Sonstige

Magix music maker 2005 - Teil 6 (Sonstige Tutorial)

Tutorial erstellt von Andreas, letzte Änderung am 23.01.2008



1. Der Silver- und der Coppersynth


…können in einem Aufwasch behandelt werden, denn sie ähneln –außer in der Farbgebung- einem Ei wie dem anderen. Meiner Meinung nach könnte einer von beiden wegfallen und magix würde hierfür einen echten Flächen-Synth integrieren, da die Möglichkeiten im mmm für Klangteppiche eher mager ausgefallen sind….

Bei beiden handelt es sich um monophone Stepsequencer mit einer 16-tel Auflösung, die nur 1 bar bieten und als Ausgang zwei analoge Wellenformen bieten (Rechteck und Dreieck). Sie bieten nach Öffnen verschiedene Klangbeeinflussungen, die uns mittlerweile vertraut sind.
Links sind Filterverläufe/- einstellungen einstellbar, zudem bietet er diverse Effekte wie Delay und Distorsion, zwei Dinge begegnen uns allerdings das erste Mal:

Der Accent und der Slide. Accent ist relativ einfach zu erklären: Es kann pro Event ein Akzent gesetzt werden, eine Art punch. Sliden ist ein Effekt, der sich am besten beim Hören erklärt. Der Ton wird stufenlos zum nächsten geleitet, eigentlich ein Pitch- Effekt, aber der Ton kehrt danach wieder in die Null- Stellung zurück. Wenn allerdings das nächste Event auch besetzt ist, gleitet der Ton stufenlos zwischen den verschiedenen Tonhöhen hin und her. (In Hardware- Synthesizern ähnelt dies dem Portamento-  Effekt).  Die Vorbilder für die beiden Synths sind in der Handhabung und dem Klang für den Kenner eindeutig: Der ROLAN TB 303-Sequencer, welche selbige Features bietet. (hier ein Screen)



Wir erkennen selbige Parameter, nur grafisch anders. Mangels Lizenzen hier also im Erscheinungsbild eines „silbernen“ oder „kupfernen“ Sequencers.

2. Arbeitsweise


Ziehen wir mal einen Silver-synt Clip auf.  Mit Linksklick auf dem Namenszug öffnet sich ein popup- Menü. Probiert einmal verschiedene Random- pattern aus, um einen Klangeindruck zu erfahren. Unter Load pattern können auch noch einige Werkpresets aufgerufen werden (pattern, also ohne Klangänderungen…) Die Pattern befinden sich im magix- Ordner –synths- patterns mit dem Suffix pat. Dort werden auch selbst erstellte Patterns gespeichert, wenn nichts anderes festgelegt worden ist.



Nachdem wir uns mehr oder weniger satt gehört haben, bestätigen wir Clear und finden den Silver leer vor.

Das Eventsetzen erfolgt hier durch Linksklick auf einen Step, Rechtsklick löscht es. Durch Ziehen mit gedr. Maustaste können wir auch das ganze pattern ausfüllen (auf eine Tonhöhe bezogen). Ihr seht, dass die Events manchmal andere Farben haben. Damit wird die Oktave dargestellt. Geben wir auf die ersten drei Events jeweils ein C ein, alle drei erscheinen blau.

Klickt auf das 2. Event noch einmal, es erscheint bräunlich. Dieses Event wurde um eine Oktave nach oben gepitcht. Das dritte Event klickt zweimal links an, es erscheint grün. Grün stellt hier das Pitchen um zwei Oktaven nach oben dar. Beim Abspielen hören wir dreimal den Ton C in jeweils ansteigender Oktave.



Löscht das ganze und gebt folgendes Muster ein:



Ihr hört nach Betätigen des play- Knopfes einen Oktavbass mit einem „Akzent“ auf dem letzten 16-tel, wo das C um 2 Oktaven nach oben gepitcht worden ist.

Vervollständigt die „Lücken“ etwa wie folgt:



Setzt also zusätzlich auf jedes Viertel einen Akzent und auf das vorletzte Sechszehntel einen Slide. Jeder erste Viertels wird nun betont und zwischen den beiden letzten 16-tel hören wir ein „Hochjaulen“ zum letzten Ton, also den Slide- Effekt. Das war kurz und schmerlos eigentlich schon alles zur generellen Arbeitsweise, so dass wir uns mal Kniffe anschauen dürfen…

Tipps

1.
Das nächste sieht relativ unverständlich und verwirrend aus, in jedem Event ist derselbe Ton und ein Slide gesetzt...



Wir hören einen Dauerton, also eine Art „Fläche“…
Theoretisch können wir also den Clip in eine andere Spur kopieren, den Ton transponieren und erhalten Harmonien… Hier mal folgender Versuchsaufbau:



Spur 1 enthält den Silver- Synth mit dem „Dauerton“ wie oben beschrieben. Der Copper- Synth spielt ein 16-tel Arpeggio und der Scratch-box. Syn sorgt mit dem Rhythmus Crackle für ein wenig Zusatz. Spur 1 –unser Dauerton- erhielt verschiedene Effekte: Im Objektkurven- Modus wurde ein weiches Filter vergeben (siehe Teil 1 Ambient- Synthesizer…) die entstandene Verlaufskurve hat Anfasser, die per gedr. Linkstaste verschoben werden können…, und die Spur wurde im Master- Mix verhallt. So klingt dann alles zusammen:

Download copper.mp3

2.
Im letzten Hörbeispiel angedeutet,  der Copper- Synth hat pro Clip einen anderen Grundton.
Entweder werden die Steps pro Clip versetzt oder aber einfacher per Tune- Regler hoch- oder runtergepitcht. Verweilt man auf dem Tune- Regler, zeigt er auch den Ton an, wohin man pitcht, (ein Feature, was dem Robota leider fehlt)…Hier also der Weg über Tune- Änderungen:



3.
Acid/Techno- Bässe sind die Anwendungen Nr.1 dieser Stepsequenzer. Hier der typische Klang anhand eines Patterns:



Dieses Pattern dient als Akzent und liefert diese typischen „Schnurbsbässe“, Wird der Clip kopiert und die Cufoff schrittweise pro Clip erhöht, entstehen diese uns allen bekannten Bässe.



Auch der Silver/Copper bieten die Möglichkeit, Filter-bzw. Effektverläufe in Echtzeit aufzunehmen. Dazu wird der Aufnahme aktiviert. Nun entweder unten im Synthi play oder besser, oben im Arranger, damit man sieht, wo man ist. Allerdings, die Verläufe beschränken sich immer auf das Pattern, wenn es für die ganze Spur gewünscht ist, „landen“ wir wieder bei den Objekt- oder Spurkurven. Rechts neben dem Aufnahmeknopf kann eine gemachte Aufnahme (der Filter, nicht die Events) wieder gelöscht werden. Immer löschen, da „überschreiben“ d.h. nochmalige Aufnahme Wirrwarr anrichtet, da eben nicht überschrieben, sondern ergänzt wird. So können einzelne Parameter nacheinander aufgezeichnet werden.

Auf die restlichen „Synthesizer“ gehen wir im Teil 8 „Arrangement“ ein. Einige Synthis, z.B. der Scratch, bedürfen nun wirklich keines Romans, als vielmehr einem kleinen Blick darauf… Teil 7 wird sich mal den Vocoder/Vocalizer- und Spracheffekten widmen... damit lassen sich schon abgefahrene Sachen basteln...

Viel Spaß wünscht euch Andreas...

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