Sonstige

Magix music maker 2005 - Teil 4 (Sonstige Tutorial)

Tutorial erstellt von Andreas, letzte Änderung am 09.04.2008



Die Beatbox


...ist ein reinrassiger Step- Sequenzer und ermöglicht folgende Funktionen:
1. Step- Auflösung bis zu 32 Steps pro bar
2. Verändern der vorhandenen Drumklänge und Speicherung als eigenes Drumset
3. Echtzeitaufnahme von Automatisierungsdaten (pitch, cutoff, Distortion u.a.)
4. MIDI- Anbindung (MIDI in), damit ist es möglich, ihn von „außen“ zu programmieren
5. Import von MID- Filen (Midi- Dateien, damit steht ein großer Fundus an Rhythmen bereit)

Nach dem Öffnen erkennen wir links ein Default- Drumset. Jedes Drumset kann bis zu 16 verschiedene Schlaginstrumente besitzen. Links oben könnt ihr eines der preset- Drumsets aufrufen. Es wird gleich ein Vorschlag eines programmierten Pattern gemacht. Die Drumsets bestehen aus one –shot- samples berühmter Drum/Stepcomputer. Es begegnen uns der ROLAND TR 808, TR 909, KORG DDM und andere diverse, die so typisch für die 80er Jahre waren, die TR 808 und 909 erfuhren ja bekanntlich ihre Renaissance in den 90´ern. Sie sind die „Verantwortlichen“ der Techno- Szene. (Eigentlich aus der Not heraus, damals waren es billige Drumcomputer, mit denen weniger Reiche anfingen, ihren Sound zu kreieren, jetzt sind es Kult- Synthesizer… und selten gab es einen echten 909er für unter 2000,00 DM, weil sie rar und nicht mehr produziert wurden…. Doch ROLAND reagierte, es entstand die moderne Form der Sequenzer, die Groove- Boxen z.B. MC 303 als Hardware, ein Software- Beispiel ist der Rebirth ). Mit Software- Synthesizern –wie der in mmm integrierten Beatbox- erhält nun auch der normal Sterbliche Zugriff zu einen sehr günstigen Preis.

Genug Geschichtsunterricht, wir erkennen wieder den Aufbau: Es können bis zu 4 bars programmiert werden (wie viele wir programmieren, stellen wir einfach per Klick ein), die Auflösung beträgt bis zu 32-tel Noten oder nach gar keinem Muster, also „free“ (no)  Wir erkennen dies, indem wir die Quantisierung aufklappen, dort ist die Auflösung einstellbar. Es ist nicht gerade gewöhnlich für Stepsequencer, dass sie eine no- Quantisierung anbieten. Die no- Quantisierung wird interessant, wenn man z.B. von außen per MIDI- Keyboard im Record- Modus einen Rhythmus aufnimmt, der echtes humanes Feeling aufweist, also kleine Ungenauigkeiten.



1. Rhythmus-/Pattern- Programmierung


Wir werden zunächst ein pattern programmieren. (Als Rhythmus werden beim mmm letztlich nur lange pattern, die aus 4 bars bestehen, bezeichnet…) Dazu begebt euch rechts in die Optionen und löscht das pattern (clear pattern), alle Events werden gelöscht. Wir arbeiten mit dem Default- Drumset



Unter bars stellen wir„2“ ein, programmieren also 2 Takte (=bars). Die Quantisierung (QUANT.) setzen wir auf 16. Die Auflösung beträgt nunmehr 16 Events pro bar. Daneben befindet sich ein Button AUTO DAW. Lasst ihn aktiviert. (Geschmackssache). Auto Daw macht folgendes:
Wenn wir mit einem Klick in bar 1 ein Event setzen, setzt Auto Daw selbiges Event auch in bar 2, dort könnte es gelöscht werden, wenn man es nicht will.  Aber für gleich bleibende Muster, etwa bass drum und hihat wäre diese Funktion sinnvoll, da wir mit einem Klick gleich 2 Events festsetzen, wenn wir innerhalb des patterns ein Solo programmieren, schalten wir diese Funktion ab…



Gesetzt werden die Events per Mausklick, bei gedrückter linker Maustaste könnte man auch über die Spur „ziehend“ jedes Event besetzen, gelöscht wird das Event durch nochmaliges Linksklicken (nicht wie bei anderen durch Rechsklick). Der Mauszeiger wird zu einer Art „Pinsel“. Zeichnet auf jede viertel Note in der ersten bar eine bass drum, bar 2 wird automatisch mitgezeichnet. Nun wollen wir einen Akzent in bar 1 setzen, indem die bass drum nur in der ersten bar im letzten Viertel einen Doppelschlag (auf dem Viertel und eine Sechszehntel vorher) ausführt. Entweder deaktiviert ihr AUTO DAW oder ihr setzt einfach und löscht in bar 2 das Event wieder heraus (wenn in bar 2 gelöscht wird, bleibt bar 1 unberührt), also zunächst alle Viertel besetzen:



Dann setzen wir den Akzent in bar 1:



Kümmern wir uns um die Snare 1. (Vergewissert euch, dass bei aktivierter Snare 1 das Volumen voll aufgezogen ist!) Bei jedem links selektierten Druminstrument können wir die Lautstärke separat rechts mit dem Schieberegler festlegen… Selbiges gilt für die Effekte/Klangänderungen) Auf das 2. und 4. Viertel jeder bar setzen wir eine snare1.

