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Magix music maker 2005 - Teil 7 (Sonstige Tutorial)
Tutorial erstellt von Andreas, letzte Änderung am 23.01.2008
Vocal- Effekte im Magix music maker
Im 7. Teil wollen wir uns einmal gängige oder nicht gleich „sichtbare“ Vocal- Effekte anschauen, die mit dem mmm 05 (+) realisierbar sind. Als erstes ein Effekt, der es uns erlaubt, eine synthetische Stimme einzubinden, den Microsoft Sam…
1. Sprache aus Text erzeugen
Unter Effekte begegnet uns als erste Option Sprache aus Text erzeugen.
Ruft diese Option bitte auf, es öffnet sich ein Eingabefeld, zu denen es einige Tipps meinerseits geben soll…

Wir sehen das eigentliche Eingabefeld, die Stimmenwahl –sie ist wohl von der unter Windows installierten Sprachsoftware (Textverarbeitung) abhängig- das Format etc.
Im Normalfall ereilt uns nur „Microsoft Sam“. Es wird englisch „gesprochen“, aber mit etwas Geschick können wir in der Umlautsprache auch deutsches entlocken, eben mit englischem Akzent…*g*. Das vorgegebene Sample- Format ist gängig, ihr könnt auch gerne eine andere Samplerate wählen…Wir geben als Text bitte folgendes ein und testen das eingegebene… (erstaunlich, wie Sam seinen ureigensten Hersteller ausspricht…*g*)

Der Effekt wird monoton und mit gleicher Geschwindigkeit heruntergerasselt.
Die erste Eingriffsmöglichkeit ist die Regulierung der Wiedergabegeschwindigkeit, das betrifft jedoch den gesamten Text…

Was aber, wenn wir zwischen den Wörtern eine Pause wollen, Leertaste nützt da nichts, es gibt einen anderen Trick, z.B. unmittelbar an das Wort, welchem die Pause folgen soll, 3 Punkte anfügen und dann Leertaste, etwa so:

Wichtig ist die korrekte Schreibweise, sonst liest Sam „die Punkte“ vor… *g*. Hier macht Sam also nach „this“ und „with“ ein Päuschen.
Sam beachtet auch Satzzeichen. Ein Ausrufezeichen lässt ihn mehr betonen, stellen wir den Satz zur Frage um und setzen zuletzt ein Fragezeichen (ohne Leerzeichen!), „fragt“ er. Also Beispiele:

Im folgendem wollen wir mit einem längeren Satz weiter experimentieren, denn wir werden diesen Effekt für ganz andere Sachen nutzen, zumal es nicht gerade umwerfend klingt…

Geben wir also mal einen längeren Text –etwa so wie oben- ein, stellen die Wiedergabegeschwindigkeit auf (-2) und betätigen Enter bzw. sagen Sam, dass er ein Objekt im Arranger erzeugen soll, er erstellt sogleich einen Clip. Es handelt sich um einen Audio- Clip mit den entsprechenden Bearbeitungsmöglichkeiten. (Manchmal schwirrt der Clip irgendwo herum…einfach schnappen und fein vorn hinschieben…)
Um zunächst auf eine gute Ausgangslautstärke zu kommen, Normalisieren wir den Clip.

2. Der Vocoder
Eine interessante Geschichte, die hinter diesem Effekt steht… wohl vom Militär entwickelt, um Funksprüche zu „verschleiern“… einfach mal googlen, wem es interessiert. Jeder hat den Vocoder – Effekt schon einmal gehört, ein Synthesizer „singt“. Der Vocoder – Effekt ist eine Modulation von zwei Ausgangssignalen. Zum einen dient –meist- eine Audioaufnahme einer menschlichen Stimme, bevorzugt sprechend. Die aufgezeichnete Sprache wird als Formant bezeichnet. Die andere Aufnahme ist ein flächenhafter Synthesizer. Das Musikausgangsmaterial dient als „Trägerfrequenz“ und wird Carrier genannt.
Beide Signale werden „verschmolzen“, indem bestimmte typische Frequenzen herausgefiltert werden und das Formant auf das Carrier aufgetragen wird. Nun bleibt der Text erhalten, singt aber die Melodie bzw. den Akkord, der im Carrier eingespielt worden ist. Es muss sich aber bei dem Formant – Signal nicht zwingend um die menschliche Stimme handeln, es können so auch zwei Instrumente vereint werden….Soweit ein sehr grober Überblick. Übrigens, einen Vocoder hat jeder schon einmal gehört, die Maultrommel….*g*. Das Formant- Signal ist der Anschlag an das Blättchen, das Carrier- Signal wird mit der Mundhöhle geformt, heraus kommt dann der typische Klang…
Den Vocoder testen wir nun mit dem oben gefertigten Sprachsample. Denn dieses monotone Gequassel von Microsoft Sam eignet sich hervorragend hierzu…
2.1. Vocoder- Presets
Wir rufen den Vocoder bitte auf.

