht, macht ja nichts, ihr habt Clips erstellt, Audioaufnahmen gefertigt und schon erste Bearbeitungsschritte im Endmixing ausgeführt. Im dritten Teil werden wir mal Schlagzeug spielen….
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