Als nächstes setzen wir ein 8 Beat- hihat, d.h. jedes Achtel bzw. jedes zweite Sechszehntel erhält ein Hihat- Event. In bar 2 löschen wir das letzte Hihat und ersetzen es durch ein open Hihat (typischer Akzent des Drummers, er öffnet kurz das Hihat, es klingt anders, „scheppert“ und klingt länger…)

Setzt auf das erste Event der bar 1 ein Crash- Becken und nach Belieben Handclaps, hier mal versetzt zur snare, etwa so. Das Tambourine unterstützt die snare und setzt in bar 2 noch einen abschließenden Akzent, indem es die letzten vier Sechszehntel mitspielt. So könnte es aussehen. Achtet darauf, dass das Volume der einzelnen Instrumente hochgeregelt wird bzw. findet eine für euch angenehme Volumenstellung. Wenn ihr ein Instrument kaum hört, sollte man dort zuerst schauen. Bisher sollte es so ausschauen:



2. Klangänderungen


Wir wollen es hierbei belassen und uns um den Klang der einzelnen Drums kümmern. Rechts seht ihr wieder –uns mittlerweile ja bekannte- Effekte. Aktiviert als erstes links die Bass drum und schaut euch rechts die Parameter an.  Dreht einmal die Distortion der Bass drum1 voll auf (Wert 999), ihr hört, wie die Bass drum verzerrt…Ich habe mich für einen Wert um ca. 705 entschieden, um ihr ein wenig Druck zu verleihen. Geht zum pitch- Eingabefeld. Wir könnes jedes einzelne Druminstrument +- 24 pitchen, also plus minus 2 Oktaven. Da es sich bei Drums mehr um Geräusche als Klänge handelt, also tonal „neutral“ sind, heben oder senken wir hier die Geräuschhöhe, eine Bass drum klingt heller oder dumpfer, probiert auch hier verschiedenes aus. Am Beispiel der Bass drum habe ich also die Distorsion auf 705 und den Pitch auf „3“ gesetzt. Ergebnis: Eine leicht heller klingende, aber durchsetzungsfähigere Bass drum. Ihr könntet auch einmal cutoff und reso ausprobieren. Im nächsten Screen habe ich die Bass drum- Einstellung komplett anders gestaltet.  Durch Frequenzänderung (Cutoff und Reso) haben wir aus der Bass drum ein „neues Instrument“ kreiert. Es ertönt nun eine Bass drum incl. einer Frequenzzumischung, die an ein „Klangholz“ oder ähnliches erinnert. Will man jetzt beispielsweise nur den claves- Klang haben, könnte man  die Bass drum1 herunterpitchen, z.B. -18, Ergebnis: Die tiefe Frequenz der bass drum ist fast nicht mehr wahrnehmbar, nur die Klanghölzer nimmt das menschliche Ohr wahr. Dann könnte man z.B. die Bass drum 2 als eigentliche Bass drum nutzen.



Dann ändert das Muster einmal wie folgt, also die bassdrum1 ist nun unser Klangholz, was Akzente setzt und die bass drum2 übernimmt den eigentlichen bassdrum- part.



Das Klangholz (bass drum1) setzt nun Anfangsakzente und liefert einen versetzten Rhythmus.
Die Schritte, die wir vorhin in der bass drum 1 gesetzt haben, schreiben wir neu in die bass drum 2. (geht ja schnell). Hier ein anderes, leicht versetztes Clap- Muster, egal *g*, die Shaker sind noch eine Zugabe. Die Distortion der bass drum 2 und vor allem der snare1, da ihr ebenfalls etwas voluminöser Druck fehlt, wurden wieder erhöht.

Das Tempo richtet sich übrigens automatisch nach der festgesetzten bpm- Zahl oben rechts, also keine Angst, wenn die Geschwindigkeit des Arrangements geändert wird, folgen alle Synthesizer. Selbst waves  werden gleich mit gestretcht.



So klingt das ganze Gebilde, eine Art Rock-Latin ist enstanden *g*. Es wurde in der externen wave- Bearbeitung noch der Effekte -  Stereo Exhancher verwendet, der dem Loop (hier auf 130 bpm erhöht) mehr Räumlichkeit verleiht.

Download: Rock-Latin.mp3

3. Eigene Drumkits, pattern, Rhythms


Daraus folgt der nächste Schritt: Das Erstellen eigener Drumsets und deren Speicherung. Ruft ein Drumset eurer Wahl auf, verändert deren einzelnen Parameter und speichert es einfach unter sinnvollem Namen ab (Optionen- Save drumkit) Ab sofort steht es links im Drumkit- Menü bereit und kann für neue Pattern genutzt werden. Freilich kann es nachträglich geändert und überschrieben werden. Die Drumkits befinden sich im Ordner „Beatbox“ im Verzeichnis des Synth- Ordners im mmm- Ordner und werden im *.mbb- Format abgelegt. Das neue Drumset merkt sich alle Effekt- bzw. Tonbeeinflussungen (pitch, Volume etc), z.B. unser Klangholz wäre wieder da bei Aufruf des neuen Drumsets.