Es öffnet sich dessen Bedienfeld.

Zunächst muss eingestellt werden, wo der Vocoder sein Carrier- Signal herbekommt (1). Dazu haben wir die Wahl zwischen vorbereiteten preset- waves oder einer Spur aus dem Arranger. Dann kann die Balance der Format- Welle (im mmm 05 als „Mod“ bezeichnet) und der Carrier eingestellt werden (2). Wenn man den Mod- Regler voll aufzieht, hört man das Formant- Signal –hier unseren Sam- im Mix mit. So wie auf dem Screen ist aber meist das Ergebnis gewünscht, die Lautstärke der beiden Ausgangssignale soll Null sein und nur das modulierte Ergebnis soll ausgegeben werden. Der Vocoder besitzt interne Effekte (3), so kann dem Output ein Rauschen (Noise) und ein Smooth (Hallähnlich) verliehen und/oder die Dynamik verstärkt werden. Es liegen einige Presets vor (4), wir können aber auch eigene abspeichern bzw. nutzen.
Erster Test:
Als erstes erstellt zwei Kopien des Sprachclips und schiebt sie „beiseite“.
Als Carrier- input nehmen wir ein wave- Preset, hier mal die strings und als Vocoder- preset stellt bitte Vocoded voice 1 ein. Da es sich um ein Audioeffekt an einem Audioobjekt handelt, müssen wir beim Verlassen mit Apply dauerhaft speichern, der Clip ist dann modelliert (daher die beiden Kopien, da probieren wir was anderes…)

Es wird ein Clip mit verminderter Lautstärke entstehen, durch Normalisieren bringen wir ihn wieder auf „0“…

Die Vocoder- Spur verträgt durchaus einen dezenten Schwung externen Hall … (nicht den internen Smooth, was dann passiert, kann man anhand des presets Vocoverb im Vocoder- Menü einmal anhören, ein Geisterchor flüstert…. Probiert es ruhig einmal anhand des 2. Clips aus…
Aber zunächst der Hall für den ersten Clip:

Geschmackssache, ich nehme zusätzlich den Stereoprozessor recht gern, um das Signal räumlich zu verbreitern…

Dann je nach Geschmack evt. noch den Equalizer oder anderes Spielzeug bemühen…
Das Hörbeispiel macht als erstes den Effekt „Vocoded Voice 1“, danach selbiges Setup, nur als Preset im Vocoder „Vocoverb“ eingestellt, um einmal zu hören, wie sich voll aufgezogener Smooth im Vocoder anhört. Durch den überzogenen Smooth nehmen wir das Carrier- Signal gar nicht mehr wahr, hunderte von Leuten oder Geistern „flüstern“ nun…
Download Vocoder1.mp3
2.2 Spur als Carrier- Input
Nun wollen wir ein anderes Carrier- Signal ausprobieren. Wir wählen eine andere Spur aus dem Arrangement als Carrier- Input. Einen Clip haben wir ja noch… brauchen wir nur noch ein Trägersignal. Hierzu ladet euch folgendes Sample herunter (Flächen- Synthi):
Download Vocoder2.wav
und zieht es ins Arrangement, genau unter dem Sprachtext in Spur 2.

In Spur 1, also im Text öffnen wir wieder den Vocoder, legen aber im Routing fest, dass der Carrier- Input von Spur 2 (bzw. diejenige, wo das Vocoder2.wav liegt) kommen soll. Einige Effekte (Dynamik, Smooth und Noise auf mittlerer Stufe; das Mod. – und Carrier- Signal erhalten einen Lautstärkeanteil…