In diesem Ordner findet ihr noch preset- pattern im MID- Format. Diese können aber einfacher über die Options des Beatbox.syn aufrufen (Options- import pattern oder  Rhythms, dort öffnen sich popup- Menüs, wo diverse pattern oder Rhythmen eingeladen werden können.

Wer einmal hören möchte, wie eine 32- Quantisierung klingen kann, sollte mal über Options- Rhythms – New Pop100 laden. Dieser Rhythmus macht ausgiebig Gebrauch von einer 32- tel Auflösung bei der bass drum, der snare und den claps. Besonders die bass drum überzeugt, was man im 32- mode alles anstellen kann, ohne das es unnatürlich klingt, stellt als Drumset links PopA ein und play…

Wer das pattern, also den Ablauf behalten will, erledigt dies über Options- Export pattern, es werden nicht die Klänge ausgelagert, sondern die Eventdaten, und dies –sehr erfreulicherweise- im standardisierten MID- Format. Dieses Format ist von allen Sequenzer-Programmen lesbar. Prima. Andere Synthesizer (vor allem das Concert- piano) bieten diese Option nicht und man darf komischerweise seine selbst erstellten parts nur intern speichern, ein Minuspunkt…. Aber dazu später mehr…

4. Die Automation


Das ist spannendes Feature. Wir können in Echtzeit durch Drehen der Effekt- und Klangregler innerhalb eines pattern/rhytm Filter- und Effektverläufe aufnehmen. D.h. pro links selektiertem Instrument können wir nacheinander Änderungen vornehmen und diese aufzeichnen.
Dies betrachten wir uns einmal näher, indem wir einen neuen Clip erstellen. Löscht oder speichert das vorherige und zieht einen neuen Beatbox- Cip auf. In der beatbox öffnet das Drumkit Electronic. Setzt mehr Events bei dem Hihat (Hat1) und erhöht die Distorton des Hats auf einen Wert von ca.500. Den Reso- Regler stellen wir auf maximal, mithin 999.
Aktiviert rechts den Schalter AUTOMATION.



Nun ist der Automation- Modus aktiviert. Nach Aktivieren der Rec- Funktion rechts unten können in Echtzeit die Regler per Maus bedient werden. Am besten rec starten, einmal durchlaufen lassen, wo der Beatbox.syn gerade ist, zeigt er durch eine senkrechte Linie während des Spielens/Aufzeichnens an. Wenn ihr das Feeling (Ablauf der 4 bars oder wie viele ihr eben halt aufnehmen wollt) ) erfasst habt, dreht einmal an der Cutoff, um beim Hat1 Klangänderungen aufzuzeichnen. Wenn es gar schief geht, geht unter Options und wählt Clear Automation (selected) also es werden nur die Parameter für das Hat 1 gelöscht… Diese Option ist auch im laufenden Betrieb möglich! Es muss das rec. also nicht unbedingt unterbrochen werden.   Wir hatten bereits die Reso mit 999 vor Beginn der Aufnahme festgelegt. Damit startete das Pattern. Die Cutoff habe ich so eingestellt, dass sie gerade so hörbar ist (bei mir etwa 280 bei einer Distortion von 805), nach Start der Aufnahme habe ich die Cutoff stetig erhöht bis zur Mitte (bar2), danach wieder runtergefahren bis ca. 280). So entstand dieser Filterverlauf, der nebenher noch dafür sorgt, dass es gar nicht mehr wie ein Hihat klang…
Wir hören nun ein auf- und abschwebenes Muster. Das Loop hab ich nach der Audioaufnahme im wave- Editor durch folgende Effekte geschickt: (Effekte- Dynamics : der Compressor öffnet sich; Modus normal , danach wie bereits vorhin der Stereo- Enhancer; Modus breiter.  Gerne dürft ihr andere Spielereien testen. Nicht verzagen bei der Automation- Funktion, dies erfordert ein wenig Training und manchmal scheinen die Regler zu „spinnen“ nach der Aufnahme, einfach ein paar mal probieren. So klingt nun unser bearbeitetes Electro- pattern

Download: electro.mp3

Was die MIDI- Anbindung angeht, würde ich mich an gesonderter Stelle auslassen wollen, wenn es um das generelle MIDI- Setup in einem gesonderten Teil geht. Aber soviel: 1. wir können im Netz erhältliche pattern mit der Beatbox lesen. 2. per Keyboard könnten wir die Drums live einspielen, also: es bleibt spannend... Im nächsten teil schauen wir uns den äußerst umfangreichen ROBOTA an, der es in sich hat...

>> Allgemeine Fragen oder Probleme mit dem Tutorial? Hier gehts zum Forum!

Impressum / Datenschutzerklärung          © der-Webdesigner.net 2002 - 2008           top ▲