und so könnte es klingen:
Download Vocoder3.mp3
Meines Erachtens –zumindest ging nichts anderes- dürfen nur *.wav- Formate als Carrier eingesetzt werden, da komprimiertes Audiomaterial ja keine Möglichkeiten zur Frequenzaufspaltung mehr bieten. Auch die Software- Synthis aus dem mmm versagen als Carrier- Träger ihren Dienst, also immer eine *.wav- Audiodatei einfügen… Nun ist freilich der im Vorteil, der einen Keyboard oder besser Synthesizer sein eigen nennt und die „Soundschnipsel“ selber einspielen kann, aber wir können auch über die Vst- Schnittstelle Software- Synthis einfügen, diese im MIDI arrangieren (quält uns im letzten Teil…) und schnell eine Audioaufnahme im mmm fertigen…. (wie im T 2 Ambient- Syn …)
Ich hoffe, ich konnte den „Robotercharme“ der 80er ein bisschen aufwärmen, der Vocoder war ja in etlichen Produktionen (Kraftwerk etc…. *g*) zu hören. Andere Software- Vocoder bieten allerdings weit mehr Funktionen (z.B. Steinberg Vocoder), hier wurde sich auf das wesentliche beschränkt. Wir wollen aber die Anschaffungskosten dieses Programms nicht aus den Augen verlieren…. Besonders die Einsteigerfreundlichkeit ist beim Vocoder vom mmm hervorzuheben.
3. Der Vocalizer
ist unser "Chor". Ausgehend von einer Audioaufnahme bietet er eine Tonhöhenkorrektur und Stimmenbildungen an. Wir können also Mehrstimmigkeiten erzeugen.
Die Qualität des Ergebnisses hängt sehr stark vom Ausgangsmaterial ab… Wenn man sehr unsauber einsingt und die Korrektur bemüht, entsteht allenfalls der „Cher- Effekt“ aber hier nur mäßig, da Hardware- Vocalizer eine andere Preiskategorie sind... (freilich kann Cher singen, dort wurde die Korrektur lediglich künstlich übertrieben… also das automatische Anpitchen auf den nächsten Ton…)
Wir brauchen einen Sänger, mit Verlaub, Cher ist zu teuer und Sam können wir mit seinem Gekrähe hier nicht bemühen, damit wir aber alle ein gemeinsamen Startpunkt haben, nutzen wir den Voice- Synth Zieht einen Voice-Synth- Clip auf, ein „Hey Mr. DJ“ schmettert uns entgegen …
Aus den Presets wählen wir „One Two Three Four“, ein junger Mann beweist uns akustisch, dass er bis vier zählen kann, uns kommt es aber eher darauf an, dass es gesungen ist.

Verschiebt den Clip auf bar 3 und kürzt ihn um 2 bar.

Der Vocalizer verlangt eine Audioaufnahme, zwar spielt der Voice- Synth Samples ab, aber dem System nach ist er ein Synthesizer und bietet uns den Vocalizer- Effekt nicht an, wir ahnen etwas, wir machen eine Audioaufnahme…Stellt die Marker so ein, dass wir „Vorlauf“ haben (wie auf dem letzten Screen ersichtlich)

Achtung, Ruhe bitte. Aufnahme! Wer es nicht mehr ganz genau weiß, bitte in T 2 nochmal schauen, wo wir Laser bastelten…
Den Audio-Clip verpassen wir sogleich eine Normalisierung

Den Anfang des Clips ziehen wir an bar 3, um einen „sauberen Schnitt“ zu erhalten. Das Ende verkürzen wir so, das der Audiotake über ein bar geht, also derart:

Wir löschen den Voice- Synth, brauchen wir nicht mehr… Als kleine Zusatzaufgabe werden wir den Clip stretchen, damit er in das Arrangement tempomäßig passt. (oben rechts sollten 120 bpm eingestellt sein!) Als „Kontrolle“ ziehen wir schnell einen LiViD- Synth über 2 bars in eine Spur.

Wenn man das abspielt, wird „irgendwie“ gezählt, wir wollen aber, dass der Mensch im Takt singt. Mehrere Möglichkeiten, wir stretchen mal das gesamte Sample, zoomt einmal heran und seht euch das Wave an, der Sänger setzt leicht später ein und die Zahlen 2,3,4 kommen versetzt

Zuerst setzt den Startpunkt der „one“ etwa auf Taktbeginn, indem ihr nach dem Heranzommen den Clip leicht links verschiebt:

Jetzt kann der Clip links verkürzt werden, um ein sauberes Loop zu erhalten, überprüft auch, ob er rechts „bündig ist:

Nun (fakultativ) stretchen. Öffnet im Audioclip den Timestretch/Resampler :

Wir wollen erreichen, dass die Zahlen rhythmisch gesungen werden.
Dazu habe ich die Audioaufnahme auf 130 bpm gestretcht, um zu erreichen, das die ersten drei Zahlen auf einem Viertel gesungen werden, die „Four“ kommt a-rhythmisch vor dem vierten Viertel, aber das passt schon … Während des Abspielens könnt ihr eure Parameter, die freilich abweichen könnten, schnell finden.

Das soll unser Ausgangspunkt sein, jetzt werden wir ein Trio im Gesang basteln.
Jeder Clip kann logischerweise nur eine Einstellung im Vocalizer haben, kopiert den Audioclip bitte zweimal und reiht sie aneinander, etwa so:

Öffnet im Clip1 den Effekt Vocalizer. .

Stellt als Mode Correction und unter Harmonizer Major 135 ein. Klingt kryptisch, gemeint ist aber folgendes: Major steht für „Dur“( Minor für moll…), 135 für einen Grundakkord. Dieser Modus liefert uns eine sog. „kleine Kadenz“ z.B. C- Dur, a- moll, F- Dur, der Grundakkord wird mit 135 abgekürzt, der a-moll- Akkord mit 146 usw.
Also unser Männerl singt nun dreistimmig und wird obendrein noch korrigiert, da das Material aber gut ist, hat der Korrektor nicht viel zu tun…
Clip 2 erhält als Harmonizer Major 146

Clip 3 erhält einen Major 136 , damit ist die kleine Kadenz fertig.

Wäre schön, wenn wir harmonisch zum ersten Akkord überleiten würden (bei C- Dur wäre die Kadenz also C- a- F- G), den bietet uns aber der Vocalizer in diesem Modus nicht, nun, wir können das Sample aber pitchen. Entweder im Vocalizer selbst, besser aber „außerhalb“, da das Pitchrad uns nicht zeigt, auf welcher Tonhöhe wir uns befinden. (Aber bei einem guten Gehör machbar, dann würde Clip 3 kopiert, diesmal kein Harmonizer eingestellt und beherzt am Pitch auf 2 Halbtöne höher gedreht.

Andere Variante: wir kopieren den vocalisierten Clip 3 und reihen ihn an. Nun rufen wir im 4. Clip wieder den Timestretcher/Resampler auf. Diesmal wollen wir aber die Tonhöhe um einen Ganzton erhöhen/pitchen. Das Temporad bleibt unberührt! Ein Ganzton sind zwei Halbtöne, also (+) 2 eingeben, Apply fertig….

3. Kleine Spielerei am Rande, der Live- Synthesizer

Wollen wir schnell ein paar Handclaps in realtime einspielen, öffnet während das Arrangement wiedergegeben wird, Live A oder B, stellt dort unter Preset _100_BPM ein, drückt Record und drückt auf Nr.6 des Live-Tables B (Real Handclaps) , beachtet –eigentlich Grundeinstellung unter Options-, dass der Synch Mod aktiviert ist, da das Arrangement 120 bpm schnell ist, die Presets hier nur 100 bpm haben. Während der Aufnahme durch einfachen Linksklick und Halten wird gleich auf 120 bpm synchronisiert. Geschafft….puh…
So könnte das Mini-Arrangement klingen:
Download Vocalizer.mp3
Hier darf man nun keine Weltwunder erwarten, ein künstlicher Eindruck bleibt und besonders der vierte Clip klingt etwas „elektronisch“ durch das Pitchen. Da beim Vocalizer keine Midi- Anbindung vorliegt, müssen wir uns derart behelfen, sonst könnte man die Harmonien per Keyboard definieren und ein nachträgliches Pitchen könnte wegfallen…Aber bei 3000 € -Keyboards mit eingebauten Vocalizers/Vocodern kann das Ergebnis anders klingen (z.B. ROLAND G-70, ein auch preisliches Monstrum). Das mit Abstand Beste, was ich auf der Musikmesse 2006 dazu gehört habe, war der in Kürze erscheinende ROLAND Vocal- Keyboard VP 550, der sich ausschließlich mit Vocals beschäftigt. Hat aber auch seinen Preis, weit über 1200 €….Die anderen Modies im Vocalizer kann man sich freilich auch anschauen, so kann man z.B. bei der Harmonienbildung bestimmte Töne ausschließen, orientalische oder arabische Skalen festlegen, dem Clip sagen, in welcher Tonart der den angebebenen Akkord bilden soll etc… aber das ist soooo viel, dass wir es mal hierbei belassen wollen, es ging um die generelle Arbeitsweise, gell….sonst wird es ein Buch…*g*. Nur soviel: Da eicne MIDI- Implementierung fehlt, wird man sich sicherlich mit einigen Clips beschäftigen müssen, um den gewünschten Effekt zu erreichen, ôder wir stellen für das Take einen Effekt ein, wobei sich die Tonart im Arrangement nicht ändert und damit die Töne passen, aber das ist nun musikalisches Handwerk... Genug für heute, lasst es vocodern und vocalisieren….
Nach sieben Teilen hören wir mal schnell in das bisher Geschehene hinein… (für eine Animation in Cinema 4D; hier wurde ausgiebig Gebrauch vom Silver/Copper- Synth, der Beatbox, dem Robota, vom Voice- Synth, „Sprache einfügen“, dem Vocoder , Vocalizer und ein, zwei Samples gemacht *rofl*).
Download Robo.mp3
Viel Spaß dabei wünscht Andreas!
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